22.04.2021 - 10:54 Uhr
Neustadt an der WaldnaabOberpfalz

"Golden Girls" aus dem Kuhstall

Die "Golden Girls" gibt's in einer amerikanische Comedyserie aus den 80er Jahren und im Kuhstall. In beiden Fälle handelt es sich um ältere Damen. Doch nur die tierischen Ladys werden für eine ganz besondere Lebensleistung ausgezeichnet.

Mit großer Freude und auch Stolz präsentieren Helene und Thomas Bauer gemeinsam mit ihren Kindern Lukas, Killian, Laura und Anna-Lena ihre drei „Golden Girls" "Sonja", "Emma" und "Nina".
von Externer BeitragProfil

Einmal im Jahr treffen sich die Mitglieder der Kreisrinderzuchtgenossenschaft Neustadt/WN, um aktuelle Themen zu besprechen und herausragende Leistungen der Züchter zu würdigen. Zur Genossenschaft gehören 350 Milchviehbetriebe mit 19.621 Kühen. Vorsitzender ist Martin Bäumler. Aufgrund der aktuellen Situation musste die Versammlung für das Milchleistungsprüfungsjahr 2019/2020 ausfallen. Dennoch zeichneten die Genossen besonders erfolgreiche Landwirte und ihre Tiere aus.

Auszeichnung "Kuhprofi"

Fünf Milchproduzenten (23 Prozent der Oberpfalz) aus dem Landkreis Neustadt/WN erhalten die Plakette "Kuhprofi" des Rinderzuchtverbandes Oberpfalz: Hans Gollwitzer aus Mallersricht, Michael Grünauer aus Waldthurn, Berthold Kohl aus Altzirkendorf, Martin Krug aus Bechtsrieth und Karl Schröml aus Obersdorf. Gewertet werden Eutergesundheit, Lebens- und Lebenstagsleistung, die erzeugte Fett- und Eiweißmenge in Kilogramm sowie die Anzahl der Kühe.

Ehrenpreis: "Golden Girls"

„Golden Girls“ sind Kühe, die eine Lebensleistung von 100.000 Kilogramm erzeugter Milch erbracht haben. Über 20 Kühe, die meisten sind 10 Jahre alt und älter, im Landkreis Neustadt/WN erhalten diese außergewöhnliche Leistung: „Asti“ aus Ilsenbach (Betrieb Wittmann), „Jill“ aus Frühlingshöhe (Betrieb Spiegl), „Auguste“ aus Grub (Betrieb Ott), „Dana“ aus Albersrieth (Betrieb Bodensteiner), „Olinde“ aus Neuzirkendorf (Betrieb Lehner), „Flori“ aus Thomasgschieß (Betrieb Kleber), die Kühe „Sonja“, „Emma“ und „Nina“ aus Engleshof (Betrieb Thomas Bauer) und die Kuh „Mulla“ aus Obersdorf (Betrieb Steiner).

Beste Kuh im Landkreis

Die beste Kuh im Landkreis heißt „Jessi“ und gehört der Familie Wieder aus Steinreuth. Dafür gibt's eine Modellkuh als Auszeichnung sowie für die beste Herdenleistung eine Urkunde.

Beste Eutergesundheit und Lebensleistung

Für die beste Eutergesundheit im Stall erhält der Betrieb Markus Bösl aus Oed, Gemeinde Kirchendemenreuth, einen Ehrenpreis. Der Betrieb Hans Mois aus Denkenreuth wird für die bemerkenswerte Lebensleistung seiner Milchviehherde ausgezeichnet.

Beste Milchproduktion

Josef Lindner aus Obersdorf ist oberpfalzweit in der Milchproduktion der Spitzenbetrieb. Zur Zeit stehen die Kühe noch in Anbindehaltung, aber der Bau eines tiergerechten Laufstalles ist in Arbeit. Für die beständige und treue Anlieferung ihrer männlichen Kälber zur Festvermarktung des Rinderzuchtverbandes Oberpfalz bedankt sich dieser mit einer Modellkuh bei Wolfgang Stangl aus Goldbrunn.

Immer mehr Laufstallhaltung

Die organisierte Milchviehhaltung im Landkreis Neustadt/WN bewegt sich eindeutig in Richtung Laufstallhaltung. Waren 2011 noch 34,3 Prozent der Kühe in Anbindehaltung, so sind es 2020 nur noch 17,5 Prozent. Und diese Entwicklung schreitet immer zügiger voran.

Die Rinderzucht widmet sich schon seit vielen Jahren der Züchtung von Kühen, die lange im Stall verweilen und dem Landwirt wenig Aufwand bereiten. Bei stagnierenden Milchpreisen und der explosiven Entwicklung der Kosten und Auflagen für Stall- und Gülleraumbau, Futter- und Maschinenkosten bleibt dem Landwirt nur dieser Ausweg.

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Schwandorf

Im April beginnt für die Rinderzucht ein neues Zeitalter der Zuchtwertschätzung, genannt die Single-Step-Methode. Hundertausende zusätzlicher Daten aus dem Milchviehstall, die von den Betrieben erfasst und der Einrichtung „ProGesund“ gemeldet werden, ergeben zusätzliche Sicherheiten für die Schätzung des Erbgutes der Besamungsbullen. Ziel ist es, die Fitness und Langlebigkeit der Milchkühe auf züchterischem Wege zu verbessern. Fitnessmerkmale haben eine nur geringe Heritabilität (Vererblichkeit) und lassen sich in den Zuchtvorhersagen nur über die Erfassung großer Datenmengen verbessern.

 

 

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