12.07.2021 - 15:55 Uhr
Neustadt am KulmOberpfalz

Trauergottesdienst in Neustadt am Kulm für ehemaligen Stadtrat Theo Tschirschnitz

Neustadt am Kulm nimmt Abschied von Theo Tschirschnitz. Pfarrer Hartmut Klausfelder wirft im Trauergottesdienst in der nach Pandemie-Maßgaben voll besetzten Dreieinigkeitskirche einen Blick zurück auf das Leben des langjährigen Stadtrats.

Trauergottesdienst für Theo Tschirschnitz in der Dreieinigkeitskirche in Neustadt am Kulm.
von Stefan NeidlProfil

Im Trauergottesdienst erinnerte Pfarrer Hartmut Klausfelder zunächst an Theo Tschirschnitzs Konfirmation 1964. Eines der damaligen Themen sei eine Bibelpassage gewesen, die sich auf zweierlei Arten übersetzen lasse: "Von niemandem das Ziel verrücken lassen" oder "Von niemandem den Siegespreis nehmen lassen". Beide Versionen waren für Klausfelder sinnbildlich für das Leben von Theo Tschirschnitz.

"Auf der einen Seite war er ein Mann, der stets seine Ziele verfolgt und erreicht hat. Auf der anderen war er ein Motorsportler, für den der Siegespreis wichtig war", sagte der Pfarrer. Zielstrebig und konsequent habe Tschirschnitz immer seine Meinung vertreten. Dabei habe er auch hartnäckig sein können.

Ein Spruch passte für den Geistlichen auf den Menschen Tschirschnitz: "Wer A sagt, muss auch B sagen – und dann das ganze Alphabet hindurch." Halbe Sachen habe es für ihn nicht gegeben.

Nach seiner Ausbildung als Kunstschmied hatte Tschirschnitz lange bei der Firma Siemens in der Schlosserei gearbeitet, bevor er Disponent wurde. Er gehörte 18 Jahre, von 1996 bis 2014, für FDP/Freie Wähler dem Stadtrat an – unter anderem als Vorsitzender des Rechnungsprüfungsaussschusses –, war bei der Feuerwehr sowie Vorsitzender und Sportleiter des Automobilclubs Kirchenthumbach. Seinen Töchtern Barbara und Anna habe er die Liebe zu Fahrzeugen und Technik weiter, merkte der Pfarrer an.

Nach der Heirat hatte er mit seiner Frau Christa in der Nachbarschaft seines Elternhauses ein Haus gekauft. Denn auch das sei Tschirschnitz immer ein großes Anliegen gewesen: "Er wollte ein Nest für die eigene Familie schaffen", betonte Klausfelder.

In den vergangenen Jahren litt Tschirschnitz an einer schweren Krankheit. Irgendwann sagte er selbst: "Ich kann nicht mehr." Am Samstag, 3. Juli, kam dann für ihn die Erlösung – trotz der Dauer seiner Krankheit schnell und überraschend.

Einer seiner größten Wünsche erfüllte sich deshalb nicht mehr: Tschirschnitz wollte noch ein letztes Mal am Steuer eines Fahrzeugs sitzen.

 

 

Kommentare

Um Kommentare verfassen zu können, müssen Sie sich anmelden.

Bitte beachten Sie unsere Nutzungsregeln.