06.08.2019 - 10:36 Uhr
Neustadt an der WaldnaabOberpfalz

Geistliche Musik aus jungen Kehlen und flinken Fingern

Wunderbar und wahr: Zwei junge Damen und ein junger Herr bitten zum Konzert mit geistlicher Musik aus vier Jahrhunderten und die Zuhörer kommen zahlreich.

Schwelgende Musicaltöne: Elisabeth Dommermuth, Raphael Ernst und Eva Dommermuth.
von Harald BäumlerProfil
Glückliche Künstler nach vollem Einsatz: Raphael Ernst zwischen Elisabeth und Eva Dommermuth.

Die Wallfahrtskirche St. Felix war am Sonntagabend sehr gut besetzt und der Altersdurchschnitt des Publikums auffällig niedriger als sonst. Drei junge Künstler aus der Region – Elisabeth Dommermuth (Sopran), Raphael Ernst (Bariton) und Eva Dommermuth (Klavier) hatten ein Programm kurzweiliger Werke bekannter Komponisten zusammengestellt.

Dabei dominierten die großen deutschen Namen wie Bach, Mozart, Beethoven, Mendelssohn-Bartholdy und Brahms. Frankreich und andere Länder kamen mit Faure, Franck und Gounod sowie Durante und Grieg ebenfalls zur Geltung. Es blieb sogar Zeit für einen Ausflug nach Russland mit Bortnjanski.

Eva Dommermuth bewältigte bewundernswert ihre Doppelrolle als Moderatorin und Pianistin. Auf diese Weise hatte sie kaum auf eine Minute Pause. Mit humorigen Nebensätzen schuf sie eine gewisse Distanz zu den überernsten musikwissenschaftlichen Beschreibungen, die vielfach zu lesen sind. In der Ankündigung des „obligatorischen Bach-Chorals“ war das Quäntchen an musikkabarettistischem Tonfall nicht zu überhören.

Pianistisch bewältigte sie ihr Programm mit Bravour. Absolut sicher in Tempo und Dynamik, assistierte sie den beiden Sängern als zuverlässige Begleiterin am weißen E-Piano. Auch solistisch beschenkte sie das Publikum mit einer wohlklingenden Interpretation des Intermezzo op. 117 Nr. 2 von Brahms, das bei Wiedergabe auf einem Flügel klanglich sicher noch um einiges gewonnen hätte.

Ihre Schwester Elisabeth Dommermuth bewies sich an den Klassikern (Ave Verum von Mozart, „Ich liebe dich“ von Grieg, Panis Angelicus von Franck). Mit ihrer wohlklingend hellen Sopranstimme und sicherer Intonation beeindruckte sie die aufmerksamen Zuhörer, die mit Applaus nicht sparten. Besondere Aufmerksamkeit erregte Durantes Mariengebet „Vergin tutto amor“.

Raphael Ernst, in Neustadt bestens bekannt, rühmte im Zusammenspiel mit den anfänglich noch läutenden Angelus-Glocken „Die Ehre Gottes aus der Natur“ aus der Feder von Beethoven. Auch Arcadelts „Ave Maria“ und Bortnjanskis „Ich bete an die Macht der Liebe“ fanden in dem Bariton einen einfühlsamen Interpreten. Mit viel Gefühl und wohlverständlicher Aussprache erklang das innige „Sei stille dem Herrn“ aus Mendelssohns Oratorium „Elias“. Intonationssicher, voller Dramatik und Dynamik vom flüsternden Pianissimo bis zum großen Fortissimo gestaltete er Gounods dreiteilige Vergebungsbitte „Repentir“.

Als Zugaben erklangen zwei Hits aus den Musicals „Les Misérables“ und „Cats“. Man spürte sofort, dass sich alle Künstler auch in dieser Sparte sehr wohl fühlten.

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