03.03.2020 - 10:54 Uhr
Neustadt am KulmOberpfalz

Festgottesdienst in Neustadt am Kulm: 300 Jahre alt und immer noch voller Leben

Ein betagtes Haus feierte in der Kulmstadt am Sonntag Geburtstag: die Dreieinigkeitskirche der evangelischen Kirchengemeinde. Die Festpredigt hielt Dekan Wenrich Slenczka.

von C. & W. RupprechtProfil

Zahlreiche Gäste feierten am Sonntag in Neustadt am Kulm einen besonderen Geburtstag. Die Stadtkirche namens „Dreieinigkeitskirche“ hatte Geburtstag. Das barocke Gebäude, das im Stil der Markgrafenkirchen gebaut wurde, besteht seit 300 Jahren. Mit einem Festgottesdienst startete die evangelische Kirchengemeinde in das Jubiläumsjahr. Musikalischen Hochgenuss bot der Kemnather Gospelchor „Just for Joy“ unter Leitung von Andrea Kick. Stimmgewaltig stellten sie sich mit „Here we are“ vor, als Pfarrer Hartmut Klausfelder und Dekan Wenrich Slenczka mit den Kirchenvorständen hinter dem festlichen historischen Vortragekreuz ins Gotteshaus einzogen.

Pfarrer Klausfelder zeigte sich überwältigt, dass so viele Gläubige der Einladung zum Gottesdienst gefolgt waren. „Lasst uns das Leben feiern“, forderte er die Gemeinde auf. Passend dazu sangen die Besucher das Lied „Wenn wir das Leben teilen“, das vom Lebenszyklus, der Gerechtigkeit in der Welt und von Jesus, der der spirituelle Antrieb der Menschen und Heilsbringer in dunklen Stunden ist, erzählt. Dekan Slenczka verabschiedete sich mit seiner Predigt gleichzeitig von den Neustädtern. Er beendet nach zehn Jahren seine Tätigkeit im Dekanat Weiden und wechselt nach Würzburg. Er betonte, dass im Neustädter Gotteshaus seit 300 Jahren Menschen ein und aus gegangen sind und wies auf die Aussagekraft der Deckengemälde hin, die die wichtigsten biblischen Erzählungen des Jahreskreises abbilden. Die hell getünchten Wände stehen für die Reinheit des Evangeliums. Er betonte, dass evangelische Gottesdienste von der Bibellesung und der biblischen Botschaft geprägt sind. In der Pfingstgeschichte wird der Heilige Geist über den Menschen ausgegossen. Dieses Bild sei passend über dem Eingang der Kirche angebracht worden. „Denn die Menschen suchen Gott und wollen von Gottes Geist geführt werden“, betonte er.

Der Dekan erklärte auch den Predigttext von Invocavit, dem ersten Sonntag der Fastenzeit. Er erzählt davon, als Jesus 40 Tage und Nächte in der Wüste gefastet hatte. Dort wurde er vom Teufel versucht (Matth., 4. Kap.) Jesus verwies aber dreimal auf Gottes Wort und widerstand den Verführungen. Die Christen suchen auch nach Gott und wollen vom Heiligen Geist geführt werden. Doch wo ist der dreieinige Gott? Wo wirkt Jesus, Gottes Sohn im Anbetracht von so viel Krieg, Leid und Krankheit in der Welt? Das gab Slenczka den Hörern zu bedenken. Er wies darauf hin, dass der Teufel die Zweifel in uns sähe. Da Jesus als Mensch gleiches erlebt hat, kann er Menschen helfen. Er ist das Vorbild, stellte sich unter Gottes Gesetz. „Jesus ist mitten unter uns und nie weit entfernt“, betonte Slenczka. „Die 40 Tage Fastenzeit gibt Raum zum Nachdenken, um Jesus, Gott Vater und den Heiligen Geist zu finden, den dreieinigen Gott und seine Liebe an uns zu erkennen. Dann wird aus Zweifel der Glaube“, sagte der Geistliche.

„Just for Joy“ rahmte die Predigt mit den Liedern „You are the voice of the living God“ und „In your arms“ ein. Mit „Kommt, atmet auf, ihr sollt leben“ antwortete die Gemeinde mit der Hoffnung auf Rettung durch Gott und Jesus Christus.

In den Fürbitten dankten die Sprecher für alle Wohltaten durch Gott in unserem Leben, die keine Selbstverständlichkeiten seien. Sie dankten auch für die schöne Kirche in Neustadt am Kulm sowie für die Gemeinschaft der Christen in der Kirchengemeinde und der ganzen Welt. Sie baten Gott um Beistand und Hilfe für alle kranken und traurigen Menschen. Dem Segen schloss sich der Chor mit dem bekannten Song „Heavenly peace shall be with you“ an. Doch ohne Zugabe ließen die Gottesdienstbesucher die Sänger nicht gehen. Mit einem afrikanischen Lied gelang es dem Ensemble, die Zuhörer nochmals zu überraschen. Für seine lebendigen, gefühlvollen und stimmgewaltigen Lieder erntete der Chor verdienten Applaus.

Nach dem Gottesdienst stürmten die Besucher den Ostereierverkauf und deckten sich mit österlichen Schmuckeiern, Buchskränzen und Schneeglöckchen ein. Mit dem Verkaufserlös soll eine Bücherei für Kinder und Jugendliche entstehen. Der Verkaufstisch wird auch an den nächsten Sonntagen nach den Gottesdiensten besetzt sein. Viele Besucher nutzten anschließend die Gelegenheit, sich beim Empfang im Gemeindehaus noch mit Dekan Slenczka, Pfarrer Klausfelder und dem Kirchenvorstand auszutauschen. Der Sonntag war erst der Auftakt zu vielen weiteren Veranstaltungen im Jubiläumsjahr.

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