06.08.2019 - 11:32 Uhr
Neustadt am KulmOberpfalz

Herrliche Abendklänge in Neustadt am Kulm

Bereits zum sechsten Mal tritt das Bayreuth-Kulm-Ensemble in Neustadt am Kulm auf. Und dabei ziehen die Sänger von Jahr zu Jahr mehr Gäste an.

Das Bayreuth-Kulm-Ensemble erfreut wieder mit einer tollen Liederauswahl aus Klassik und Volksgut. Erstmals wird das Ensemble ergänzt durch Nina Ruppenstein (Dritte von links).
von C. & W. RupprechtProfil

Obwohl noch mehr Plätze als im Vorjahr zur Verfügung gestellt wurden, mussten kurzfristig weitere Stühle organisiert werden. Denn zahlreiche Gäste wollten das Bayreuth-Kulm-Ensemble bei ihrem neusten Auftritt erleben.

Die Gruppe besteht aus aktuellen und ehemaligen Gesangsschülern von Musikpädagogin Anneliese Meyer-Adam aus Bayreuth. Erstmals wurde das Team von Nina Ruppenstein verstärkt, die in der Stimmlage Mezzosopran einzustufen ist und mit ihrer Stimme den Klang des Gesamtensembles wunderbar vervollständigte. Die dunklen Wolken des Nachmittags hatten sich zum Glück verzogen, und so konnte Pfarrer Hartmut Klausfelder seine Gäste an einem lauen Sommerabend begrüßen. Er dankte Anneliese Meyer-Adam und allen Akteuren, die dieses Mal verletzungsbedingt eine herausfordernde Probenzeit erlebt hatten. Evi Haberberger aus München hatte sogar Urlaub genommen, um mit dem Ensemble wieder in Neustadt am Kulm auftreten zu können. „Ich bin überwältigt“, freute sich Klausfelder.

Das Konzert gliederte sich in Musikstücke aus Volksgut, aus der Operette „Der Vetter aus Dingsda“ von Eduard Künneke und aus den Musicals „Phantom der Oper“ von Andrew Lloyd Webber sowie „West Side Story“ von Leonard Bernstein.

Bereits beim Begrüßungslied „Zigeunerleben“ von Robert Schumann konnten die Gäste sich an einem tollen Auftritt des Gesamtensembles erfreuen. „Ein Jäger aus Kurpfalz“ dürfte jedem bekannt sein - in der neuen Fassung des Bayreuth-Kulm-Ensembles wurde das Lied jedoch immer wieder neu interpretiert. Evi Haberberger (Sopran), Irmgard Seemann (Alt) und Marius Pöhnlein (Bass) beschenkten damit ihr Publikum gleich zu Beginn mit einem gekonnten Vortrag.

Marion Klausfelder (Sopran) und Tenor Tobias Gesell, die Jüngsten im Bunde, brachten mit „In einem kühlen Grunde“ ein schönes altes Lied zur Geltung. Sicher und locker gesungen, selbst bei den Sprüngen zu den hohen Tönen, konnte man deutlich die Weiterentwicklung der beiden Sänger miterleben. „Schwefelhölzle“, ein Lied aus dem schwäbischen Sprachraum, stark vorgetragen vom Gesamtensemble überzeugte mit vielen Elementen und sorgte mit dem nachgemachten Babygeschrei für Lacher im Publikum. Das ist das Schöne bei den Liederabenden. Die Künstler bringen Gesang in höchster Qualität, aber auch genügend Witz und Humor mit ein.

„Ich bin nur ein armer Wandergesell“ – ein Vortrag von Tenor Tobias Gesell – zeigte den Sänger deutlich entspannter, als in den letzten Jahren. Mit lockerem Vibrato im herrlichen Gesang überzeugte er das Publikum. Professionell gekonnt, die Stimme stets dem Textinhalt angepasst, mal zart und weich, dann wieder bestimmt oder träumerisch, trug Evi Haberberger „Strahlender Mond“ vor. Sie versteht es wie keine andere, mit Mimik, Gestik und Stimmeinsatz den Zuhörer mitzunehmen. Dabei wirkt ihr Gesang locker und weich, ganz ohne Anstrengung. Es ist eine Freude, ihr zuzuhören und zuzusehen. Mit „Batavia Fox“ beendete das Ensemble beschwingt und mitreißend den ersten Teil des Liederabends.

Dann folgte der zweite Teil. „Denk an mich“, ein Solovortrag von Marion Klausfelder (Sopran), zeigte deutlich, dass die Sängerin an Sicherheit gewonnen hat. Ebenso bei „I feel pretty“ konnte sie ihr Publikum mühelos mitreißen. In dem Lied „Die Musik der Nacht“ überraschte Marius Pöhnlein (Bass) sogar mit hohen Tönen. Was ihm viel Applaus einbrachte. Mit Irmgard Seemann, die eine samtene schöne Altstimme ihr Eigen nennen darf, überzeugte er in einem wunderbaren harmonischen Duett mit „Mehr will ich nicht von dir“. Auch schauspielerisch passten die beiden sehr gut zueinander. Irmgard Seemann zeigte ihr ganzes Können bei „Somewhere“.

„Amerika“ wurde von den vier Frauen des Ensembles wunderbar umgesetzt. Sie lobten das Land und beschrieben seine vielen Facetten mit dem herrlich umgesetzten Lied. Nina Ruppenstein, die trotz gebrochenem Fuß gekommen war, ergänzte ihre Kolleginnen perfekt. Die Künstler erhielten den wahrlich wohlverdienten Applaus. Sie wurden während des gesamten Konzerts von Hartmut Klausfelder und Evi Haberberger am Klavier begleitet. Gerne gaben alle eine Zugabe. Doch das Publikum wollte einfach nicht gehen. So war eine weitere Zugabe nötig, bis sich die Gäste an das vorbereitete Buffet und zu den kühlen Getränken locken ließen.

Pfarrer Hartmut Klausfelder zeigt sich überwältigt von den zahlreichen Besuchern.
Evi Haberberger (Sopran) brilliert mit einer professionellen Stimme, gefühlvoll oder markant, je nachdem, wie es das Lied fordert.
Gerne waren sie wiedergekommen, die Gäste aus nah und fern. Im Gemeindehausgarten können sie es sich gut gehen lassen.
Die beiden "Jüngsten" im Bunde überzeugen mit ihrem Können. Tobias Gesell (Tenor) und Marion Klausfelder (Sopran) gelingt ein harmonisch und locker gesungenes "In einem kühlen Grunde".
Irmgard Seemann (Alt) und Marius Pöhnlein (Bass) harmonieren perfekt mit ihren dunkleren samtig-weichen Stimmen.
Ihr schauspielerisches Talent kann Marion Klausfelder (Sopran) bei "I feel pretty" komplett entfalten.
Kurzfristig mussten weitere Stühle organisiert werden, damit alle Besucher einen Platz haben.
Das Frauenquartett mit Nina Ruppenstein (Mezzosopran) erfreut mit einem wunderbar abgestimmten Gesang.
Beim "Batavia Fox" kann Marius Pöhlein seine Partnerinnen in den Arm nehmen.
Die Künstler des Abends mit ihrer Lehrerin Frau Anneliese Meyer-Adam (vierte von links). Von links: Marius Pöhnlein, Evi Haberberger, Nina Ruppenstein, Anneliese Meyer-Adam, Marion Klausfelder, Irmgard Seemann, Tobias Gesell, Pfarrer Hartmut Klausfelder.
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