17.06.2020 - 10:47 Uhr
Neustadt am KulmOberpfalz

Marktplatz Neustadt am Kulm: Halbzeit beim Kanalprojekt

Die Marktplatzanlieger von Neustadt am Kulm leben momentan in einer großen Baustelle. Einen Regenwasserkanal und Teile der Wasserversorgung baut die Firma Bauer aus Thüringen derzeit neu. Die Arbeiten werden wohl noch eine Weile andauern.

Die Interessengemeinschaft moniert, dass bei dem Kanalprojekt in Neustadt am Kulm eine Linde gefällt werden muss und das Wurzelwerk eines anderen Baumes erheblich geschädigt werde.
von Autor OWProfil

Bis zum Ende des Jahres soll das erste Projekt der Marktplatzsanierung von Neustadt am Kulm, der Regenwasserkanal, fertiggestellt sein, informierte der Planer Michael Wagner vom Ingenieurbüro Schultes aus Grafenwöhr beim jüngsten Jour Fix. Er sei zuversichtlich, dass der Zeitplan eingehalten werden kann und dass die Baustelle wahrscheinlich sogar noch vor dem Winter beendet werden könne. Die Thüringer Baufirma arbeitet gut und schnell, lobte er. Bei dem Projekt habe es bislang auch keine größeren Schwierigkeiten gegeben. Die Anlieger hätten Verständnis für die Behinderungen.

50 Prozent der Arbeiten seien bereits erledigt. Nachdem im Frühjahr das Regenrückhaltebecken ausgebaggert wurde, konnte nun das Drosselbauwerk eingebaut werden. Dieses verhindert, dass große Wassermassen vom Marktplatz in den Espangraben gelangen. Vom Becken aus baute die Firma die Haupttrasse über die Holleslohe bis zum Marktplatz. Hier wurden auch bereits die Hauptachsen entlang der Sommer- und der Winterseite bis zum Rathaus verlegt. Momentan werden in diesem Bereich die Regenfallrohre der einzelnen Häuser angeschlossen. Das anfallende Regenwasser wird dann über das neue Becken in den Espangraben abgeleitet.

In der Holleslohe mussten die Arbeiter wegen der Kanaltrasse Umlegungen an der Wasserleitung vornehmen. Im Bereich südlich des Rathauses werden deshalb einige Häuser provisorisch mit Wasser versorgt. In diesem Bereich wird eine neue Wasserleitung verlegt. Zurzeit sind die Kampfmittelsondierer vor Ort und untersuchen die Trassen westlich des Rathauses. Dies ist nötig, da wegen der Bombardierung der Kulmstadt am 19. April 1945 eventuell noch Kampfmittel im Boden schlummern könnten. Die Erdarbeiten werden auch von einem Archäologen begleitet. Im Bereich der Holleslohe und am Unteren Tor überwachte der Experte die Baggerarbeiten bislang sehr genau. Bei den Grabarbeiten westlich des Rathauses, wo früher das alte Rathaus stand, wird der Archäologe wieder vor Ort sein, um eventuelle Bodendenkmäler sicherstellen zu können.

Marktplatzsanierung Neustadt am Kulm: Die ersten Meter Rohre sind verlegt

Neustadt am Kulm
IG will Fällen von Linde verhindern:

In der Kulmstadt gibt es derzeit einen neuen Aufreger: Im westlichen Teil des Marktplatzes wurde kürzlich der Verlauf der Kanaltrassen aufgesprüht. Dadurch wurde ersichtlich, dass die Leitung unter einem großen Lindenbaum verlegt werden soll. Bei einem weiteren Baum verläuft die Trasse in der Nähe des Stammes, so dass beim Graben das Wurzelwerk erheblich beschädigt werden würde. Die Interessengemeinschaft (IG) der Marktplatzanlieger will das Fällen dieser Bäume nicht akzeptieren und hat deshalb Oberpfalz-Medien und den Landrat per E-Mail über diesen Vorgang informiert.

Planer Michael Wagner erklärte in diesem Zusammenhang bei dem Treffen, dass seine Planung auf dem Entwurf der Marktplatzsanierung vom Büro Holzapfel-Herziger basiere. In dieser Planung würden diese Bäume nicht mehr existieren. Wo jetzt der Baum steht, ist später noch Straße. Zum Ausgleich werden in diesem Bereich aber 14 neue gleichartige Bäume gepflanzt. Er riet davon ab, auf die Wünsche der IG einzugehen, da dadurch erhebliche Mehrkosten entstehen würden. Die Planungen des Kanals und der Marktplatzsanierung müssten geändert werden. Außerdem habe die Baufirma die benötigten Formteile bereits bestellt oder sie befänden sich schon vor Ort. Am Abend folgte in der Stadtratssitzung das städtische Gremium den Empfehlungen des Experten. Die Kanalarbeiten werden so ausgeführt wie geplant.

Ab hier geht es mit dem Auto nicht mehr weiter. Der Marktplatz von Neustadt am Kulm ist eine einzige große Baustelle.
Momentan werden die Regenfallrohre der Häuser an den neuen Regenwasserkanal angeschlossen. Dadurch wird die städtische Kläranlage entlastet, da dieses Regenwasser über ein Drosselbauwerk in den Espangraben abgeleitet wird.
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