27.05.2021 - 11:07 Uhr
Neustadt an der WaldnaabOberpfalz

Drehtag für zwei flotte Neustädter Seniorinnen

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Gerti Dorner und Christa Guber melden sich als Komparsen für den Film „Schweigend steht der Wald“. Wie so viele andere auch. Aber: Die beiden waren wohl mit Abstand die Ältesten am Set.

Christa Guber (links) und Gerti Dorner (rechts): Die beiden lebenslustigen Seniorinnen sind bei "Schweigend steht der Wald" zu sehen.
von KRBProfil

Gerti Dorner und Christa Gruber leben im Seniorenheim St. Martin in Neustadt. Beide sind schon jenseits des 80. Lebensjahres. Doch Gerti Dorner, die schon immer gerne Schauspielerin bei Theaterabenden war, wollte einmal zum Film. Und für ihre Mitbewohnerin Christa hat sie gleich auch die Bewerbung mitverfasst.

Im „Neuen Tag“ lesen sie von dem Filmprojekt und schon kurze Zeit später steht zumindest für Gerti Dorner fest: "Ich bewerbe mich." So einfach war das allerdings nicht. Zunächst bekommt sie über Oberpfalz-Medien eine Telefonnummer in Berlin, dann eine weitere in Weiden. „Ich sollte meine Bewerbung über das Internet schicken, aber das kann ich ja nicht. Ich habe weder einen Computer noch das Wissen dafür.“ Also verfasst Dorner eine handschriftliche Bewerbung an den Regisseur. 1100 Bewerber gibt es für die Komparsenstellen, nur 80 werden genommen. Mit dabei sind Gerti Dorner, 83, und Christa Guber, 81 Jahre. Die Bewerbung hat den Regisseur wohl neugierig gemacht: Dorner schrieb am 28. März: "Sehr geehrter Herr Regisseur, ... ich bin 82 Jahre, korpulent, fahre mit dem Rollator, trage eine Brille, und die eigenwillige Frisur lässt sich machen". Dann schreibt Dorner von ihrer Erfahrung als Hobbyschauspielerin und bringt auch gleich ihre Freundin Christa geschickt ins Spiel: "Meine Freundin mit ähnlicher Begabung möchte ich auch vorstellen. 80 Jahre Brillenträgerin und sehr originell."

Heimleiterin Stefanie Schricker konnte es kaum glauben, als sie davon erfuhr. Dorner hatte ihren Einsatz schließlich in Floß, Christa Guber in Neustadt.

Schricker muss immer wieder hellauf lachen, wenn die lebenslustige Seniorin von ihrem Abenteuer erzählt. Mit der Heimleiterin sei Dorner zu ihrem Drehtaggefahren und dort von einem jungen Mann namens Luca umsorgt worden.

"Auch zur Maske musste ich, aber eine Naturschönheit hat damit keinerlei Probleme", scherzt Dorner. Ihr Auftritt: Dorner musste mit dem Rollator auf dem Gehsteig spazieren gehen. Nach wenigen Augenblicken war es schon wieder vorbei. "Ich hab dann auch ganz bescheiden wegen der Gage nachgefragt und tatsächlich, es gab eine kleine Entschädigung“, berichtet die Seniorin.

Guber hatte ihren Einsatz in Neustadt beim Lebensmittelgeschäft Kraft.

Der Einsatz der beiden Damen hat anscheinend auch positiven Eindruck bei den Filmleuten hinterlassen. „Melden sie sich doch bei einer Komparsenagentur. Wir brauchen immer wieder auch ältere Schauspieler“, lautete deren Rat. Für Gerti Dorner eine reizvolle Idee. Doch dazu bräuchte sie natürlich einen Fahrer und hier musste die Heimleiterin gleich abwinken. „So hatte ich eine relativ kurze Filmkarriere. Kaum hatte sie begonnen, ist sie auch schon wieder zu Ende“, schmunzelt Dorner.

Ein Neustädter Laden wird von der Filmcrew belagert

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