11.09.2019 - 20:53 Uhr
Neustadt an der WaldnaabOberpfalz

Neustadt/WN: Hubert Aiwanger spricht Trassengegnern Mut zu

Vor Beginn der BR-Bürgersendung "Jetzt red i" in der Neustädter Stadthalle protestieren rund 150 Demonstranten lautstark gegen die geplante Stromtrasse Süd-Ost-Link. Als Minister Aiwanger eintrifft, macht er den Trassengegnern Hoffnung.

Vor der BR-Bürgersendung "Jetzt red i" in der Neustädter Stadthalle spricht Wirtschaftsminister Hubert Aiwanger zu den Gegnern der geplanten Stromtrasse Süd-Ost-Link.
von Tobias Gräf Kontakt Profil

"Vielen Dank, dass Sie die Trasse kritisch hinterfragen. Ich glaube, dass die Würfel noch nicht endgültig gefallen sind", sagt Hubert Aiwanger unter Applaus zu rund 150 Gegnern der geplanten Höchstspannungsleitung Süd-Ost-Link vor der Stadthalle Neustadt. Der Wirtschaftsminister ist am Mittwochabend Gast bei der BR-Bürgersendung "Jetzt red i" in der Kreisstadt. Darin wird der Politiker mit den Bürgern über das Thema "Streit um die Stromtrassen - Wie schafft Bayern die Energiewende?" diskutieren.

Schon vor Sendungsbeginn um 20.15 Uhr organisierte das "Aktionsbündnis gegen die Süd-Ost-Trasse" eine Demonstration. Um den Protest zu unterstützen reisten Gegner des Netzausbaus sogar aus Hof, dem Nürnberger Land und aus Donaustauf an. Josef Langgärtner und Dörte Hamann vom Aktionsbündnis hielten Ansprachen.

"Reine Profitgier"

"Die Stromtrasse ist inakzeptabel, sie wird nur aus reiner Profitgier für den europäischen Stromhandel gebaut. Für die Versorgung der Menschen in der Region ist sie nicht nötig", sagt Hamann. Die Weidenerin sieht einen Widerspruch: "Die Trasse wird nicht vor 2030 in Betrieb gehen. Schon 2022 wird aber das letzte AKW in Bayern abgeschaltet." Die Frage, ob man mit ihr den Atomausstieg kompensieren könne, stelle sich folglich nicht.

Auch Aiwanger ließ starke Zweifel an der Leitung durchblicken. "Ich sehe Sie nicht als Störenfriede und mich nicht als Blockierer, wenn wir die Leitung hinterfragen", sagte er zu den Demonstranten. Wir müssen jede Trasse zehn Mal kritisch hinterfragen. Denn je weniger wir unserer Heimat aufbaggern müssen, umso besser." Zwar sei die gegenwärtige Beschlusslage klar und der Süd-Ost-Link in der Planung festgeschrieben, aber: "Bis zum Baubeginn vergehen noch einige Jahre. Hoffen wir, dass die Welt dann eine andere ist. Wir dürfen den Kopf nicht in den Sand stecken."

Aiwanger will Windkraft

Aus ganz Nordbayern reisten die Demonstranten an, um in Neustadt ihrem Unmut Luft zu machen.

Aiwanger machte den Trassengegnern Mut. "In der Zwischenzeit müssen wir Alternativen aktiv voranbringen." So sei die Kraft-Wärme-Kopplung und Photovoltaik eine bessere Lösung als neue Leitungen. "Auch Windräder würde ich mir noch mehr wünschen", sagte der Freie-Wähler-Politiker. Neue Windkraftanlagen seien deutlich effizienter als alte. "Mit einem Windrad können wir inzwischen fünf alte Anlagen ersetzen und Strom für 5000 Bürger erzeugen."

Neustadt an der Waldnaab

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