Neustadt an der Waldnaab
02.05.2023 - 10:38 Uhr

Flosser Burschen stehlen Neustädter Maibaum

Nicht am Bauhof, sondern in einer Lagerhalle etwas außerhalb hatte die Stadt Neustadt ihren Maibaum am Wochenende versteckt. Es nutzte nichts. Einige junge Leute bekamen Wind davon – und schlugen zu.

Ausgerechnet die Kreisstadt hat Chancen auf den fiktiven Titel „Ort mit den meistgeklauten Maibäumen der Nordoberpfalz“. 2014 war ein Exemplar medienwirksam im Auftrag des Radiosenders Antenne Bayern in Neustadt gestohlen worden. In der Nacht zum Samstag schlug ein 14-köpfiges Kommando aus Floß erneut zu, das bereits vor zehn Jahren einmal den Frühlingsboten aus einer Halle entführt hatte. Nach der Zusage von zehn Kisten Bier und einer Brotzeit brachten die Diebe um Klaus Jakob das gute Stück zurück. Aus Angst um die Statik, wurde der geklaute Baum aber nicht mehr am Stadtplatz aufgestellt. Für Bürgermeister Sebastian Dippold überhaupt kein Problem: „Ich hab ein Sägewerk in der Stadt. Die können mir von einem Tag auf den anderen zehn Maibäume schnitzen.“

Also stand am Montagnachmittag für das Maibaumfest am Stadtplatz ein Ersatzbaum, ohne dass allzu viele Neustädter von dem Klau am Wochenende zuvor überhaupt wussten. Der Stimmung tat dies keinen Abbruch. Das Entrinden des Baums war nicht mehr möglich, auch auf die Vereinsabzeichen musste in diesem Jahr verzichtet werden. Von der Gärtnerei Steinhilber wurden Girlanden sowie ein Band in den Stadtfarben zur Verfügung gestellt. So war der neue Baum zumindest etwas geschmückt. Den Stamm stellte die Firma Kreuzer aus Lanz mit einem Kran auf.

Dippold begrüßte die zahlreichen Besucher: „Wir haben heuer einen Biobaum. Und den Maibaumklauern darf ich eines sagen: Bevor uns die Bäume ausgehen, gehen euch die Traktoren aus.“ Rudi Bäumler vom OWV sprach ebenfalls ein paar passende Worte zum Maibaumfest. Die Bürgerwehr und die Marketenderinnen hatten alle Hände voll am Ausschank zu tun.

 
Kommentare

Um Kommentare verfassen zu können, müssen Sie sich anmelden.

Bitte beachten Sie unsere Nutzungsregeln.

Klicken Sie hier für mehr Artikel zum Thema:
Zum Fortsetzen bitte

Sie sind bereits eingeloggt.

Um diesen Artikel lesen zu können, benötigen Sie ein OnetzPlus- oder E-Paper-Abo.