18.08.2020 - 13:04 Uhr
Neustadt am KulmOberpfalz

SpVgg Neustadt am Kulm: Auf Erfolgssaison folgt Niederlagenserie

Der Klassenerhalt ist das Mindestziel der Fußballer der SpVgg Neustadt am Kulm. Ein Blick auf die aktuelle Tabelle der Kreisklasse Weiden West lässt diesen Wunsch realistisch erscheinen.

Für runde Einsatz-Jubiläen einiger Stammspieler der ersten und der zweiten Fußballmannschaft der SpVgg Neustadt gibt es Dank- und Ehrenurkunden. Im Bild (von links) Christian Miedel, Dominic Dollhopf, Sebastian Burucker, Tim Pühl, Ralf Dollhopf und Abteilungsleiter Ralf Malik
von Robert DotzauerProfil

Mit fünf Punkten Abstand zum Relegationsplatz ist die Hoffnung der SpVgg Neustadt am Kulm groß, dass sich die erste Mannschaft in der Kreisklasse etabliert. Dieser erfreulichen Feststellung von Abteilungsleiter Ralf Malik in der Jahreshauptversammlung ging ein Rückblick auf die Aufstiegssaison 2018/19 voraus – einer Spielzeit mit einer grandiosen Erfolgsgeschichte, wie der Fußballexperte anmerkte. Bereits vier Spieltage vor Saisonende habe die Mannschaft die Meisterschaft perfekt gemacht.

In der höheren Klasse angekommen, mussten sich die Neustadt-Kicker erst einmal in der Kreisklasse zurechtfinden. Ralf Malik berichtete von einem schwierigen Saisonstart mit einer beunruhigenden Niederlagenserie und nur vier Punkten nach zehn Spieltagen. Diese Pechsträhne habe schließlich zum Rücktritt von Trainer Markus Fuchs geführt.

Auch für Ralf Malik war dies eine schwere Zeit. „Der Mannschaft wurde schnell bewusst, dass in der Kreisklasse ein anderes Level herrscht“, analysierte der Abteilungsleiter Fußball. Er begründete die Niederlagenserie auch mit dem verletzungsbedingten Ausfall vieler Stammspieler.

Einen Glücksfall nannte Malik die rasche Verpflichtung eines neuen Trainers. Mit Markus Etterer habe das Team die alte Spielfreude, und daraus resultierend Spaß und Erfolg zurückgewonnen. Nach den Misserfolgen zu Beginn der Saison habe die Mannschaft bis zur Winterpause in 6 Spielen 13 Punkte eingefahren: ein starker Zwischenspurt, wie der Spartenleiter erfreut feststellte. Als Tabellenzehnter mit insgesamt 17 Punkten und 5 Punkten Vorsprung zum Relegationsplatz habe man nun ein gutes, aber kein sicheres Polster.

Nach dem coronabedingten Stopp des Spielbetriebes warten Mannschaft, Trainer und Abteilungsleiter auf die baldige Fortsetzung der Saison. Noch gebe es kein grünes Licht des Verbandes, teilte Malik mit. Erlaubt seien derzeit lediglich Testspiele ohne Zuschauer.

Der Abteilungsleiter beleuchtete auch den Spielbetrieb der zweiten Mannschaft, die Teil einer Spielgemeinschaft mit dem SC Eschenbach II ist. Malik berichtete von einer unerwartet guten sportlichen Zusammenarbeit. Als Tabellenzweiter zum Ende der Saison 2018/19 zur Relegation für die A-Klasse berechtigt, konnte das Team durch einen 3:1-Erfolg gegen die SG Irchenrieth den Aufstieg feiern. Mit gleich zwei Aufstiegsmannschaften zum Saisonende 2018/19 sprach Malik von einem historischen Erfolgsjahr.

Diesen guten Nachrichten folgte ein Zwischenbericht über das enttäuschende Abschneiden der "Zweiten" in der Saison 2019/20, die mit nur 5 gewonnenen Punkten und einem katastrophalen Torverhältnis von 13:73 Toren derzeit den letzten Tabellenplatz belegt. Dank zollte der Spartenleiter Tim Pühl für die Teambetreuung. Anschließend ließ er Zahlen sprechen, lobte unter anderem den Rekordtorschützen Peter Dollhopf (22 Tore) sowie die Spieleinsätze von Florian Dötsch, Peter Dollhopf und Maxi Doreth in 32 von 34 Partien. Auch die Einsatzzeiten von Stefan Bauer in 30 Spielen und von Ralf Dollhopf in 29 Spielen fanden Anerkennung.

Die Ehrung langjähriger Stammspieler dokumentierte die Treue vieler Aktiver zu ihrem Heimatverein. Ehren- und Dankesurkunden überreichte Ralf Malik an Sebastian Burucker für 350 Spiele für die SpVgg Neustadt und an Dominic Dollhopf, der schon 300 Mal im Trikot der SpVgg auflief. Diesen Neustädter Fußball-Ikonen am nächsten kommen Tim Pühl, Johannes Fuchs und Ralf Dollhopf mit je 250 Einsätzen und Christin Miedel mit 200 Spielen. Urkunden gab es auch für Florian Dötsch, Stefan Bauer und Peter Kopp (alle 150 Einsätze).

Thomas Fischer, der Leiter der Jugendsparte und stellvertretender Vorsitzender, bedauerte: „Corona ist überall.“ Deshalb habe jeder, der Verantwortung für Veranstaltungen übernehme, "sein Kreuz zu tragen". Mit Blick auf die Zusammenarbeit mit den Nachbarvereinen aus Speinshart und Trabitz berichtete der Jugendleiter von sportlichen Erfolgen der Spielgemeinschaft. Insgesamt seien acht Kinder und Jugendliche in der SG aktiv. Abwarten heißt die Devise von Thomas Fischer zum Thema "Skiurlaub 2021". Coronabedingt bestehe noch viel Klärungsbedarf.

Von einem „Super-Team“ sprach Bürgermeister Wolfgang Haberberger in seinem Grußwort. Trotz der negativen Rahmenbedingungen durch die Coronakrise leiste der Verein eine tolle Arbeit, stellte er fest, dankte für die gute Zusammenarbeit mit der Stadt und erinnerte an gemeinsame schöne Veranstaltungen, wie die Aufstiegsfeiern im Vorjahr und den Festkommers aus Anlass des Stadtjubiläums. Der Bürgermeister sagte den vom Verein gewünschten Zaunbau zu und versprach beim Klassenerhalt der "Ersten" eine weitere Feier.

Eher formalen Charakter hatte eine Änderung der Vereinssatzung zur künftigen Terminfestlegung der Jahreshauptversammlung. Zustimmung gab es auch für einen Vorschlag von Vorsitzendem Bernd Deubzer auf Umschuldung der Kredite zur Finanzierung der Photovoltaik- und der Beregnungsanlagen. „Wir brauchen jeden Euro“, betonte der Vereinschef. Die Kreditneuaufnahme beträgt 20.000 Euro. Die bisherige monatliche Belastung von 690 Euro vermindert sich auf 250 Euro im Monat. Die neue Vereinbarung gilt ab 1. September 2020.

In der kurzen Diskussion wünschte sich Mannschaftskapitän Manuel Doreth im Namen des Teams eine bessere Pflege des Spielfeldes. „Der Rasen muss im Interesse flüssiger Kombinationen kürzer gehalten werden“, gab er zu Protokoll und bot sich an, die Mäheinsätze zu übernehmen. Vorsitzender Bernd Deubzer brachte einen Mähroboter in die Diskussion: Dafür gebe es schon Überlegungen. Jede Investition müsse allerdings mit den Finanzen des Vereins in Einklang gebracht werden.

Für Schmunzeln in den Reihen der Mitglieder sorgte ein weiterer Vorschlag von Manuel Doreth. „Eine Sauna im Sportheim wäre schon recht“, befand der Spielführer.

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