18.08.2019 - 12:30 Uhr
Neustadt an der WaldnaabOberpfalz

Kräutergeheimnissen auf der Spur

Aromatisch geht es bei der zweiten Sitzweil des Neustädter Oberpfalzvereins zu. Rita Käs führt in der Scheune des Lederer-Hofs in die Geheimnisse der Kräuter, deren Heilkraft und kulinarischen Wert ein.

Als Kennerin von Kräutern erweist sich Referentin Rita Käs aus Buch. In ihrem Vortrag erklärt sie, wie man Salben und Pasten herstellt, Öle ansetzt, Sirup und Limonaden oder köstliche Brotaufstriche herstellt.
von Hans PremProfil

Mancher der 40 Besucher der Sitzweil wähnte sich in der urigen Scheune des Lederer-Hofs wie in einem Bauernhof in der Toskana. Globige Feldsteinsäulen, alte Balken, altes Holz und antiquierte Einrichtung verleihen dem Gebäude einen ganz besonderen Charme. Dazu ging zu Beginn der Veranstaltung über der zum Garten hin offenen Seite der Scheune gerade die Sonne unter. Einfach traumhaft.

Vorsitzender Ernst Umann begrüßte die Gäste in der kleinen Scheune, in der kein Stuhl mehr frei war. Er zeigte sich froh darüber, dass Hausherr Josef Plößner und Freundin Carina ihr Anwesen für die Sitzweil zur Verfügung stellten. Eingesetztes Glyphosat vernichte viele Wildkräuter, nehme Insekten den Lebensraum. „Deshalb ist ein Umdenken in Politik und Landwirtschaft erforderlich“, mahnte er. Es gebe eigentlich kein Unkraut, das vernichtet gehöre, alles sei verwendbar und habe seinen Sinn. Peter Merkl trug die Sage über die Wald-Kräuterfräulein aus dem Buch „Lebendiges Brauchtum in der Oberpfalz“ von Harald Fähnrich vor. Darin geben die eigenartigen Wesen ihr Wissen in der Kräuterheilkunde den Menschen zu deren großen Nutzen weiter.

Vom Nutzen der Kräuter überzeugte auch die Referentin Rita Käs aus Buch die Sitzweiler eindrucksvoll bei ihrem interessanten Vortrag. Seit die Austragsbäuerin den Hof übergeben hat, interessiert sie sich für Wild- und Gartenkräuter. Mittlerweile hat sie sich ein Wissen angeeignet, das die Zuhörer immer wieder zum Staunen brachte.

Käs begann mit der Herstellung einer Salbe aus Ringelblumen, dem „Gartendoktor“ unter den Pflanzen. Sie habe die Blumen allerdings nicht, so wie es in der vorgelesenen Sage geraten wird, nackt gepflückt. Eingeschmolzen mit Bienenwaben und angereichert mit Olivenöl helfe sie hervorragend gegen Hautbeschwerden. Bei Insektenstichen verwendet die Expertin eine Salbe aus Spitzwegerich. Die Referentin hatte schmackhafte und erfrischende Kräuterlimonaden und Sirups vorbereitet und ließ die Teilnehmer davon kosten. Sie stellte die Brennnessel als gesündestes Gut in der Natur vor und kredenzte am Ende leckere Brotaufstriche unter anderem mit Bärlauchpaste, Kräuterfrischkäse oder Kräuterbutter. Am Ende beantwortete die Referentin noch zahlreiche Fragen des Publikums und erhielt großen Beifall für ihren Vortrag.

Die „Zupfer-Moidla“ Waltraud Neubauer-Zupfer und Renate Zupfer-Vilas trugen zwischendurch spontan Lieder und Witze zur Auflockerung der Veranstaltung bei. Plößner und Freundin Carina hatten die Scheune mit viel Liebe zum Detail und einigen Raritäten dekoriert und erwiesen sich auch bei der zweiten Sitzweil des Oberpfalzvereins als perfekte Gastgeber.

40 Gäste begrüßt Vorsitzender Ernst Umann (stehend) zur zweiten Sitzweil des Oberpfalzvereins in der vollbesetzten Scheune des Lederer-Hofs in der Lindenstraße.
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