06.11.2020 - 15:25 Uhr
Neustadt an der WaldnaabOberpfalz

70 Jahre Lobkowitz-Realschule Neustadt

Die Bildungseinrichtung ist eine der ältesten ihrer Art in Bayern und wollte das Jubiläum eigentlich am 20. November feiern. Doch Corona zwingt die Verantwortlichen zu Alternativen.

Die Lobkowitz-Realschule in Neustadt feiert 70. Geburtstag. Aus diesem Anlass gibt es statt eines Festakts ein Alternativprogramm.
von Thorsten Schreiber Kontakt Profil

Die Lobkowitz-Realschule blickt auf ihr 70-jähriges Bestehen zurück. Am 22. Juli 1950 beantragte der damalige Stadtrat beim Kultusministerium die Errichtung einer Mittelschule. Sie sollte dem Nachwuchs die Bildung für Berufe in Landwirtschaft, Handel, Handwerk, Industrie und Verwaltung sowie in pflegerischen, sozialen, technisch-künstlerischen und hauswirtschaftlichen Frauenberufen vermitteln. Neustadt zählte somit zu den ersten bayerischen Städten, die sich zur Errichtung einer Mittelschule entschlossen hatten, weiß Realschuldirektorin Irene Sebald.

Unterrichtsbeginn am 9. Oktober 1950

Am 9. Oktober 1950 begann der Unterricht mit 68 Schülern, einem hauptamtlichen Lehrer und zwei nebenamtlichen Pädagogen - allerdings noch ohne eigene Unterrichtsräume. Dem Entgegenkommen der Kirchenverwaltung war es zu verdanken, dass die beiden Klassen, getrennt durch eine hölzerne Wand, im katholischen Jugendheim untergebracht werden konnten.

Im vergangenen Schuljahr machten 95 Schüler die Mittlere Reife

Neustadt an der Waldnaab

Am 3. März 1952 erfolgte der Umzug ins „Knabenvolksschulhaus“. Zu Beginn des dritten Schuljahres besuchten 280 Buben und Mädchen die Bildungseinrichtung.

Hausaufgaben am Vormittag

Der heute 79-jährige Franz Birner, der ab 1953 in die Mittelschule ging, kann sich noch gut an die früheren Verhältnisse erinnern. Unterricht war am Nachmittag bis 18.15 Uhr, also "zur denkbar ungünstigsten Zeit". Die Hausaufgaben machten er und seine Mitschüler dann vormittags. Seine Klasse war die erste in den damals neuen Räumen. 1957 machte er seinen Abschluss. Seine Ehefrau Gerda Birner war von 1955 bis 1958 Schülerin. Später war sie fast 40 Jahre Sekretärin an der Realschule und dürfte noch vielen gut in Erinnerung sein.

Franz Birner erinnert sich an seine Zeit ab 1953 in der damaligen Mittelschule. Seine Frau Gerda war von 1955 bis 1958 Schülerin. Später war sie fast 40 Jahre Sekretärin an der Realschule und dürfte noch vielen gut in Erinnerung sein.

"Es war sehr schwer, mit Mädchen in Kontakt zu kommen. Die Mädchen mussten über die Treppe ins Schulhaus gehen, die Buben unten geradeaus. Wehe, wenn ein Bub auf der Treppe erwischt wurde. Der musste dann zum Rektor", erinnert sich Franz Birner. "Wir haben die Mädchen dann erst später kennengelernt."

Am 8. Januar 1954 beschloss der Kreistag die Übernahme der Trägerschaft für die Mittelschule und stellte im selben Jahr die Mittel für die Errichtung eines Schulgebäudes bereit, informiert Realschuldirektorin Sebald. Am 24. August 1954 erfolgte durch Landrat Christian Kreuzer der Spatenstich. Einweihung war am 12. September 1956. Am darauffolgenden Tag begann der Unterricht für 394 Schüler in elf Klassen in dem 1,1 Millionen D-Mark teuren Bau.

7523 Absolventen in 70 Jahren

Am 1. August 1965 wurde aus der Mittelschule die Realschule. Diese erreichte im Schuljahr 1969/70 einen absoluten Höchststand mit 828 Jugendlichen in 24 Klassen. Aktuell unterrichten 76 Lehrer 766 Schüler in 30 Klassen und 3 Gebäuden. Insgesamt haben in den 70 Jahren 7523 Absolventen ihre Mittlere Reife erhalten.

Corona macht dem Jubiläum allerdings einen Strich durch die Rechnung. "Wir hätten am 20. November einen Festakt gehabt, der pandemiebedingt abgesagt wurde", bedauert Sebald. Er soll aber im kommenden Sommer nachgeholt werden. Ein Termin steht noch nicht fest, die Entscheidung soll im Frühjahr fallen. Statt eines Jubiläums-Weihnachtskonzerts gibt es eine CD, außerdem wurden ein Festkalender und ein Jubiläumslogo erstellt, sagt die Schulleiterin. Auch die Homepage wird erneuert. "Wir feiern das Jubiläum mit alternativen Formaten."

Unterricht in Coronazeiten:

Hygienekonzept wird permanent angepasst

Im aktuellen Schuljahr mussten bisher zwei Klassen wegen Corona in Quarantäne geschickt werden, informiert Realschuldirektorin Irene Sebald. Das Hygienekonzept wird permanent aktualisiert. Die Schüler hätten sehr großes Verständnis und wollen Präsenzunterricht. Daher seien sie sehr diszipliniert, ebenso Lehrer und Eltern, lobt Sebald.

Mitmach-Aktion:

Realschule sucht ehemalige "Lobkos"

Das Gründungsjubiläum ist Grund, dass sich die Schulfamilie auf Spurensuche nach früheren "Lobkos" macht, die eine interessante Lebens- und Berufskarriere durchlaufen haben. Jeden Monat soll der Werdegang von Ehemaligen auf der Schulhomepage vorgestellt werden. Alle Ehemaligen sowie deren Verwandte oder Freunde können sich per E-Mail an Realschuldirektorin Irene Sebald, isebald[at]lobkowitz-realschule[dot]de, wenden.

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