Neustadt am Kulm
23.01.2019 - 14:42 Uhr

Abschied von Kulm-Stimme

Mit Werner Walter wurde am Dienstagnachmittag ein waschechter Kulmianer zu Grabe getragen. Für diese Region schlug sein Herz bis zum letzten Atemzug, hieß es bei der Verabschiedung.

Die Trauergemeinde zog mit der Urne des Verstorbenen Werner Walter von der Aussegnungshalle des Friedhofs zum Grab. Bild: do
Die Trauergemeinde zog mit der Urne des Verstorbenen Werner Walter von der Aussegnungshalle des Friedhofs zum Grab.

Ohne ihn sei die Stadt nicht vorstellbar, formulierte es Pfarrer Hartmut Klausfelder. "Nun nimm denn meine Hände und führe mich bis an mein selig Ende", sang der Frauenchor, als die Urne mit der Asche von Werner Walter im Friedhof in Neustadt beigesetzt wurde. Mit einer wehmütigen Beerdigungsfeier verabschiedeten sich Hunderte Trauergäste, darunter Bürgermeister Wolfgang Haberberger, das Stadtratsgremium und zahlreiche Vereinsvertreter, an einem grauen und frostigen Januartag von "ihrem" Werner Walter.

Unerwartet verstarb Walter im Alter von 67 Jahren am 8. Januar 2019 im Klinikum Erlangen. Die markante Stimme des Neustädters schweigt nun für immer. Während ein Bläserduo das Lied "Im Grab ist Ruh" intonierte, wagte Pfarrer Klausfelder an der Grabstätte einen trostreichen Ausblick: "Lasst uns in diesen Momenten des Übergangs Gott um Beistand bitten."

Im anschließenden Trauergottesdienst in der Evangelischen Stadtkirche fasste der Pfarrer das Leben von Walter in den Bibelpsalm 23,4: "Und ob ich schon wanderte im finstern Tal, fürchte ich kein Unglück". In diesem Kontext schilderte der Seelsorger Walters Lebensweg und Charakter. "Die Dinge, die ihm am Herzen lagen, die packte er gründlich an, war mit voller Energie, ganzem Herzen und großer Leidenschaft bei der Sache." Der Pfarrer streifte die Familiengeschichte und erinnerte an markante Positionen: ein Mann der Vereine, des Sports, der Kommunalpolitik und der Lokalpresse. "Mit jeder Faser seines Körpers und seiner Seele war Werner Walter dabei."

Ohne ihn sei die Kulmstadt nicht vorstellbar, urteilte der Pastor und verwies auf weitere wichtige Stationen: Ein treu sorgender Familienmensch für Ehefrau Monika, die Kinder Axel und Sylvia und drei Enkel, der auch in Krisenzeiten die Kümmerer-Rolle ausfüllte sowie ein Beamter mit Leib und Seele voller Gründlichkeit und Zuverlässigkeit bei der Stadt Bayreuth war.

Der Geistliche würdigte zudem weitere Lebensfelder. Besonders der Fußball hatte es dem barocken Neustädter angetan. Der leidenschaftliche und folglich leidensfähige Club-Fan sei nicht "Fernseher", sondern zum Aktivposten der SpVgg Neustadt geworden. Noch einmal den Vers des 23. Psalms aufgreifend, schilderte Klausfelder die finsteren Täler des Verstorbenen und auch die Kraft, die Werner Walter trotz vieler Schicksalsschläge entfaltet habe. In diesem Sinne stimmte die Trauergemeinde auf das Lied Dietrich Bonhoeffers von den "Guten Mächten" ein.

Bürgermeister Wolfgang Haberberger skizzierte den Werdegang des Kommunalpolitikers Werner Walter und verband die Entwicklung der Stadt in den letzten Jahrzehnten mit einer Vielzahl kommunaler Projekte in der "Ära" Walter in der Zeit von 1988 bis 2014. Haberberger erinnerte an die 26-jährige Tätigkeit im Stadtrat, an 18 Jahre VG-Rat und an die kurze Amtszeit als zweiter Bürgermeister. Er charakterisierte Walter als energischen Kommunalpolitiker, der Wahrheit und Klarheit geschätzt habe. Haberberger verschwieg auch nicht die Unebenheiten bei kommunalen Entscheidungen. "Kollege Walter hat stets hart und standhaft seine Meinung vertreten", kommentierte er die nicht immer leichte Zusammenarbeit mit einem stets hilfsbereiten Kollegen.

Haberberger verwies ferner auf das Engagement Walters als "Sprachrohr" der Stadt und vieler Vereine. Er habe mit der Tätigkeit als Presseberichterstatter ein positives Bild seiner Heimatstadt gezeichnet. Trauerworte sprachen auch Vertreter der SpVgg Neustadt am Kulm und der Feuerwehr. Für den Sportverein schilderte Vorsitzender Bernd Deubzer den nun Verstorbenen als großen Sportsmann, erinnerte an eine glorreiche Fußballerlaufbahn mit 444 Spielen für die 1. Mannschaft und dankte für die zusätzliche Unterstützung als langjähriges Mitglied des Vorstands. Auch als Sportreporter sei Walter ein Dauergast bei der SpVgg gewesen. Für 51 Jahre Mitgliedschaft bei der Feuerwehr dankte Vorsitzender Marco Schläger. Er verwies zudem auf die aktive Dienstzeit von 1973 bis 1984, in der Walter Leistungsprüfungen bis zur Stufe 4 ablegte. Die Trauerfeier endete mit dem Trompetensignal des Bläserduos: "Ich bete an die Macht der Liebe."

 
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