06.05.2019 - 16:48 Uhr
Neustadt an der WaldnaabOberpfalz

Keine Rufnummer zu Gott

Die Einsamkeit von Menschen lässt sich nicht mit dem Handy aus der Welt schaffen. Pfarrer Gruber gibt den Konfirmanten deswegen einen uralten Tipp.

Pfarrer Ulrich Gruber und Religionspädagogin Lydia Engelhard freuen sich, dass die Konfirmanden ihren Glauben stärken.
von Werner ArnoldProfil

Drei Mädchen und sechs Buben feierten in der Martin-Luther-Kirche der evangelischen Gemeinde mit einem Gottesdienst ihre Konfirmation. Es sind Alina Matthies, Evelina Walder, Julia Wukert, Jakob Engel, Fabian Kistenpfennig, Jakob Mattausch, Simon Mattausch, Niklas Petsch und Uwe Rösel.

"Muss ich mit dem Smartphone überall erreichbar sein?", wollte Pfarrer Ulrich Gruber zu Beginn seiner Predigt von den Konfirmanden und der Festgemeinde wissen. So nach dem Motto: Wir sind ständig in Kontakt. Ich bin immer für dich da und du immer für mich. Doch schützt mich die neue Technik davor allein zu sein? Doch bei Problemen der Einsamkeit von Menschen lässt sich das nicht mit dem Handy aus der Welt schaffen. Gott hat keine Telefonnummer.

Pfarrer Gruber gab einen uralten Tipp aus dem Psalm 50: "Rufe mich an in der Not, so will ich dich retten, und du sollst mich preisen." Einige Jünger und erfahrene Fischer wollen mit Jesus den See Genezareth mit einem Boot überqueren. Jesus schlief und plötzlich kommen Fallwinde auf und sie merken es wird gefährlich. Sie wecken Jesus und riefen, ob es ihm egal sei, was mit ihnen passiere. "Willst du, dass wir alle untergehen?"

Manchmal schlagen die Wellen hoch. Auch in unserem Alltag und gerade auch im Alter der Konfirmanden. Erwachsen werden heiße ja, zu neuen Ufern aufzubrechen. "Ihr entwickelt eigene Vorstellungen, Entscheidungen mit oft weitreichenden Folgen. Ihr geratet in Auseinandersetzungen mit euren Eltern, Lehrkräften und manchmal auch mit mir", sagt Gruber. "Selbst unter euch Jugendlichen gibt es heftige Diskussionen und da kann es schon mal stürmisch werden." Dann fragt man sich: "Was ist jetzt los, sind die anderen noch normal oder bin ich noch normal?"

Gut sei wenn man reden könne. Schließlich säßen wir alle in einem Boot. Hier im Kirchenschiff sei es ein Zeichen dafür, dass wir zusammengehören und gemeinsam durch das Meer des Lebens fahren. Doch dann würde Jesus aufstehen, den Wind bedrohen und zum Meer sprechen: "Schweig, verstumme." Der Wind lege sich und es werde still. Zum Schluss fragte Jesus die Männer im Boot, warum sie so ängstlich seien. "Habt ihr noch keinen Glauben?" "Jesus fragt uns auch heute noch nach unseren Glauben", so Pfarrer Gruber. "Er will uns stärken und das seit der Taufe. Heute sollt ihr gestärkt werden in euren Glauben."

Konfirmation feiern bedeute auch, dass wir alle im selben Boot sitzen. "Aber wir sitzen mit Jesus drin. Er ist immer da und können ihn immer ansprechen und dafür brauchen wir kein Handy, Gott sein Dank", meinte Gruber. Die Gruppe "Ephesus" aus Weiden umrahmte den Gottesdienst musikalisch.

Pfarrer Ulrich Gruber und Religionspädagogin Lydia Engelhard freuen sich, dass die Konfirmanden ihren Glauben stärken.
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