Laut Stefan Löw aus Floß, AfD-Direktkandidat für den Stimmkreis Tirschenreuth bei der kommenden Landtagswahl, werden am Mittwoch, 10. Oktober, Stefan Räpple aus Baden Württemberg und Andreas Kalbitz aus Brandenburg erwartet. Beide sind Abgeordnete in ihren Landesparlamenten. Räpple geriet Ende Juli sogar in der eigenen Partei in die Kritik. Das hat mit einem Facebook-Post zu tun. Darin nannte der Kehler andere Parlamentarier laut Stuttgarter Zeitung unter anderem "fettgefressen", "kaputtgesoffen" und "Koksnasen". Das Landesverfassungsgericht sei zudem "komplett korrumpiert". Die AfD-Fraktion ruderte zurück, indem sie dies ausschließlich als Räpples Privatmeinung bezeichnete.
Auch nach den Vorfällen von Chemnitz Ende August bestückte Räpple seinen Facebook-Auftritt mit steilen Thesen, wie das Schwäbische Tagblatt in seiner Online-Ausgabe berichtet. Ein Justizvollzugsbeamter war vom Dienst suspendiert worden, weil er den Haftbefehl eines der mutmaßlichen Messerstecher von Chemnitz fotografiert und veröffentlicht hatte. Räpple hatte dem Mann postwendend einen Job angeboten. "Sie sind ein Held und genau so, wie alle meiner genialen Mitarbeiter Helden auf ihrem Gebiet sind, kann ich Sie und Ihre Expertise sehr gut in meinem Team brauchen."
Darüber hinaus stimmte Räpple 2016 gegen den Ausschluss seines Parteifreundes Wolfgang Gedeon, eines gebürtigen Chamers, der wegen antisemitischer Schriften die AfD-Fraktion nach langem Hin und Her verlassen musste.
Andreas Kalbitz zählt ebenfalls nicht zum gemäßigten Lager der Rechtspopulisten. In seiner Vita finden sich einige bräunliche Flecken. Unter anderem schwärmt laut dem Berliner Tagesspiegel Karl Richter, ein Münchner NPD-Mann von dem Brandenburger, der es als Landesvorsitzender und Fraktionschef bis in den AfD-Bundesvorstand gebracht hat. Richter wurde bekannt, weil er bei seiner Vereidigung als Stadtrat den Hitlergruß zeigte und eine Geldstrafe zahlen musste. Kalbitz streitet eine politische Freundschaft indes strikt ab.
Der "Stern" überschrieb ein Porträt über Kalbitz jüngst so: "Rechter als Gauland - dieser Soldat könnte die AfD übernehmen." Kalbitz sprach am Tag der deutschen Einheit in Mantel, der Heimat von AfD-Listenführer Roland Magerl. Magerl verweist jedoch darauf, dass der Gast aus Brandenburg vor allem Wunschkandidat von Benjamin Nolte aus Regensburg gewesen sei, der als Nummer zwei der Oberpfalz-Liste ebenfalls gute Chancen hat, demnächst im Landtag zu sitzen.














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