Der Regen in den vergangenen Tagen verwandelte die Flussauen zwischen Weiden, Altenstadt/WN und Neustadt/WN in eine Seenlandschaft. Dies ist kein ungewöhnliches Bild, denn nach der Schneeschmelze oder nach ergiebigen Niederschlägen treten Waldnaab und Floß regelmäßig über die Ufer. Jürgen Festbaum vom Wasserwirtschaftsamt Weiden spricht in diesem Zusammenhang von einem Winterhochwasser. Das sei nichts Ungewöhnliches für diese Jahreszeit. „Früher hat es dieses Hochwasser bei uns in Nordbayern regelmäßig gegeben“, berichtet er. In den vergangenen drei Jahren dagegen sei das Wasser nicht über die Ufer getreten.
Bislang erreichten die Pegelstände am 13. sowie am 23. Februar Meldestufe 2 (von 4). Das heißt, der Wasserstand lag im Bereich Neustadt/Weiden über 320 Zentimetern. Um diesen Wert einzuordnen: Die Kreisstraße NEW 27 von Neustadt/WN nach Theisseil ist erst dann überflutet, wenn der Pegel über 365 Zentimeter steigt. Dies war zuletzt in den Tagen rund um den Jahreswechsel 2023/24 der Fall.
Heuer viel Schnee
Eine durchgehende Schneedecke, Regen und wärmere Temperaturen hätten in diesem Jahr dafür gesorgt, dass für alle vier Landkreise im Zuständigkeitsbereich des Wasserwirtschaftsamtes eine Hochwasserwarnung ausgesprochen worden sei, sagte Festbaum. Eine ähnliche Situation habe es bereits vor eineinhalb Wochen gegeben.
Am Montag zwischen 19 und 20 Uhr stieg der Pegel laut Hochwassernachrichtendienst Bayern auf 335 Zentimeter. Seitdem nimmt der Wasserstand langsam, aber stetig ab. Am Dienstag um 8 Uhr lag dieser Wert bei 324 Zentimetern, gegen Mittag bereits bei 319. Damit gilt nur noch Meldestufe 1. „Die Hochwasserwelle bewegt sich nun naababwärts und wird sich in drei bis vier Tagen in Wohlgefallen auflösen“, informierte Festbaum. „Den Scheitel haben wir auf jeden Fall schon überschritten.“
Gut fürs Ökosystem
Dass extremes Hochwasser sehr gefährlich werden kann, zeigte sich in den vergangenen Jahren immer wieder. Ein trauriges Beispiel ist die Flutkatastrophe im Juli 2021 im Ahrtal, bei der 180 Menschen ums Leben kamen. Doch nicht jedes Hochwasser ist schlecht. Für Flussauen sind regelmäßige Überschwemmungen wichtig, um das komplexe Ökosystem aufrechtzuerhalten. So bleibt laut dem Landesbund für Vogelschutz die vielfältige Artenzusammensetzung erhalten. Ein nasser Winter und ein regenreiches Frühjahr kommen dem Grundwasser und damit auch der Trinkwasserversorgung zugute.
Für die nächsten Tage verspricht der Wetterbericht trockenes und zum Teil auch sonniges Wetter. Mit bis zu 15 Grad Celsius werden die Temperaturen sogar frühlingshaft.
























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