17.01.2020 - 10:31 Uhr
Neustadt an der WaldnaabOberpfalz

Drei Experten gegen "unwirtschaftliche und umweltzerstörende" Stromtrassen

Die Bürgerinitiative gegen die Stromtrasse steckt nicht auf. Bei einer großen Infoveranstaltung am Mittwoch, 22. Januar, schickt sie drei Experten in den Kampf gegen den Süd-Ost-Link.

Vor der Stadthalle Neustadt demonstrierten im September die Stromtrassengegner. Drinnen wollen sie am 22. Januar umfassend zum Thema informieren.
von Ralph Gammanick Kontakt Profil

Das Verfahren läuft, die aktuellen Pläne zum Verlauf des Stromtrassen-Korridors liegen ab 20. Januar im Neuen Rathaus in Weiden aus. Doch die Bürgerinitiative "Neustadt-Weiden für eine dezentrale Energiewende" gibt nicht auf. In einer Informationsveranstaltung am Mittwoch, 22. Januar, in der Stadthalle Neustadt/WN will sie nochmals verdeutlichen, dass der ihrer Ansicht nach "überdimensionale Netzausbau" des Süd-Ost-Links überflüssig sei.

Nachdem die Bundesnetzagentur die Vorzugstrasse festgelegt hat, kündigt die BI dazu ausdrücklich eine "ausführliche und rationale" Reaktion sowie eine "zuverlässige und umfassende Information" an: Drei Experten beleuchteten die Netzentwicklung, die rechtliche Situation und die Chancen einer dezentralen Energiewende. Prof. Dr. Lorenz Jarass soll Ergebnisse einer Studie präsentieren, für die er den Netzentwicklungsplan untersucht hat. Kernaussage: Die Nichtberücksichtigung der Netzausbaukosten sei ein ausschlaggebender methodischer Fehler, der die gesamte Bedarfsanalyse des aktuellen Netzentwicklungsplans (NEP) in Frage stelle. Der Ausbau eines überdimensionierten Übertragungsnetzes sei unwirtschaftlich, unsozial, umweltzerstörend und für die Energiewende kontraproduktiv. Er diene nicht der Versorgungssicherheit, sondern überwiegend dem europaweiten Handel mit Atom- und Kohlestrom und gefährde damit die Einhaltung der Klimaziele.

Zu Wort kommt ferner Rechtsanwalt Wolfgang Baumann, der den Landkreis Wunsiedel und die Stadt Schwandorf in dieser Sache vertritt. Er erläutert seine rechtliche Beurteilung auch im Hinblick auf die umweltrelevante Zerstörung von Feldern und Fluren. Und Rainer Kleedörfer, Vorstandsmitglied eines der größten deutschen Energieversorger (N-ERGIE Nürnberg), will die Machbarkeit einer dezentralen Energiewende ausschließlich mit erneuerbaren Energien darlegen.

Der Infoabend, der am Mittwoch um 19.30 Uhr beginnt, richtet sich laut BI an alle Bürger, sei von besonderem Interesse jedoch für betroffene Grundstückseigentümer, Kommunen und Verbände. Obwohl der Wahlkampf in vollem Gange ist, seien bewusst keine Parteipolitiker als Redner eingeladen, teilen die Veranstalter mit. "Wir wollen im Gegenteil allen Politikern die Möglichkeit einer politisch neutralen Information geben, damit sie selbst entscheiden können, wie sie die BürgerInnen ihrer Kommune, ihres Landkreises vor Schaden bewahren können."

Neustadt an der Waldnaab

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