09.11.2018 - 12:59 Uhr
Neustadt an der WaldnaabOberpfalz

Hilfe für Not leidende Rumänen

Auch eine Reifenpanne auf der strapaziösen Anreise nach Rumänien hält Erna Hauer und ihre Helfer nicht auf, vor Ort im Dienste der „Rumänienhilfe“ zu helfen.

Auch heuer sind Erna Hauer und ihre Begleiter wieder für die "Rumänienhilfe" der Katholischen Kirchenstiftung im Karpatenland, um zu helfen und Spenden zu verteilen. Die Kinder im Kinderheim freuten sich über neue Schuhe und eine Tafel Schokolade, denn die kann sich kaum jemand leisten.
von Hans PremProfil

36 Mal ging alles gut. Auf der 37. Reise ins Karpatenland hat es sie dann erwischt: „Wir hatten nur noch eine halbe Stunde bis zum Ziel, als wir wegen eines Platten halten mussten“, erzählt die Neustädterin. Gemeinsam mit Ehemann Michael, Hermann und Maria Schmid, Hans Wolf und Alexandra Ernsberger war sie am 27. August von Neustadt aus mit einem Kleinbus aufgebrochen. Der war voll mit Hilfsgütern beladen. Nach über 18-stündiger, strapaziöser Reise bemerkte Michael Hauer bei einer Pause den Schaden. Die Neustädter standen mitten im Wald und die Dunkelheit brach gleich herein.

„Es war eine sehr einsame Gegend und wir dachten schon, wir müssten im Auto übernachten“, erinnert sich Michael Hauer. Aber ein hilfsbereiter Rumäne, der von einem einsam gelegenen Bauernhof kam, hat ihnen trotz Verständigungsproblemen geholfen. Der Bus musste zum Teil entladen werden, um an den Ersatzreifen zu kommen. Letztlich kam das Neustädter Team wohlbehalten in Jimbor an.

Während des Aufenthalts kaufte Hauer Lebensmittel für zwei Kinderheime. Besonders freuten sich die dort untergebrachten 48 Vollwaisen über 50 Paar neue Schuhe. „Die Schuhe wurden in den Hof des Kinderheims geschüttet und die Kinder durften probieren. Sie hatten einen Riesenspaß dabei.“ Vorher wurden bereits in Neustadt gekaufte 60 Paar Kinderschuhe ins andere Kinderheim geschickt. Zum Dank sangen die Kinder drei Lieder, von denen das letzte, „Halleluja“ mit dem Solopart eines Mädchens besonders unter die Haut ging.

Weiter hatte die Truppe zwei Tonnen Kartoffeln für das Kinderheim gekauft, für ein Seniorenheim Lebensmittel und Waschmittel. Bereits im Frühjahr gingen von Neustadt aus 20 Kartons mit Bettwäsche, Unterwäsche und Nachthemden im Wert von 1000 Euro auf die Reise nach Rumänien. Außerdem wurden die Senioren mit Hausschuhen, Straßenschuhen und Betteinlagen versorgt. Weitere Spenden in Höhe von insgesamt 1300 Euro erhielten die Pfarrer von drei Kirchengemeinden zum Kauf von Lebensmitteln für Bedürftige und zur Unterstützung der Suppenküche. Mit einer Spende von 1000 Euro wurde das Jugenddorf in Loccod unterstützt. Für 48 teils schwerbehinderte Jugendliche soll dort ein Therapieraum entstehen.

Rund 1000 Euro gaben die Neustädter für 54 Lebensmittelpakete vor allem für bedürftige Senioren aus. „Vor allem auf dem Land leiden die Menschen noch große Not. Der Kontrast zwischen Stadt und Land könnte nicht größer sein“, erzählt Erna Hauer. Teilweise haben die Menschen keinen Strom, kein Wasser. „Wir wurden gebeten, Holz für den Winter zu kaufen.“ Vor Ort erfahren die Neustädter, was gebraucht wird. Nach ihrer Rückkehr in die Oberpfalz hat Erna Hauer für 1000 Euro weitere Hilfsgüter eingekauft.

Hilfe durch Weihnachtstrucker

Auch heuer besteht die Gelegenheit, dass zu Weihnachten Hilfspakete mit den Johanniter-Weihnachtstruckern nach Jimbor gebracht werden. Die Kolpingsfamilie hat sich bereit erklärt, Pakete zu packen. Wer also nicht selbst einkaufen und packen will, kann durch eine Spende von 30 Euro pro Paket auf das Konto bei den Vereinigten Sparkassen unter IBAN DE65 7535 1960 0240 0089 87 seinen Beitrag zur guten Sache leisten.

„Der Dank und die Freude der Menschen vor Ort ist jedes Mal beeindruckend“, erzählt Alexandra Ernsberger. Für die junge Neustädterin ist der Kontrast vom Leben in der Oberpfalz und dem Leben in Rumänien unglaublich. „Wenn du die Verhältnisse vor Ort siehst, siehst du dein Leben zu Hause wieder mit anderen Augen, bist wieder zufriedener“. „Auch wenn wir nur eine kleine Hilfe sind und nicht allen Menschen helfen können: Die Dankbarkeit derer, denen wir helfen, ist groß. Dank und Freude sind mir wichtig. Die Menschen fühlen, da ist jemand für sie da“, stellt Erna Hauer fest.

Die Kinder im Kinderheim freuen sich über neue Schuhe und eine Tafel Schokolade, denn die kann sich kaum jemand leisten.

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