16.09.2020 - 10:48 Uhr
Neustadt an der WaldnaabOberpfalz

Kirchweih und Weihnachtsmarkt in Neustadt/WN auf der Kippe

Sie können und wollen sich vor der wichtigen Entscheidung nicht drücken. Aber sie fällt den Stadträten schwer, weil damit wohl zwei weitere Traditionsveranstaltungen der Coronagefahr zum Opfer fallen werden.

Die Zupfer-Moidl und Franz Harrer gehören in Neustadt zum KIrchwaauftakt wie Schmierkuchen und Gans. Dieses Jahr wahrscheinlich aber nicht.
von Friedrich Peterhans Kontakt Profil

Die Neustädter Dotschkirwa ist so etwas wie das furiose Finale des Kirchweihreigens im Landkreis. Am 6. November soll Auftakt sein, wie immer mit einem Volksmusikabend im "Weißen Rössl". Zusammen mit den Wirtsleuten erstellten Renate und Waltraud Zupfer und die Stadt ein Sicherheits- und Hygienekonzept. Demnach dürften an dem Abend inklusive Musiker maximal 100 Menschen in den Saal. Selbst bei acht Doppeltischen mit je zehn Personen wäre aber der Mindestabstand nicht einzuhalten. Auf die Bühne dürften auch höchstens zehn Musiker.

Die Verwaltung empfiehlt deshalb, auf den Kirwaauftakt heuer zu verzichten. "Die Zupfer-Moidln wären einer Absage nicht abgeneigt. Es ist schwer als Stadt in Verantwortung zu gehen, aber Garmisch zeigt, wie schnell etwas passieren kann", begründet Bürgermeister Sebastian Dippold die Haltung. Sämtliche Stadtratsfraktionen sehen es genauso, obwohl das Programm schon steht. Es tue zwar in der Seele weh, wenn die Gaudi ausfalle, aber unter Pandemie-Umständen würde ohnehin das Flair leiden.

Karl Meier (Freie Wähler) stimmte ebenfalls für die Absage, warnt aber davor, vorschnell auf Kulturveranstaltungen zu verzichten. "Damit machen wir schnell etwas kaputt." Ins gleiche Horn stieß Achim Neupert (SPD). Man könne zumindest über die Kirchweihveranstaltungen im Freien nachdenken.

Sein Fraktionssprecher Rainer Hetz nutzt dies für einen Grundsatzvorschlag, um die Vereine, die sich mit solchen Veranstaltungen viel Mühe machen, bei Laune zu halten. "Wir sollten heuer noch eine große Vereinsversammlung machen, auch wenn dieses Jahr kein Bürgerfest stattgefunden hat."

Dabei taucht aber wieder das Corona-Problem auf, gibt Dippold zu bedenken. Im "Weißen Rössl" sei es zu eng, und im Falle des Falles nütze auch die Stadthalle nichts. "Wenn einer positiv ist, reichen 20 Minuten gemeinsam in einem geschlossen Raum für Quarantäne. Dann würden wir im Extremfall das Vereinsleben in Neustadt für zwei Wochen komplett lahmlegen." Dippold regt stattdessen ein Rundschreiben an alle Vereine an, in dem die Stadt abfragt, wie ihre finanzielle Situation aussieht und wie sie es mit dem Weihnachtsmarkt halten wollen. Darüber solle Anfang November entschieden werden.

"Zu spät", moniert CSU-Fraktionssprecher Thomas Hauer. "Der Weihnachtsmarkt beginnt zwei Wochen später, bis dahin müssen die Vereine schon geplant haben."

Gerhard Steiner (Freie Wähler) bringt eine Idee seines Parteifreunds Michael Bayerschmidt ins Gespräch – eine Art Waldweihnacht der Vereine in der Nähe der Schwimmhalle. Dort könnten auch Abstände gewahrt werden. Dippold will dies prüfen. Neupert mahnt unterdessen zur Eile: "Wir sollten spätestens in der nächsten Sitzung entscheiden. Allein am Weihnachtsmarkt der Musikschule hängt viel Vorbereitung dran. Ich kann ihn mir aktuell aber nicht vorstellen." Diesen Ball nimmt Hauer auf: "Am 22. September ist Kulturausschuss. Dort sollten wir das durchdiskutieren, so dass wir im nächsten Stadtrat schnell drüber abstimmen können." Damit erklärten sich alle einverstanden.

Ein Rückblick auf den Kirchweihauftakt 2019

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