Neustadt an der Waldnaab
02.10.2018 - 18:09 Uhr

Habichtskauz soll wieder heimisch werden

Habichtskauze sollen in Nordbayern wieder heimisch werden. Dafür setzt sich das Projekt zur Wiedereinbürgerung ein. Auch Neustädter helfen mit.

1500 Euro kommen dem Projekt zur Wiedereinbürgerung des Habichtskauzes in Nordbayern zugute. Von links: Vorstandsvorsitzender Josef Pflaum, VLAB-Vorsitzender Johannes Bradtka, Landrat Andreas Meier und Michaela Domeyer vom VLAB. Bild: exb
1500 Euro kommen dem Projekt zur Wiedereinbürgerung des Habichtskauzes in Nordbayern zugute. Von links: Vorstandsvorsitzender Josef Pflaum, VLAB-Vorsitzender Johannes Bradtka, Landrat Andreas Meier und Michaela Domeyer vom VLAB.

Die Vögel werden in zoologischen Gärten gezüchtet und auf das Leben in der freien Natur vorbereitet. Diese gefährdete Art gilt außerhalb von Naturparks als ausgestorben. Im Juni 2017 konnten die ersten nachgezüchteten Jungeulen auf ihr Überleben in freier Natur vorbereitet werden. Dies geschieht in einer Eingewöhnungsvoliere, in der die Tiere vier Wochen geschützt leben und endgültig vom Menschen entwöhnt werden. Eine dieser Volieren liegt in einem Wald nahe Hessenreuth.

Michaela Domeyer, Fachkraft für Landschaftspflege und Naturschutz beim VLAB, erklärt, dass diese Voliere zum Schutz der Tiere weit im Wald sei, um den menschlichen Einfluss so gering wie möglich zu halten. Die Fütterung erfolgt über eine spezielle Vorrichtung, in der die Tiere noch nicht einmal die Hand eines Menschen sehen müssen. Außerdem ist die Voliere am Boden durchgängig, so dass Mäuse, die Hauptnahrung der Habichtskauze, nach innen gelangen können. Mit der Zeit lernen die Tiere, sich ihre Beute selbst zu jagen, ihr außergewöhnliches Gehör hilft ihnen dabei. Johannes Bradtka beziffert die Kosten des Projekt auf 63 000 Euro. Transport und Futter sind besonders große Kostenfaktoren. Ein Brutkasten schlägt mit 150 Euro zu Buche. Die Kästen werden in einer Behindertenwerkstatt gefertigt. Hier zeigt sich laut Bradtka auch, dass dieses Projekt nicht nur ein reines Artenschutzprogramm ist, sondern auch eine soziale Komponente enthält. Auch die Bayerischen Staatsforsten unterstützen es. Nach dem vierwöchigen Aufenthalt in der Voliere werden die Tiere ausgewildert. Dafür sind in der Umgebung im Wald Brutkästen an den Bäumen angebracht, in denen jeweils ein Tierpaar leben und nisten kann. Aktuell gibt es im Landkreis Neustadt 20, im Landkreis Tirschenreuth 50 Kästen. Die Tiere sind mit einem Ring gekennzeichnet und in einer europäischen Datenbank erfasst.

Landrat Andreas Meier und der Vorstandsvorsitzende der Vereinigten Sparkassen, Josef Pflaum, überreichten nun dem Vorsitzenden des Vereins für Landschaftspflege und Artenschutz in Bayern (VLAB), Johannes Bradtka, einen Spendenscheck über 1500 Euro zur Förderung des Projekts.

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