28.04.2019 - 10:14 Uhr
Neustadt an der WaldnaabOberpfalz

"Ein kleines Stück Ewigkeit" für das Hospiz St. Felix in Neustadt/WN

Der freischaffende Bildhauer und Kunstmaler Max Fischer liebt die klaren Linien, so wie ihn zum Beispiel der Bauhausstil vorgibt. Ein ganz besonderes Werk hat er für das Hospiz St. Felix geschaffen.

Der Neustädter Bildhauer und Kunstmaler Max Fischer hat für den Verabschiedungsraum im Hospiz St. Felix ein Werk geschaffen, in dessen Mittelpunkt der Lebenskreis und das Kreuz stehen. Der Lebenskreis der Patienten schließt sich hier. Hospizleiterin Susanne Wagner hat es die warme und lebensnahe Gestaltung angetan.
von Hans PremProfil

Bereits sieben Mal hatte er einen Lehrauftrag an der Hochschule für Gestaltung in Dessau. Dort stehen auch die Meisterhäuser von Walter Gropius. Bauhaus blickt in diesem Jahr auf 100 Jahre Bestehen zurück. Das Bauhaus war eine lebendige Ideenschule und ein Experimentierfeld auf den Gebieten der freien und angewandten Kunst, der Gestaltung, der Architektur und der Pädagogik. Es bestand eigentlich nur 14 Jahre, hat jedoch in dieser Zeit gestalterisches und künstlerisches Denken und Schaffen weltweit revolutioniert. Es gliederte sich in „Staatliches Bauhaus“ in Weimar, in „Hochschule für Gestaltung“ in Dessau und in eine private Lehranstalt in Berlin.

Der Neustädter Künstler gab von 2008 bis 2016 bei jedem Lehrauftrag in Dessau jeweils 60 Stunden. „In der kreativen Phase erarbeiteten sich die Studenten ein Projekt, das dann am Ende in Gruppen vorgestellt wurde“, erinnert sich Fischer an die schöne Zeit in Dessau.

Fischer ist ein vielseitiger Künstler. Seine Objekte sind in der gesamten Oberpfalz zu finden. Von der Glasblüte vor der Neustädter Stadthalle über die Kirchenfenster der Letzauer St.-Johannes-Nepomuk-Kirche bis zum Granitbrunnen in Wenzenbach oder der St. Anna-Kapelle in Gebhardsreuth.

Für das Hospiz St. Felix hat er ein besonderes Kunstobjekt geschaffen. Bei dem 2,60 Meter hohen und vier Meter breiten, dreiteiligen Werk steht das Kreuz im hell erleuchteten Lebenskreis im Mittelpunkt. Es hängt im Verabschiedungsraum, in dem sich Angehörige vom Verstorbenen verabschieden. In den Lebenskreis können Motive eingefügt werden, je nach Neigung des Verstorbenen.

Das Kreuz aus Edelstahl ist herausnehmbar. „Dieses Wandbild gibt allen Konfessionen Raum, Verabschiedung möglich zu machen. Mit der Verabschiedung beginnt auch die Trauerarbeit“, klärt Susanne Wagner, die Leiterin des Hospizes auf. Auf dem in gedämpftem Blau gehaltenen Raum finden sich viele schwarze und weiße Linien. Vielfach unterbrochen, vielfach zum Himmel führend. „Ein kleines Stück Ewigkeit“, findet Wagner.

Fischer hat bereits für die vorher dort untergebrachte Palliativ-Station ein Glas-Wandbild gefertigt. Als die Station nach Weiden umzog, zog auch dieses Bild mit um. Da es nicht seine Intention war, kam er mit Wagner in Verbindung. Beide vereinbarten kurzerhand, dass er für das Hospiz ein neues Werk fertigt. In nur 14 Tagen erstellte der Künstler den Entwurf und das Modell. Die Firma Regler in Altenstadt projizierte das Motiv auf Folien, die auf drei Tafeln aufgeklebt wurden. „Noch auf der Baustelle haben wir dann das Werk aufgehängt, damit der Verabschiedungsraum zur Eröffnung Mitte Februar komplett war“, erzählt Fischer.

Wagner ist vor allem von der warmen und lebensnahen Gestaltung angetan. Ein weiteres kunstvolles Glasfenster Fischers erhellt den Raum der Stille, in den sich Angehörige und auch das Personal bei Bedarf zurückziehen können. Das Werk habe der Künstler dem Hospiz zu günstigsten Konditionen überlassen.

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