21.02.2020 - 10:16 Uhr
Neustadt am KulmOberpfalz

Bürgergespräch in Neustadt am Kulm: „Baustellen“ tatkräftig angehen

Der Startschuss für die erste Etappe des Kulmstädter Marktplatzes steht endlich bevor. Doch das ist nicht das einzige Projekt der Stadt. Die Bürgerliste Neustadt braucht Zukunft stellt weitere Maßnahmen vor.

Als Spitzenkandidat der Bürgerliste 'Neustadt braucht Zukunft zieht Helmut Schäffler beim Bürgergespräch eine politische Bilanz der zu Ende gehenden Stadtrats-Wahlperiode.
von Bernhard PiegsaProfil

„Man muss sich für seine Stadt engagieren, damit nicht manche Dinge ausgesessen werden oder in die falsche Richtung gehen“: Als überparteiliche und überörtliche Gemeinschaft wolle die Bürgerliste Neustadt braucht Zukunft auch in den nächsten sechs Jahren eine tatkräftige Stimme der „Mitte“ sein, bekräftigten Listenkandidat Andreas Pecher und seine Mitstreiter beim „Bürgergespräch mit virtuellem Stadtrundgang“ im alten Schulhaus.

Auf eine politisch entspanntere neue Stadtrats-Wahlperiode hoffte Spitzenkandidat Helmut Schäffler, der seine Erleichterung über den bevorstehenden Startschuss für die erste Etappe der lang umstrittenen Marktplatzumgestaltung nicht verhehlte. Doch nicht allein auf dieses Jahrhundertprojekt dürfe sich die künftige Stadtpolitik fokussieren, denn an „genauso wichtigen“ weiteren „Baustellen“ fehle es nicht. Dies illustrierten Schäfflers Rückblick auf die vergangenen sechs Jahre und eine von Käthe Pühl erläuterte Bilderschau. Zentrales Anliegen der Stadtpolitik, so Pühl, müsse bleiben, „dieses Neustadt, wie wir es mit allen seinen Ortsteilen kennen und lieben“, als attraktive „lebenswerte Gemeinde für Jung und Alt“ weiterzuentwickeln.

Diesem Ziel könne nach Pühls Worten eine weitere Ausweisung von Bauland insbesondere in Filchendorf dienen. Dort gebe es Bauwillige, und zudem sei abzusehen, wann die letzten Grundstücke im Baugebiet Mockersdorf-Kulmblick verkauft sein würden: „Hier haben nicht nur junge Leute aus unserer Stadt, sondern erfreulicherweise auch Auswärtige Bauland erworben.“ Anzustreben sei außerdem, Mockersdorf ins Dorferneuerungsprogramm aufzunehmen, um Fördermittel für eine Aufwertung des Ortsbilds zu erschließen, wie sie in Filchendorf bereits gelungen sei.

Nach achtjährigen Diskussionen und Planungen stehe heuer die Eröffnung des Kulm-Informationszentrums bevor: „Mit dieser Einrichtung werden wir auch nach außen hin Eindruck machen“, freute sich Käthe Pühl, die auch Vorsitzende des „Fördervereins Rauher Kulm“ ist. Dies werde freilich nur gelingen, wenn zugleich das „Naherholungs- und Wandergebiet“ sorgsam gepflegt werde: „Der Kulm ist unser Aushängeschild und das Pfund, mit dem wir wuchern können.“ Dringend not tue eine Modernisierung der Kinderspielplätze: „Das ist ein heißes Thema.“

Ferner fehle es noch an einem langfristig tragfähigen Nutzungskonzept für das alte Schulhaus, das „unserer Liste besonders am Herzen liegt“. Eine durchdachte Nutzungsplanung könnte der Stadt sogar den einen oder anderen kostspieligen Neubau ersparen. Wünschenswert sei ein Einsatzfahrzeug für die Mockersdorfer Feuerwehr, jedoch müsse dann auch ein neues Gerätehaus gebaut werden. Weitere anstehende Aufgaben seien Modernisierungsmaßnahmen für Sportplatz und Kläranlage, der Abbruch des zur wilden Müllkippe verkommenen „Badhäusls“, der seit bald einem Jahrzehnt diskutierte und schon für 2019 angekündigte Bau des Drei-Landkreise-Radwegs entlang der Bahnlinie und natürlich die Vielzahl großer und kleiner Sanierungsmaßnahmen in der Altstadt.

In diesem Zusammenhang zeigte Pühl eine Luftbildaufnahme des Stadtkerns aus den 1930er Jahren, die erkennen lässt, dass die damaligen und die in den Marktplatz-Neugestaltungsplänen vorgesehenen Straßenführungen fast identisch sind: „Was hier geplant ist, ist keineswegs fremd, sondern nimmt Bezug auf einen historischen Zustand.“

Info:

Von wegen nichts getan

In Neustadt am Kulm hat sich in den letzten sechs Jahren nichts getan? Davon will Helmut Schäffler nichts wissen. Stadtpolitik sei auch in dieser Zeit weit mehr gewesen als das Tauziehen um die Stadtplatzneugestaltung, bekräftigte der Spitzenkandidat der Bürgerliste Neustadt braucht Zukunft beim Informationsnachmittag im Schulhaus. Als Belege erwähnte er die „überfällige“ Neuausweisung des Baugebiets Mockersdorf-Kulmblick, der in der nächsten Wahlperiode weitere Baulanderschließungen folgen müssten, sowie den neuen Bauhof, das Kulm-Informationszentrum und die Kanalisations- und Gehsteigsanierung am Sporrer.

Darüber hinaus habe man das Rathaus energetisch saniert, neue Toiletten am Friedhof erstellt, das Feuerwehrhaus hergerichtet und diverse Sanierungsarbeiten an Sportheim und Rotkreuzhaus ausgeführt. Zurzeit werde der Gehsteig beim Sportplatz in Zusammenarbeit mit dem Sportheim in Ordnung gebracht. Für die Feuerwehren in Filchendorf und Mockersdorf habe die Stadt neue Tragkraftspritzen angeschafft und jüngst den Kauf eines Einsatzfahrzeugs für Filchendorf beschlossen. Stadträtin Käthe Pühl wies obendrein auf die Dorferneuerung für Filchendorf hin, wo Dorfgemeinschaft, Vereine und Stadt einen „vorzeigenswerten“ neuen Ortsmittelpunkt geschaffen hätten. (bjp)

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