22.07.2019 - 11:43 Uhr
Neustadt an der WaldnaabOberpfalz

Fäden und Farben

Im Ausstellungsgebäude des Kunstvereins Hausfluss an der "Alten Schießstätte" ist wieder Leben eingekehrt. Zwei Künstlerinnen aus dem fränkischen Raum zeigen von der Natur inspirierte Werke aus Farben und Fäden.

von PMLProfil

Das Sommernachtskino des Kunst- und Kulturvereins Hausfluss hat in Neustadt inzwischen eine lange Tradition und ist ein beliebtes Ereignis in der Kreisstadt. Aber es ist nicht die einzige Veranstaltung, die der Kunstverein im Sommer organisiert. Parallel dazu „schauen wir, dass wir einmal im Jahr einen Galeriebetrieb machen“, wie zweiter Vorstand Peter Troppmann bei der Eröffnung der Kunstausstellung am Sonntagabend erklärt.

„Bei den Kinoabenden haben wir immer 100 oder 150 Leute da, die wollen oft noch etwas sehen vom Haus. Früher mussten wir dann sagen, dass es leer ist.“ Daher lädt der Kunstverein zu diesen Terminen verschieden bekannte und unbekannte Künstler aus der Region und von weiter weg dazu ein, ihre Werke in der „Alten Schießstätte“ direkt an der Waldnaab zu präsentieren. „Wir hatten schon sehr schöne Veranstaltungen mit den Neustädter Künstlern“, aber auch Werke eines Bildhauers aus Ungarn oder auch die Bilder von Schülern des Neustädter Gymnasiums."

Dieses Jahr sind dem Ruf die beiden Künstlerinnen Stephanie Löw und Michaela Schwarzmann gefolgt, die ihre Werke unter dem passenden Titel „Am Fluss“ präsentieren. Beide stammen aus Franken und haben an der Akademie der Bildenden Künste in Nürnberg studiert.

Stephanie Löw zeigt einige ihrer Werke bei denen sie Gemaltes mit Genähtem auf Leinwand kombiniert, etwa eine Bäuerin mit Sense. Aber auch viele der Bilder ihrer „Wildkräuter“-Serie beeindrucken die Besucher der Vernissage. Für diese hat sie aus gesammelten Kräutern und Blättern mit Tempera-Farben Muster und Strukturen in erdigen, gedeckten Farbtönen auf Leinwand gedruckt. „Wir sind beide keine Städterinnen, und ich bin schon immer viel im Wald unterwegs gewesen“, erklärt Löw. „Die meisten der gezeigten Pflanzen sind sogar essbar.“ „Kunst ist schon immer von der Natur inspiriert worden“, fügt Schwarzmann hinzu.

Diese zeigt in der „Schießstätte“ viele ihrer Werke, bei denen sie transparentes Papier mit Naturmotiven kombiniert. Schwarzmann ergänzt ihre Bilder ebenfalls mit Stickereien oder Näharbeiten im Papier. Linien, die etwa auf den ersten Blick gezeichnet wirken, erkennt man bei genauerem Hinsehen als eingenähte Elemente. Dabei geht es ihr vor allem um die Verbindung von Licht und Natur. Ihre Bilder hängen als luftige, transluzente Elemente vor den Fenstern des Ausstellungsgebäudes und verschmelzen so fast mit dem Flussufer im Hintergrund. Auch einige ihrer Arbeiten, bei denen sie aus Papier vernähte Objekte, beispielsweise Lotusblätter oder Schiffe, geschaffen hat, gibt es zu entdecken.

Die Ausstellung kann während der Abende des Sommerkinos (2. bis 4. August) besucht werden. Außerhalb der Öffnungszeiten können mit dem Vorsitzenden des Kunstvereins, Stephan Argauer, Telefon 0171/1845855, individuelle Führungen vereinbart werden.

Michaela Schwarzmann im Internet

Stephanie Löw im Internet

Der Kunst- und Kulturverein Hausfluss e.V. im Internet

Kommentare

Um Kommentare verfassen zu können, müssen Sie sich anmelden.

Bitte beachten Sie unsere Nutzungsregeln.