04.05.2021 - 11:18 Uhr
Neustadt an der WaldnaabOberpfalz

Abtauchen in die Geschichte der Neustädter Wasserwacht

Zum 75-jährigen Bestehen gibt es für die Wasserwacht Neustadt ein neues Einsatzfahrzeug. Kein Luxus, das alte war bereits über 20 Jahre alt. Gefeiert wird dennoch nicht.

Vorsitzender Lukas Pensky und sein Stellvertreter Alexander Schuller (von links) freuen sich über das neue Einsatzfahrzeug der Wasserwacht Ortsgruppe Neustadt. Es sollte beim 75-Jährigen Jubiläum eine größere Rolle spielen.
von Hans PremProfil

Nun ist es endlich da, das lang ersehnte neue Einsatzfahrzeug der Wasserwacht Ortsgruppe Neustadt. "Die Anschaffung war auch dringend nötig", informierte Vorsitzender Lukas Pensky bei der Vorstellung.

Pensky ist nicht nur Vorsitzender der Neustädter Wasserwacht, sondern auch einer von fünf ausgebildeten Rettungstauchern. "Du bist dankbar, wenn du nach einem Einsatz aus zum Teil nur vier Grad kaltem Wasser steigst und dich im geheizten Bus aufrechtstehend umziehen kannst". Der neue Mercedes Benz – Sprinter 416 CDI bietet nun diese Möglichkeit mit einer Gesamthöhe von 2,90 Metern und einer Standheizung. Auch sonst ist das Einsatzfahrzeug sehr funktionell ausgestattet und speziell auf die Bedürfnisse der Wasserretter zugeschnitten.

"Wir sind 24 Stunden einsatzbereit. Jeder Rettungstaucher hält seine persönlichen Ausrüstungsgegenstände in einer Kiste bereit. Die lädt er in den Einsatzbus und innerhalb kürzester Zeit kann gestartet werden". Neoprenanzug und Sauerstofflaschen sind schon im Auto deponiert.

Wie mag das wohl früher gewesen sein, als der erste Rettungstaucher Nikolaus Kraus ausrücken musste? Es war überhaupt eine schwere Zeit nach dem Zweiten Weltkrieg, als die Neustädter Ortsgruppe am 1. Juni 1946 gegründet wurde. Erster Vorsitzender war Josef Eich, Stellvertreter Hans-Georg Heisig, Schriftführer Fritz Nachtmann und Kassier und Technischer Leiter Nikolaus Kraus.

Weitere Gründungsmitglieder waren Dr. Eduard Trottmann, Rudolf Merdan, Pauline Reiser, Wenzl Hofbauer, Günter Schwarzer und Adolf Homolka. Bereits drei Jahre später wurde die erste Diensthütte am Süßenloher Weiher und das erste Rettungsboot selbst gebaut. Trainer war damals Heinz Karras, der 1936 an den Olympischen Spielen teilgenommen hatte.

Neben dem Wachdienst im Neustädter Stadtbad und am Süßenloher Weiher wurden 1961 Wachdienste am Plößberger Weiher und 1968 in der neuen Schwimmhalle in der Kreisstadt übernommen. Weitere Meilensteine in der 75-jährigen Geschichte der Neustädter Ortsgruppe waren die Einweihung der neuen Rettungsstation 1976 am Süßenloher Weiher sowie die Einweihung der Freizeitanlage 1987. Dort wurde ein Wach- und Geräteraum übernommen und somit ins ehemalige Stadtbad zurückgekehrt. 1968 zählte die Ortsgruppe rund 100 Mitglieder, 1971 schon 300 und im Oktober 2015 sogar 500 Mitglieder. Aktuell halten der Neustädter Ortsgruppe 629 Mitglieder die Treue.

Die Neustädter Wasserwacht entwickelte sich in den 75 Jahren ihres Bestehens zu einer leistungsstarken Hilfsorganisation. Vor allem die Jugendarbeit wird im Verein großgeschrieben. Durch die regelmäßigen Schwimmkurse, an denen im Schnitt 50 bis 60 Kinder teilnehmen, wird den Kindern nicht nur das Schwimmen beigebracht, sondern auch die Freude am Schwimmsport vermittelt.

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Hintergrund:

Entwicklung der Ortsgruppe

  • Gegründet am 1. Juni 1946 von zehn Mitgliedern. Erster Vorsitzender war Josef Eich
  • Aktuell zählt die Ortsgruppe 629 Mitglieder und ist damit einer der größten Vereine in der Kreisstadt
  • Für das Jubiläumsjahr wären ein Kommersabend mit Festgottesdienst und Einweihung des neuen Einsatzfahrzeugs, ein 24-Stunden-Schwimmen und eine Carribean Night geplant gewesen.
  • Zu den Aufgaben zählen neben Einsätzen in Unglücksfällen oder der Suche nach Vermissten die Sicherheit am Süßenloher Weiher, der Schwimmhalle in Neustadt und in der Freizeitanlage
Ein Bild aus den 60er Jahren. Eine Übung mit einem Rettungstaucher in eiskaltem Wasser .
Eine Rettungsübung der Wasserwacht Ortsgruppe Neustadt heute mit moderner Ausrüstung.

 

 

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