Die 800-Jahr-Feier der Stadt Neustadt hat zahlreiche positive Zeichen gesetzt. Auch zwei Persönlichkeiten aus längst vergangenen Tagen wurde dabei ein Denkmal gesetzt. Im Frühjahr stellte Hermann Wild sein Buch über den Maler Thaddäus Rabusky vor und nun bekommt der Komponist Franz Gleißner durch Karl Heinz Malzer ein literarisches Denkmal gesetzt.
Auf über 300 Seiten hat der ehemalige Musikpädagoge am Neustädter Gymnasium alles zusammengetragen, was für Gleißner und auch Neustadt wichtig ist. Er hat ein Werk geschaffen, das sicherlich über viele Jahre, wenn nicht sogar Jahrzehnte, für die Gleißnerforschung ein Standardwerk sein wird.
Malzer hat bei seinen Nachforschungen festgestellt, dass die Kompositionen des Neustädters in ganz Europa aufgeführt wurden. Und aus diesem großen Fundus an Gleißner-Werken wurden bei einem sicherlich unvergesslichen Konzert in der Neustädter Stadtpfarrkirche mit den Hofer Symphonikern, Solisten und Chören, Stücke aufgeführt, die alle begeisterten.
Gleißner hat sich aber nicht nur als Komponist große Anerkennung verdient. Ihm ist es zu verdanken, dass die Werke Mozarts nicht vergessen wurden. Er war der Erste, der nach dem Tod von Mozart die Werke ordnete und katalogisierte. Zusammen mit Senefelder entwickelte Gleißner den lithografischen Notendruck, eine für die damalige zukunftsweisende Entwicklung.
Dies alles fast Malzer in seinem Buch zusammen. Er geht von der Abstammung und den Kinderjahren Gleißners aus, reflektiert seine Schulzeit, lässt die Militärzeit aufleben und widmet sich natürlich der Zeit als „Music Compositeur“. Malzer erstellte auch ein Werkverzeichnis (mit Incipits).
Wichtig für die Herausgabe des Buchs war, einen Verein oder eine Organisation hierfür zu finden. Der Vorsitzende des Neustädter Museumsvereins, Bernhard Knauer, besprach dies mit seinem Vorstand und erklärte sich sofort bereit, behilflich zu sein. Malzer fand zahlreiche Unterstützer, unter anderem die Stadt und die Sparkasse. Auch der Bezirk Oberpfalz konnte für einen Zuschuss gewonnen werden. Bezirkstagsvizepräsident Lothar Höher überbrachte die freudige Nachricht: „Dieser Sohn der Oberpfalz und seine Werke haben eine Renaissance verdient.“ Er überreichte 930 Euro.
Bürgermeister Rupert Troppmann zeigte sich von dem ersten Exemplar begeistert. „Es ist mehr als beeindruckend, was wir in Neustadt in diesem Jahr alles auf die Beine gestellt haben und dieses Buch nun ist das i-Tüpfelchen.“ Anfang Dezember ging das Buch endlich in Druck, damit es noch vor Weihnachten auf den Buchmarkt kommt.













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