21.02.2020 - 08:23 Uhr
Neustadt am KulmOberpfalz

Bürgergespräch in Neustadt am Kulm: Kleine Stadt, viel Gesprächsstoff

Leer stehende Gebäude, die Zukunft des Bades und ein neuer Spielplatz: Viele Themen beschäftigen die Kulmstädter. Beim Bürgergespräch mit der Bürgerliste Neustadt braucht Zukunft all das angesprochen.

Etwa 40 Zuhörer sind beim Informationsnachmittag der Bürgerliste 'Neustadt braucht Zukunft im Schulhaus zugegen. Dabei ergreift auch Stadträtin Käthe Pühl (am Beamer) das Wort.
von Bernhard PiegsaProfil

An Gesprächsthemen fehlt es in der kleinen Kulmstadt nicht, wie die angeregten Diskussionen beim Bürgergespräch der Bürgerliste "Neustadt braucht Zukunft" im alten Schulhaus zeigten. Mit Blick auf die von einem Besucher monierten Gebäudeleerstände entgegnete Spitzenkandidat Helmut Schäffler, dass die Stadt bestrebt sei, gemeinsam mit den Hauseigentümern im Zuge der Marktplatzneugestaltung oder mit Hilfe von Förderprogrammen Lösungen zu finden.

Zu der von einem Bürger angesprochenen Zukunft des Bades merkte Stadträtin Käthe Pühl an, dass dieses in den letzten Jahren hinter der Marktplatzplanung habe zurückstehen müssen. Allerdings sei das als Feuerlöschteich angelegte Gewässer auch nur bedingt als Schwimmbad geeignet. Zwar erwäge man die Aufstellung von WC-Containern und Umkleiden: "Aber das ist noch nicht spruchreif." Beschlossene Sache sei jedoch der Abbruch des ruinösen "Badhäusls". Den nahegelegenen Spielplatz wolle man neben dem Informationszentrum neu platzieren.

In den älteren Siedlungen seien noch immer einige verkaufte Grundstücke unbebaut, beklagte eine Besucherin. Käthe Pühl entgegnete, dass dort, anders als etwa in der neuen Kulmblicksiedlung, keine Bebauungsfristen gälten, so dass die Stadt nur begrenzte Handhaben besitze, auf eine Änderung zu drängen, und auch keine Grundstücksrückgabe einfordern könne. Der scheidende SPD-Stadtrat Reiner Kopp wünschte sich eine verstärkte Förderung des gesamtstädtischen Gemeinschaftsgefühls, damit die Zusammenarbeit von Bürgern, Vereinen und Kommune wieder besser funktioniere.

Stadtratskandidat German Herath stimmte diesem Anliegen auch im Hinblick auf die Organisation der 650-Jahr-Feierlichkeiten zu, die inzwischen laut Käthe Pühl allerdings weit gediehen ist: Insbesondere werde demnächst die Festschrift mit Veranstaltungskalender erscheinen. Ideen seien aber immer noch willkommen. Eine Belebung des Fremdenverkehrs erhoffte sich Stadtratskandidat German Herath von künftigen regionalen Kooperationen: "Jede Gemeinde will bei der touristischen Vermarktung ihr eigenes Süppchen kochen, doch so viele Angebote und Ziele, dass es auch nur für ein tagesausflugsfüllendes Programm reichen würde, hat keine der Kommunen in unserer Verwaltungsgemeinschaft oder im näheren Umland."

So sah es auch Helmut Schäffler: "Wir haben den Kulm, die Nachbarn haben ihre Attraktionen und Einrichtungen, und das muss man durch Kooperation und gemeinsame Vermarktung zusammenbringen, so dass etwa die Planung von Tagesausflügen möglich wird." Einen Anknüpfungspunkt für eine touristische Vermarktung der Kulmstadt über die Bezirksgrenze hinaus sah German Herath in der Neustädter Kirche, die zum Ensemble der sonst durchweg in Oberfranken anzutreffenden "Markgrafenkirchen" gehört.

Abschließend lud German Herath für 26. Februar ab 19 Uhr zum Aschermittwochs-Fischessen im Gasthaus Burger ein: "Als überparteiliche Wahlgemeinschaft hatten wir die Bürgermeisterkandidaten eingeladen, in diesem Rahmen eine Podiumsdiskussion abzuhalten, aber leider haben sie unter Hinweis auf die Veranstaltungen ihrer Parteien abgesagt." Dies sei schade, denn "viele Bürger wollen nicht unbedingt parteipolitische Veranstaltungen besuchen und würden es begrüßen, in einem neutralen Rahmen die Meinungen der beiden Kandidaten zu hören". Der Erlös dieses Abends werde dem Kindergarten zugutekommen.

Fairness oberstes Gebot:

Fairness oberstes Gebot

Auf "viele junge Leute, die sich für unsere Stadt engagieren und deren Zukunft mitbestimmen", hoffte Bürgerliste-Spitzenkandidat Helmut Schäffler, der seit 2014 zu den ersten drei Ratsmitgliedern aus den Reihen der damals neu gegründeten Wählergemeinschaft zählt.

Er plädierte für eine Stadtpolitik, die Anreize setzt, "dass diese jungen Menschen in den nächsten Jahrzehnten gern hier leben wollen". Stadtratskandidat German Herath legte vor allem den jungen Kandidaten und Wählern ans Herz, die Fairness im Wahlkampf und in der späteren politischen Arbeit nicht zu vergessen und so zu handeln, "dass ihr euch mit euren Mitbewerbern und Nachbarn auch künftig noch unterhalten könnt". Politik sei Arbeit für alle Bürger, Anfeindungen und parteipolitische Rivalität seien hierbei kontraproduktiv: "Nur miteinander können wir unsere kleine Stadt vorwärtsbringen."

Ein gutes Zeichen sei die Vielzahl konkurrierender Listen: "Konkurrenz belebt das Geschäft, und diese Vielfalt zeugt von Interesse an der Mitgestaltung der Stadt." Umso bedauerlicher sei, dass mit der SPD-Liste eine Konkurrentin fehle. (bjp)

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