25.11.2019 - 15:42 Uhr
Neustadt an der WaldnaabOberpfalz

Bürgermeister Troppmann: "Sundays for Peace" statt "Fridays for Future"

Im Totenmonat November gilt das Gedenken vor allem den Opfern von Krieg und Vertreibung. Der Neustädter Bürgermeister Rupert Troppmann spricht sich für eine andere Gedenkkultur aus – in Anlehnung an "Fridays for Future".

Rupert Troppmann.
von Redaktion ONETZProfil

ONETZ: Herr Troppmann, Sie haben den Begriff "Sunday for Peace" geprägt. Was steckt dahinter?

Rupert Troppmann: Ich habe diesen englischen Begriff beispielhaft für den Volkstrauertag aufgegriffen. Leider erwecken Anglizismen mehr Modernität als die aussagekräftigeren deutschen Bezeichnungen. Bei diesem Tag dreht sich nicht alles um den Ersten und Zweiten Weltkrieg. Vielmehr geht darum, ein Zeichen gegen Krieg und Gewalt zu setzen. Und dessen sollten sich vorallem jüngere Menschen wieder bewusst werden. Da passt ein neuer Name wie "Sunday for Peace", zu deutsch: Sonntag für den Frieden oder ein ähnlicher Begriff gut zum aktuellen Zeitgeist. Damit lässt sich Interesse bei der Jugend wecken.

ONETZ: Finden Sie den Volkstrauertag zeitgemäß?

Rupert Troppmann: Der Tag an sich hat nichts von seiner Aktualität verloren. Noch immer gibt es viele Konflikte auf der Welt. Problematisch ist, dass gerade durch die stetig abnehmende Zahl an Zeitzeugen aus den beiden Weltkriegen Jugendliche keine Ansprechpartner mehr haben. Somit haben sie in den meisten Fällen auch keine direkte Beziehung zum Thema Krieg und dessen Folgen.

ONETZ: Was kann getan werden, um den jüngeren Generationen die Bedeutung dieses Tages näher zu bringen?

Rupert Troppmann: Um dem Vergessen entgegenzutreten, sollten wir die direkte Verbindung zwischen "Fridays for Future" und dem Sinn des Volkstrauertags den Jugendlichen und jungen Erwachsenen aufzeigen. Wenn wir nur einen Bruchteil der "Freitags-Zeit" für die Erinnerung an die Kriege und die derzeitigen Konflikte aufwenden würden, könnten wir mehr Verständnis für die Zukunft wecken.

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