Neustadt an der Waldnaab
21.02.2023 - 14:40 Uhr

Bilder vom umstrittenen Bau: So soll die Felixallee in Neustadt künftig aussehen

Jetzt können es sich die Neustädter vor Augen führen: So könnte sich die Felixallee verändern, wenn das umstrittene Projekt Wirklichkeit wird. Die Stadt veröffentlicht genaue Darstellungen des Vorhabens.

Mehrere Tausend Euro investierte die Stadt – und das Ergebnis kann sich wohl sehen lassen: eine 3D-Visualisierung des Bauvorhabens "An der Felixallee", die ein unabhängiges Ingenieurbüro vorgenommen hat. In einer Pressemitteilung hat das Rathaus jetzt die Darstellungen veröffentlicht. „Die geplante Baumaßnahme wurde in aktuelle Hintergrundfotos eingepasst“, wird Bürgermeister Sebastian Dippold zitiert. Diese 3D-Visualisierungen seien keine Fotomontagen, sondern "geometrisch exakt vermessene Darstellungen, auf wenige Zentimeter genau“.

Im vergangenen Jahr war in der Bevölkerung der Wunsch einer Visualisierung der angedachten Wohnbebauung auf dem Krankenhaus-Areal laut geworden. Steigende Luftballons sollten die Dimensionen der geplanten Gebäude anzeigen. Dies sei sowohl vom Investor als auch von der Kliniken Nordoberpfalz AG, der Grundstückseigentümerin, abgelehnt worden, weil damit keine vernünftige Darstellung von Gebäuden erreicht werden könne. Nun habe die Stadt einen anderen Weg beschritten und durch das Ingenieurbüro Wiederer aus Neunburg vorm Wald die 3D-Visualisierung erstellen lassen, heißt es in der Mitteilung. Dippold: "Die Visualisierung ist kein verbindliches Modell, es wird aber das maximal Mögliche nach dem Bebauungsplan abgebildet." So würden die geplanten Gebäude mit ihren Fronten, Flächen, Höhen und Einbettungen in das abfallende Gelände exakt dargestellt. Die Bilder sind auch auf der Website der Stadt einsehbar: www.neustadt-waldnaab.de.

Dippold: Krankenhaus bleibt

Gegen die geplante Art der Bebauung wendet sich die Bürgerinitiative (BI) "Rettet den Felixberg", die sich vor kurzem gegründet hat. "Unrealistisch" nennt Dippold Befürchtungen, das Krankenhaus werde abgerissen, um Platz für weitere Wohnbebauung zu schaffen. "Es soll lediglich saniert werden und wird künftig in gewohnter Weise weiterbetrieben. Es gibt nach Angaben des Investors hier mit einzelnen Mietern langfristige Mietverträge." Insbesondere die Vermietung an das Hospiz sei laut Investor auf 25 Jahre notariell gesichert.

Für Anfang März hat die BI eine Infoveranstaltung organisiert, zu welcher sowohl Neustadts Bürger, als auch der Stadtrat samt Bürgermeister eingeladen sind. "Nach meinem Kenntnisstand liegt dem Investor keine Einladung vor", teilt Dippold mit. Er selbst werde nicht teilnehmen. "Ich werde eingeladen, und im nächsten Artikel stehen dann wieder Sachen gegen meine Person, die einfach nicht stimmen. Da kann man sich schon etwas veräppelt vorkommen." Nach einem Leserbrief vor wenigen Wochen sei ihm "mehrfach empfohlen" worden, Strafanzeige wegen Verleumdung zu stellen. "Davon sehe ich aber ab, das bringt doch in der Sache nichts.“

Freiwillige erste Auslegung

Einwände aus der Bevölkerung gab es bereits nach der ersten Auslegung des Bebauungsplans im letzten Jahr. „Diese Auslegung war nicht vorgeschrieben, sondern freiwillig, um die Öffentlichkeit mit einzubeziehen und bereits erste Fachstellen um Einschätzung zu bitten“, betont Dippold. „Die Einwände wurden alle durch unsere baurechtlichen Anwaltskanzleien weitgehend berücksichtigt und abgewägt.“

Auch hier sei die Stadt bereits weiter gegangen, als sie eigentlich müsste. So seien Gutachten für Verkehrsbelastung, Lärmemissionen, Baugrunduntersuchung und Entwässerung als auch eine Begutachtung der speziellen artenschutzrechtlichen Prüfung (saP) angeregt worden. Das Verkehrsgutachten der Planungsgesellschaft "Stadt-Land-Verkehr" habe ergeben, dass der Neuverkehr den bisherigen Verkehr des Knotenpunkts Felixallee/Georgstraße/Zacharias-Frank-Straße/Bildstraße kaum beeinflusse. Sowohl im Bestand als auch im "Planfall 2040" weise der Knotenpunkt die Bestbewertung Qualitätsstufe "A" auf. Die Planungen gemäß Bebauungsplan würden als verkehrsverträglich eingestuft. Auch die Ergebnisse aus dem Entwässerungsgutachten durch das Planungsbüro Wolfrum seien durchaus umsetzbar. Eine Rigole, eine Art Regenrückhaltung, sei notwendig, dann stünde vonseiten der Entwässerung nichts im Wege.

Vorhaben "deutlich reduziert"

In Verhandlungen sei die Stadt auf Einwände aus der Bevölkerung eingegangen und habe bereits einige Änderungen erreicht, sagt Dippold. So habe der Investor sein Vorhaben "deutlich reduziert", ein Gebäude wurde sogar vollständig aus dem Bebauungsplan gestrichen: Auf dem vorhandenen Parkplatz am ehemaligen Kreiskrankenhaus wird nicht gebaut. Ein Gebäude sei komplett um ein Stockwerk reduziert worden, die Baufelder verkleinert und die Gebäude näher aneinander platziert, um so den Abstand zu den Nachbargrundstücken zu vergrößern. Laut Dippold sei die Anzahl an nachgewiesenen Parkplätzen für das geplante Bauvorhaben übererfüllt. „Bis auf wenige Besucherparkplätze werden die Parkplätze unterirdisch sein."

„Wenn der Stadtrat die aktuelle Planfassung in seiner Sitzung im März billigt, geht es in die zweite Auslegung“, wird Christian Schell zitiert, der das Projekt für die Stadt im Rathaus betreut. „Wir werden anschließend gemäß Baugesetzbuch öffentlich auslegen, auch hier kann die Bevölkerung wieder Einwände bringen." Wenn im Laufe des Frühsommers die Ergebnisse der saP vorliegen, könne der Stadtrat die Satzung beschließen – oder ablehnen.

„Wir als Stadtrat wägen ganzheitlich ab, wir stehen nicht auf der Seite des Investors, sondern auf der Seite der Stadtentwicklung“, bekräftigt Dippold in der Mitteilung. „Wir müssen die Sache vollumfänglich betrachten." Man dürfe nicht außer Acht lassen, dass in diesem Baugebiet "einige Familien, Paare und Alleinstehende ein neues Zuhause bei uns in Neustadt finden können“.

Hintergrund:

Bürgerinitiative "Rettet den Felixberg"

  • Gründung: 9. Februar 2023
  • Sprecher: Stefan Hausdorf
  • Aktuell 50 Mitglieder
  • Ziel: "eine Bebauung des ehemaligen Kreiskrankenhaus-Areals in angemessener Art und Weise zu erreichen, wie sie in der aktuellen Wohnstruktur vorhanden ist". Das geplante Vorhaben sei überdimensioniert.
  • Öffentliche Infoveranstaltung am Freitag, 3. März, 18.30 Uhr, im ASV-Sportheim.
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Neustadt an der Waldnaab11.10.2023
 
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