30.07.2020 - 15:19 Uhr
Neustadt am KulmOberpfalz

"Gefährliche Bäume": Zugang zum Gipfel des Rauhen Kulmes ab sofort gesperrt

Von einem "Zielkonflikt im Wald" spricht der Forstbetrieb Pegnitz der Bayerischen Staatsforsten, und von einem "enormen Gefahrenpotenzial": Der Weg auf den Gipfel des Rauhen Kulmes ist deshalb ab sofort gesperrt.

Wie schön doch unsere Heimat ist. Eines der Wahrzeichen der nördlichen Oberpfalz scheint zum Greifen nah: der Rauhe Kulm (vom Waldecker Schlossberg aus gesehen). Sein Gipfel ist nach der Sperrung des Zugangsweges bis mindestens in den Herbst hinein jedoch nicht zu erreichen.
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In seiner Pressemitteilung verweist der Forstbetrieb zunächst auf die Bedeutung des Rauhen Kulmes als ein "Hotspot" des Naturschutzes. Wegen seiner besonderen Geologie, der großen Blockmeere rund um den Gipfel und der alten Buchenbestände sei der "Kulm" seit 1949 als Naturdenkmal geschützt. Über den Gipfel des nie ausgebrochenen Vulkanes ziehe sich ein großes Flora-Fauna-Habitat-Gebiet, das große Bedeutung für die Artenvielfalt habe. 2013 wurde der Rauhe Kulm von der Heinz-Sielmann-Stiftung zum „Schönsten Naturwunder Deutschlands“ gekürt.

Gleichzeitig sei der Berg ein wichtiges Naherholungsgebiet, erklärt der Forstbetrieb: "Tausende von Wanderern genießen jedes Jahr den sensationellen Ausblick vom Aussichtsturm auf dem Gipfel über die nördliche Oberpfalz. Und hier liegt der Hase im Pfeffer: Denn auch im Wald am Rauhen Kulm hat die Trockenheit der vergangenen beiden Jahre Opfer gefordert." Viele der alten Buchen rund um den Gipfel seien abgestorben. Als Biotopbäume böten sie jedoch wichtige Lebensräume für Fledermäuse, Vögel und seltene Insekten.

"Allerdings bergen die abgestorbenen Buchen und ihre dürren Äste ein enormes Gefahrenpotenzial entlang des Wanderweges zum Turm auf dem Gipfel", betont der Forstbetrieb: "Die toten Äste brechen leicht ab und die Bäume können nach holzzersetzendem Pilzbefall ohne Vorwarnung umstürzen."

Dieser "Zielkonflikt zwischen Naturschutz und Erholung" sei nicht kurzfristig zu lösen, heißt es in der Pressemitteilung. Die "gefährlichen Bäume" dürften nach Auskunft der Unteren Naturschutzbehörde aus artenschutzrechtlichen Gründen frühestens im Herbst gefällt werden. "Deshalb haben sich Vertreter des Landratsamtes Neustadt/WN, des Amtes für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten Weiden und der Bayerischen Staatsforsten Forstbetrieb Pegnitz schweren Herzens dazu durchgerungen", den Zugang zum Gipfel bis zur Lösung des Problems ab heute, Freitag, temporär zu sperren. Eine Umleitung entlang der sogenannten „Rollbahn“ werde ausgeschildert, informiert der Forstbetrieb und bittet die Waldbesucher um Verständnis.

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