29.05.2019 - 11:37 Uhr
Neustadt an der WaldnaabOberpfalz

"Gemeinsam stärker" in die Zukunft

Die „Initiative zur Förderung des Tennissports im Großraum Neustadt/WN-Weiden“ feiert erste Erfolge: 21 Klubs beteiligen sich heuer am „kostenlosen Spielen untereinander“.

„Miteinander den Tennissport fördern“ – so lautet das Motto der „Initiative zur Förderung des Tennissports im Großraum Weiden-Neustadt/WN“.
von Autor LSTProfil
Uwe Dressel, Mitglied der Bezirks-Vorstandschaft des Bayerischen Tennis-Verbandes (BTV) für Vereinsberatung, Ausbildung und Entwicklung sowie Vorsitzender der TG Neunkirchen, rief 2017 die inzwischen sehr aktive Initiative ins Leben.
Die Tennis-Klubs aus der Region, hier die Vertreter beim letzten Treffen, beschreiten neue Wege, die erste Früchte tragen.

Ende Oktober 2017 wurde der Grundstock gelegt. Mittlerweile kann die damals bei der Tennis-Gemeinschaft (TG) Neunkirchen neu ins Leben gerufene „Initiative zur Förderung des Tennissports im Großraum Weiden-Neustadt/WN“ erste Erfolge präsentieren. 21 Tennis-Klubs aus der Region beteiligen sich heuer an der Aktion „kostenloses Spielen mit Mitgliedern anderer Vereine auf den Freiplätzen“.

Die ersten Tennisvereine wurden hierzulande in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts gegründet. Englische Kurgäste brachten den Sport von der britischen Insel nach Deutschland. Sporthistoriker bezeichneten diese Vereine als snobistisch und elitär. 1876 fand in Bad Homburg das erste Turnier statt – gespielt wurde auf Rasen. 1892 wurde zum ersten Mal die deutsche Meisterschaft in Hamburg ausgetragen. Als der Deutsche Tennis-Bund (DTB) im Jahr 1902 gegründet wurde, waren es exakt 23 Vereine, die der Verband unter seinem Dach vereinte.

Volkssport Tennis

Seitdem hat sich das Image der Vereine gewaltig verändert. Tennis ist zum Volkssport geworden - und damit einher ging auch ein steiler Anstieg der Vereinszahlen. 1965 gab es in Deutschland gut 1500 Tennisvereine, im Jahr 1980 waren es bereits 6100. In den 80er-Jahren gab es noch einmal einen deutlichen Schub: Bis 1990 erhöhte sich die Anzahl der Vereine auf 9176 – das bedeutete eine Zunahme von über 50 Prozent innerhalb eines Jahrzehnts.

1994 wurde erstmals in der DTB-Geschichte die Anzahl von 10000 Vereinen überschritten. Diese Zahl hat sich seitdem weiterhin erhöht. Seit 1999 ist aber erstmals eine leicht rückläufige Entwicklung aufgetreten. Während es im Jahr 1998 noch 10305 Vereine gab, waren es in 2006 erstmals wieder weniger als 10000, nämlich 9945.

Miteinander sinnvoller

Die aktuell 9026 Tennisvereine in Deutschland sind in 17 Landesverbänden organisiert. Erwartungsgemäß stellt der mitgliederstärkste Landesverband Bayern im Jahr 2018 mit 2035 auch anteilig die meisten Vereine in der Statistik. Dennoch: „Gerade in der für die Vereine immer schwieriger werdenden Zeit wird eine Kooperation immer wichtiger.“ Dessen war und ist sich Uwe Dressel, Mitglied der Bezirks-Vorstandschaft des Bayerischen Tennis-Verbandes (BTV) für Vereinsberatung, Ausbildung und Entwicklung, bewusst.

Daher hatte er 2017 die Planung und Organisation der „Initiative zur Förderung des Tennissports im Großraum Weiden-Neustadt/WN“ unter dem Motto „Gemeinsam stärker“ angestoßen. In der Vergangenheit gab es häufig ein „Gegeneinander“ und benachbarte Verein waren „Kontrahenten“. „Bei der vielfach beobachtbaren negativen Entwicklung sollten wir alle nachdenken, ob ein Miteinander vielleicht sinnvoller wäre. Fünf von 18 Vereinen haben weniger als 100 Mitglieder und zehn von 18 Vereinen keine Nachwuchsmannschaft. Es ist aber auch deutlich sichtbar, dass Vereine, die aktiv werden, wieder viel bewegen können“, macht Dressel deutlich.

Tennisanlagen wiederbeleben

Die Bemühungen zur gemeinsamen Kooperation sind jetzt von ersten Erfolgen gekrönt. 21 Klubs beteiligen sich heuer an der Aktion „kostenloses Spielen untereinander“. Heißt konkret: Wenn die Plätze frei sind, können die Mitglieder des eigenen Vereines mit den Mitgliedern des anderen Vereines kostenlos, allerdings ohne Vorreservierung, spielen – mal auf der eigenen, mal auf der Anlage des anderen Klubs. „Dadurch beleben wir die Tennisanlagen wieder“, freut sich Dressel.

Der erhofft sich, dass in der Zukunft noch weitere Potenziale ausgeschöpft würden. „Toll wäre, wenn benachbarte Vereine miteinander sprechen und Kooperationsmöglichkeiten ausloten würden. Gemeinsam den Tennissport fördern, bringt jedem Verein mehr. Verstärktes Spielen untereinander, Kooperationen im Trainings- und Mannschafts-Spielbetrieb, gemeinsame gesellige Aktivitäten… - um nur einige Beispiele zu nennen. Gerne unterstützen die BTV-Vereinsberater die Vereine und moderieren ein Vereinstreffen“, weiß der TGN-Vorsitzende, dessen Verein ebenfalls an der neuen Aktion beteiligt ist.

Viele Vereine machen mit

20 weitere haben zudem eine positive Rückmeldung für das „kostenlose Spielen untereinander“ gegeben. Es sind dies: TC Grün-Rot Weiden, TC am Postkeller Weiden, TG Parkstein, DJK Neustadt/WN, TSG Mantel-Weiherhammer, TC Etzenricht, DJK Weiden, SV Altenstadt/WN, TSV Detag Wernberg, DJK Irchenrieth, TC am langen Steg Weiden, ASV Neustadt/WN, TV Vohenstrauß, SpVgg Schirmitz, TC Windischeschenbach, TC Waldthurn, DJK Letzau, VfB Weiden, TV Floß und VfB Rothenstadt.

Damit aber nicht genug: Der Tennis-Bezirk Oberpfalz unterstützt die Vereine auch bei der Gewinnung und Ausbildung von hauptberuflichen Trainern. Denn in zahlreichen Analysen und Gesprächen wurde festgestellt, dass die Vereine, die solche Trainer und/oder Tennisschulen verpflichtet hatten, häufig einen entsprechenden Mitgliederzuwachs verzeichnen konnten.

Unterstützung für Vereine

Bestes Beispiel ist aktuell der TC am Postkeller Weiden, der in den vergangenen Monaten durch das Engagement der Tennisschule von Sebastian Jäger wieder neue Mitglieder gewann. Diejenigen Vereine, die über rückläufige Mitgliederzahlen klagen, verfügen dagegen häufig nur über einen nebenberuflichen Trainer, dem die Zeit oder das notwendige Engagement für zusätzliche Angebote zur Mitgliedergewinnung fehlt. BTV-Vereinsberater Lars Haack verweist zudem darauf, dass die Klubs die kostenlose Vereinsberatung vor Ort, die Talentinos-Tennisscouts sowie die Ausbildung von C- und B- Trainern als neue Konzepte zur Mitgliedergewinnung und -bindung nutzen sollen.

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