26.03.2019 - 16:15 Uhr
Neustadt an der WaldnaabOberpfalz

Holzweg wird aufpoliert

Vorfahrt für die Natur: Der Naturpark Nördlicher Oberpfälzer Wald wartet 2019 mit vielen Projekten und neue Ideen auf.

Die Deutsche Waldjugend Eschenbach möbelt den Walderlebnispfad „Holzweg“ bei Eschenbach auf. Barfußpfad, Floßweiher oder Holztelefon sollen wieder ihren alten Glanz zurückerhalten. Ein zweiter Erlebnispfad entsteht ebenfalls mit Unterstützung des Naturparks im Kainzbachtal bei Irchenrieth.
von Martin Staffe Kontakt Profil

Der Naturpark hat 2018 erneut erfolgreich gearbeitet. Bei einem Investitionsvolumen von 417 843 Euro konnten Fördermittel in Höhe von 302 893 Euro an Land gezogen werden. Das Geld floss komplett an die jeweiligen Projektträger. Dabei kommt fast jede Kommune in den Genuss staatlicher Zuschüsse aus dem Bereich des Bayerischen Staatsministeriums für Umwelt und Verbraucherschutz. Moosbach, Pleystein, Tännesberg und Eschenbach profitieren davon besonders.

Für 2019 haben Landrat Andreas Meier und sein Team wiederum ein Investitionsvolumen von 430 000 Euro auf den Weg gebracht, über das die Jahreshauptversammlung am 28. März in Neustadt entscheiden wird. Die mittlerweile 268 Mitglieder wird es sichtlich freuen, wenn allein für die Biotoppflege sowie die Umsetzung von floristischen Artenhilfsprogrammen 278 000 Euro zur Verfügung stehen. „Überhaupt setzen wir dieses Jahr unseren Schwerpunkt auf den Erhalt der Landschaftsstruktur und Artenvielfalt“, stellt Naturparkvorsitzender Meier fest.

Die Sicherung von Serpentinit-Standorten, Offenhaltung von Flachmoorwiesen oder Pflegemahden von Streuobstwiesen stehen nur beispielhaft für ein großräumiges Flächenmanagement. Damit verbunden sind auch der Erhalt von Naturdenkmälern sowie Reaktivierung von Teillebensräumen einschließlich erforderlicher Gehölzrücknahmen. Und wenn heute Basaltberge wie der Hohe Parkstein oder der Kleine Kulm, aber auch die Grantitformationen am Schlossberg in Flossenbürg oder in Störnstein für den Besucher uneingeschränkt sichtbar bleiben, dann ist dies letztendlich das Ergebnis von vielen kleinflächigen Pflegemahden zwischen den Steinblöcken.

Mit seinen zahlreichen Lindenalleen und Einzelbäumen besitzt der Nördliche Oberpfälzer Wald außerdem einen kostbaren ökologischen Schatz ohnegleichen. Der vielfältige Nutzen dieser Bäume beinhaltet nicht nur Wohltaten für die Menschen, sondern auch Lebensraum, darunter Wohnstatt und Nahrung für Tiere, Pflanzen, die Pilzwelt, Moose und Flechten. Dem Naturparkverein ist es daher mit der Form der Linde zu sprechen, ein „Herzens-Anliegen“, diese Baumgestalten auf Dauer zu erhalten. Allein dafür sind 25 000 Euro veranschlagt.

Die Abteilung Landschaftspflege des Naturparkvereins, die heuer 25 Jahre besteht, schafft damit erst die Fakten, dass dorthin Exkursionen überhaupt stattfinden können. Leider wird dies immer noch viel zu wenig gewürdigt oder ist einfach nur nicht bekannt. Die hier vorgesehenen und vom Naturpark koordinierten 135 Pflegearbeiten werden nach Dringlichkeitsstufen geordnet, ausschließlich an ortsansässige Landwirte und Naturschutzverbände im Verbund mit heimischen Betrieben vermittelt.

Mit den Worten „Wir bauen auch weiterhin auf freiwilligen Naturschutz als auf gesetzliche Vorgaben und haben uns daher entschlossen, diesen wichtigen Bereich personell aufzustocken“, gibt der Chef im Lobkowitzerschloss klar die zukünftige Richtung vor. Meier plant außerdem unter dem Motto „Natürlich Naturpark“ eine weitere Aktion zur Förderung der Artenvielfalt in der Region. Auf der anderen Seite sollen 152 000 Euro für Erholungsmaßnahmen in die Landkreise Neustadt und Tirschenreuth sowie in die Stadt Weiden fließen.

Mit der Überarbeitung und Digitalisierung des Wanderwegenetzes im Raum Georgenberg wird künftig auf den Papierdruck von Wanderkarten verzichtet, was sich zukunftsweisend und nachhaltig auswirkt. Die Ausführung erfolgt in Kooperation mit dem Ortsverband Georgenberg des Oberpfälzer Waldvereins unter der Leitung ihres rührigen Vorsitzenden Manfred Janker.

Viel hat sich auch die Deutsche Waldjugend Eschenbach vorgenommen. Mit 25 300 Euro nehmen die Waldläufer die Überarbeitung des Walderlebnispfades „Holzweg“ in Angriff. Barfußpfad, Floßweiher oder Holztelefon sollen wieder ihren alten Glanz zurückerhalten.

Mit der Neuanlage eines Walderlebnispfades mit Infobereich im Gleitsbachtal bei Irchenrieth wird in Richtung östlicher Bereich ein weiterer Mosaikstein geschaffen.

Dank der Naturparkförderung darf der Markt Tännesberg auch dieses Jahr wieder den beliebten Biodiversitätskalender auflegen. Im Zuge der Öffentlichkeitsarbeit erfolgt ferner die Finanzierung einer neuen Wanderkarte für den Raum Moosbach.

„Naturpark muss in der Fläche greifbar sein. Nur so kann es uns gelingen, diesen unverwechselbaren Lebensraum in dem Bewusstsein der Menschen dauerhaft zu verankern. Umso wichtiger sind deshalb passgerechte Programme, die diesen Trend nachhaltig unterstützen. Sobald der erste vorzeitige Baubeginn von der Regierung der Oberpfalz auf dem Tisch liegt, fangen wir mit der zeitnahen Umsetzung dieses Maßnahmenpakets an“, gibt sich der Naturparkchef optimistisch. Er kann dabei auf Diplombiologin Mathilde Müllner und Geschäftsführer Martin Koppmann bauen. Beide haben im Vorfeld die fachlichen Abstimmungen mit den Naturschutzbehörden vorgenommen.

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