07.05.2020 - 11:42 Uhr
Neustadt an der WaldnaabOberpfalz

Engel für das Neustädter Seniorenheim St. Martin

Was machen, wenn man noch immer nicht in die Schule kann und nicht einmal Oma und Opa im Seniorenheim besuchen darf? Während der Coronakrise werden Neustädter Grundschüler besonders kreativ.

Passend zur Geschichte haben die Grundschüler viele Engelsbilder gemalt.
von KRBProfil

Religionspädagogin Christa Bauer-Denz hatte die Idee und rief gemeinsam mit Konrektorin Anja Steinsdörfer und dem Lehrerkollegium die Aktion „Grundschule Neustadt goes Social“ ins Leben. Dabei wurden die Schüler dazu aufgefordert, fleißig Briefe zu schreiben. „Die Bewohner des Heims durften seit dem 2. April aus Sicherheitsgründen ihr Zimmer nicht mehr verlassen. Sie waren sehr alleine und traurig. Deshalb wollten wir ihnen mit Bildern, Briefen und Bastelarbeiten eine Freude machen“, war die Überlegung der Lehrerinnen. Zahlreiche bunte Bilder und Texte wurden daraufhin durch die Kinder ans Seniorenheim St. Martin in Neustadt geschickt. „Sogar Geldspenden waren in einigen Umschlägen“, freut sich Anja Steinsdörfer.

"Die Senioren freuten sich riesig über die Bilder", berichtet Heimleiterin Stefanie Schricker. „Die Bilder wurden überall in den Zimmern aufgehängt.“

Jetzt nach Ostern hat Christa Bauer-Denz die Aktion wieder aufleben lassen. Jetzt lautet das Motto: Engel für das Altenheim. Die Schüler sollten dazu ein digitales Buch mit dem Titel „Opas Engel“ lesen. In dieser Geschichte ging es um einen kranken Großvater, der im Krankenhaus lag. Dieser erzählt seinem Enkel sein Leben. Beide sitzen sie Hand in Hand, und der kleine Junge hört von den verschiedenen Abenteuern und Streichen. Am Ende stellt Opa fest: „Ich hatte viel Glück im Leben." Obwohl er sich immer voller Energie in seinen Alltag stürzte und keiner schwierigen Situation aus dem Weg ging, ist ihm nie etwas wirklich Schlimmes passiert. Dabei war ihm kein Baum zu hoch, keine Gegend zu einsam und kein See zu tief. Als er erwachsen wurde, kam der Krieg und mit ihm schwere Zeiten voller Hunger und Gewalt.

Er hat eine Familie gegründet, ein Haus gebaut und ist schließlich Großvater geworden. Zufrieden schaut er auf sein Leben zurück.

Der Text ist nur die eine Hälfte des Buches. Jutta Bauer fügt der Geschichte durch ihre Aquarelle eine weitere Dimension hinzu und zeigte eine Wahrheit, die hinter dem Sichtbaren verborgen ist: Von Anfang an kann der Betrachter mitverfolgen, wer schützend seine Hand über den Großvater hält. Aus der steinernen Engelfigur, an der er jeden Morgen achtlos vorbei geht, löst sich ein in Umrissen erkennbarer Schutzengel, der ihn durch alle Stationen des Lebens begleitet. Der Engel wird vom Großvater nicht erwähnt, aber der Leser sieht auf den ersten Blick, was es mit der plötzlich lebendig werdenden Skulptur auf sich hat.

Die Schüler durften Engel basteln und bei der Bäckerei Hauer abgegeben. Anschließend wurden sie von Christa Bauer-Denz und Angelika Luber zum Altenheim gebracht.Eine Überraschung kam noch dazu: Eine Mutter hatte auch für alle Heimmitarbeiter Engelanhänger gebastelt.

Eine Mutter hat auch für alle Heimmitarbeiter Engelanhänger gebastelt.
Die Kinder denken an die Senioren im Heim St. Martin,
Die Kinder haben fleißig Engelsbilder passend zur Geschichte gemalt.
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