11.10.2019 - 12:06 Uhr
Neustadt an der WaldnaabOberpfalz

Biogas und Wasserstoff: Landkreis Neustadt plant innovative Anlage

Beim Biomüll will der Landkreis neue Wege gehen. Zusammen mit der Stadt Weiden und dem Landkreis Tirschenreuth als Partner will er eine innovative Vergärungsanlage betreiben. Das Konzept steht – und klingt vielversprechend.

Ein vielversprechender Plan: Landrat Andreas Meier (rechts) bespricht das Biogas-Projekt mit (von links) Markus Sporrer (SM-Energy, TIR Energie), Kreisbaumeister Werner Kraus und Günter Stich (Zeno).
von Ralph Gammanick Kontakt Profil

Der Landrat ist überzeugt, dass er mit dem Gemeinschaftswerk mehrere Fliegen mit einer Klappe schlagen könnte: "Mit dieser Anlage schaffen wir nicht nur endlich eine wirklich sinnvolle Verwertungsmöglichkeit für unseren Biomüll, sondern wir binden auch die Bürger mit ein und treiben über ein Forschungsprojekt das Thema Wasserstoff im Landkreis konsequent weiter voran", erklärt Andreas Meier. All dies soll eine Biomasse-Vergärungsanlage schaffen. Die könnte nicht nur den Inhalt der Braunen Tonnen des Landkreises Neustadt zu regenerativer Energie umwandeln - Meier will zudem die Stadt Weiden und den Landkreis Tirschenreuth für eine Kooperation mit ins Boot holen.

Die Pläne sind weit gediehen, der Spatenstich könnte nach Meiers Meinung "schon bald" erfolgen. Auch ein Standort für die Anlage ist schon ausgespäht: Nach Meinung aller bisher am Projekt beteiligten Akteure wäre das Gelände der ehemaligen kreiseigenen Mülldeponie Kalkhäusl bei Weiherhammer geradezu ideal. Federführend errichtet würde die Vergärungsanlage laut Meier durch die SM-Energy GmbH aus Mitterteich, deren Geschäftsführer Markus Sporrer schon seit geraumer Zeit in Kontakt mit dem Landkreis stehe. Ihm und dem Landrat sei es gelungen, als Finanzierungs- und Projektpartner die Zeno-Energiegenossenschaft mit Aufsichtsratsvorsitzendem Günther Stich und Vorstand Boris Damzog sowie die TIR Energie eG (Energiegenossenschaft im Landkreis Tirschenreuth) für diese Idee zu gewinnen. Sporrer steht auch der TIR Energie vor.

"Die Kombination aus innovativer, regenerativer Energieerzeugung sowie damit verbundener, sinnvoller Verwertung unseres Biomülls in der Region hat uns letztlich sehr schnell von der Sinnhaftigkeit dieses Projekts überzeugt", betont Günter Stich. Durch das Genossenschaftsmodell der Zeno hätten die Bürger die Möglichkeit, von der finanziellen Wertschöpfung in der Region zu profitieren. "Insgesamt eine sinnvolle, ,runde Sache', freut sich auch SM-Geschäftsführer Sporrer. Er kann sich darüber hinaus die Trocknung von Klärschlamm durch abfallende Restwärme vorstellen.

Für Landrat Meier, der bereits selbst eine vergleichbare Vergärungsanlage der SM-Energy besichtigt hat, "gewissermaßen das Sahnehäubchen": In Professor Markus Brautsch von der OTH Amberg-Weiden begleitet ein Experte für Energieerzeugung und -nutzung das Projekt.

Brautsch habe erste Überlegungen angestellt, an die Anlage ein Forschungsprojekt zur Wasserstofferzeugung "anzudocken". Hier käme dem Landkreis die Anerkennung als "Wasserstoff-Modellregion" zugute, deretwegen solche Forschungsvorhaben finanziell gefördert werden können.

Meier verweist darauf, dass noch verschiedene Schritte unternommen werden müssen. So sollen die Standortkommunen in die Bauleitplanung eingebunden werden. Auch das soll "zeitnah" geschehen.

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