03.01.2020 - 11:03 Uhr
Neustadt an der WaldnaabOberpfalz

Falscher Gelber Sack sorgt für Verwirrung

Gehören Dosen in den Gelben Sack? Sammeltüten, die derzeit im Kreis Neustadt/WN in Umlauf sind, empfehlen genau das. Das Landratsamt widerspricht.

Einige gelbe Säcke sind derzeit im Kreis Neustadt unterwegs, waren aber für andere Regionen gedacht: Dosen gehören im Kreis nämlich nicht in die Säcke, sondern in Container.
von Stefan Zaruba Kontakt Profil

Zum Jahreswechsel greifen viele Landkreisbürger wieder zum neuen Jahreskalender der Abfallberatung, tragen Abfuhrtermine ein oder blättern durch das Heftchen auf der Suche nach Tipps und den aktuell geltenden Richtlinien. Darunter die Ansage: Dosen gehören nicht in den Gelben Sack. Auf einigen Sammeltüten steht es aber ausdrücklich anders.

Auf Gelben Säcken ist aufgelistet, was hinein soll. Unter "Metalle" werden auf den Säcken, die aktuell im Umlauf sind, Konserven genannt, Getränkedosen und Verschlüsse. Dazu ist eine geöffnete Dose abgebildet und daneben ein Kronkorken. Das steht im Widerspruch zur offiziellen Infobroschüre des Landkreises, in der es heißt: "Nicht in den ,Gelben Sack' dürfen ... Wertstoffe, die über andere Sammelsysteme erfasst werden (z.B. Dosen und Kronkorken ...)" Was gilt?

Das Landratsamt klärt auf Nachfrage von Oberpfalz-Medien auf: "Dosen werden im Landkreis Neustadt/WN in den Dosencontainern gesammelt. Da wir die Straßensammlung der Gelben Säcke haben, soll dies so beibehalten werden." Die verhältnismäßig schwereren und scharfkantigen Dosen würden die Säcke vor oder bei der Abholung aufreißen.

In Weiden müssen die Gelben Säcke zu den Containern an Sammelplätzen gebracht werden - deshalb könnten in der Stadt die Dosen in die Gelben Säcke gegeben werden.

Die Verwirrung erklärt das Landratsamt mit einem Tüten-Notstand: Dem mit der Sammlung beauftragten Unternehmen sei vor einiger Zeit ein Lieferproblem mit den Gelben Säcken widerfahren. "Um Versorgungsengpässe zu vermeiden" habe der Lieferant zur Überbrückung andere Säcke weitergegeben - inklusive Aufdruck, dass man Dosen und Kronkorken in den Gelben Sack geben könne.

Die für den Kreis bestimmten “normalen Säcke” kämen wieder ohne Dosen-Aufdruck, heißt es weiter.

Auch zwei Befürchtungen tritt das Landratsamt entgegen: Wegen irrtümlich eingetüteter Dosen werde das Entsorgungsunternehmen keine Säcke “stehen lassen”. Und: "Die Sortierung ist ebenfalls sichergestellt."

Apropos sortieren: Zum Dosenrecycling wurde den Bürgern einstmals der Magnettest empfohlen, um "eiserne" Dosen von anderen zu trennen. Das hat sich überlebt, wie die Abfallberatung am Landratsamt erläutert: "Eine Unterscheidung zwischen Stahl- und Leichtmetalldosen ist nicht mehr erforderlich. Die Dosen können nachträglich durch Magnetabscheider sortiert werden."

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