Neustadt an der Waldnaab
17.08.2020 - 10:49 Uhr

Anwohner am Neustädter Breiten Weg sind stinksauer

Schier überrollt vom Durchgangsverkehr werden seit Anfang August die Anwohner des Breiten Wegs. Schuld daran ist die Vollsperrung der B 15 in Altenstadt und die damit verbundene Umleitung.

Den Anwohnern des Breiten Wegs stinkt es momentan. Sie leiden seit der Vollsperrung der B15 in Altenstadt unter einer enormen Verkehrsbelastung ihrer ansonsten ruhigen Siedlungsstraße, obwohl die Straße nicht zur offiziellen Umleitungsstrecke gehört. Bild: prh
Den Anwohnern des Breiten Wegs stinkt es momentan. Sie leiden seit der Vollsperrung der B15 in Altenstadt unter einer enormen Verkehrsbelastung ihrer ansonsten ruhigen Siedlungsstraße, obwohl die Straße nicht zur offiziellen Umleitungsstrecke gehört.

Am Freitag trafen sich neun vom Verkehrslärm geplagte Anwohner des Breiten Wegs auf der Terrasse von Andrea Sonnauer, um ihrem Ärger über Verkehrslärm, Behinderungen und unangepasste Geschwindigkeit der Fahrzeuglenker Luft zu machen. Bei der Diskussion verstand man teilweise sein eigenes Wort nicht mehr. Fahrzeug um Fahrzeug rollte durch die 30er Zone an der Terrasse vorbei. 40 Pkw und 2 Busse zählte Andrea Sonnauer innerhalb von nur fünf Minuten. Zu den Stoßzeiten hat Gerhard Schuller größte Mühe, aus seinem Grundstück rückwärts auszuparken. „Wenn sich die Autofahrer nur ans Tempolimit 30 hielten“, ärgerte sich auch Norbert Fuhrmann. Viele kämen viel zu schnell den Berg herunter gefahren.

„Die bremst auch der Fahrbahnteiler mit erzwungenem Schlenker nach rechts am Ortseingang nichts. Viele Autofahren fahren einfach links vorbei“, ärgerte sich auch Michael Schmola. „Dabei ist die Umleitung über den Breiten Weg nicht einmal ausgeschildert“, stellte Gerhard Eismann fest. Die offizielle Ausschilderung des Staatlichen Bauamts Amberg-Sulzbach lenkt den Verkehr über den Tunnel zum östlichen Ortsrand der Kreisstadt.

Allerdings habe das Bauamt in einer Pressemitteilung erklärt, dass der nicht autobahnfähige Verkehr ab Altenstadt über die Staatsstraße 2395 Richtung Windischeschenbach und weiter über die Gemeindeverbindungsstraße „Breiter Weg“ bis Neustadt und umgekehrt in Gegenrichtung geführt werde. Für die Behörde beginnt der Breite Weg jedoch bereits an der Abzweigung an der Hohen Linde.

Die Wenigsten wissen das. Für sie ist beginnt der Breite Weg erst an der Ortsgrenze. Andrea Sonnauer verweist auf den regen Mail-Verkehr mit der Behörde, in dem sie ihrem Ärger über den starken Verkehrsfluss im Namen aller Anlieger Luft gemacht habe. Sie schlug darin auch eine nur halbseitige Sperre der Bundesstraße mit Ampelregelung vor. Die Behörde habe mitgeteilt, dass dies wegen der zu geringen Breite der Bundesstraße nicht möglich sei. In Abstimmung mit der Stadt sei vereinbart worden, dass die offizielle Umleitungsstrecke nicht durch das Wohngebiet führe. Es müsse zwischen offizieller Umleitung und den von den Autofahrern aufgrund ihrer Ortskenntnis oder die Benutzung durch Navis gefahrenen Strecke unterschieden werden.

Der Meinung ist auch Peter Forster, Geschäftsleiter der Stadt Neustadt. Er erklärte er am Freitag in Vertretung für den Rathauschef Sebastian Dippold, dass für die Zeit der Sperrung der B 15 ortskundige Autofahrer die nicht gewollte und ausgeschilderte Umleitungsstrecke über den Breiten Weg nutzten. „Die Stadt hat im Wohngebiet bewusst kein Parkverbot erlassen, damit die von Anwohnern geparkten Autos eine Art Verkehrshindernis für die Durchfahrer bilden, damit diese auch nur langsam in der Tempo-30-Zone fahren müssten.“

Die Stadtverwaltung habe auch auf Beschwerden der Anwohner die kommunale Verkehrsüberwachung mit Geschwindigkeitsmessungen beauftragt. Das Ergebnis kenne er noch nicht. Dass das erhöhte Verkehrsaufkommen in diesem Bereich von der Straßensperrung in Altenstadt herrühre, da sei er sich sicher. „Bei Straßensperrungen müssen die Anwohner häufig an anderer Stelle mit erhöhtem Verkehrsaufkommen rechnen“. Er gab jedoch auch zu bedenken, dass der Zeitraum bis Ende August doch sehr begrenzt sei.

Dies alles hilft den Anwohnern am Breiten Weg in ihrer derzeitigen Situation jedoch wenig. Sie müssen wohl noch einige Zeit mit den Blechlawinen durch ihr ansonsten ruhiges Siedlungsgebiet zurecht kommen. Sie appellieren daher an die Behörden, die offizielle Umleitung noch deutlicher und größer auszuschildern und an alle Autofahrer, sich an die ausgeschilderte Umleitung durch den Tunnel zu halten. Vielleicht wäre auch die Sperrung der Straße und Freigabe nur für Anlieger eine Lösung. Und wenn Fahrzeuglenker schon durch ihre Straße fahren, sollten sie sich zumindest an Tempo 30 halten.

Altenstadt an der Waldnaab11.08.2020
 
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