31.07.2020 - 12:33 Uhr
Neustadt an der WaldnaabOberpfalz

Kreis Neustadt/WN: Horst Schellkopf plädiert für Sammelrohre gegen Zigarettenkippen

"Man kann im Umweltschutz auch mit kleinen Dingen anfangen." Das ist die Maxime von Horst Schellkopf, Kreisvorsitzender des CSU-Arbeitskreises Umwelt. Er setzt bei der Zigarettenkippe an.

Achtlos weggeworfene Zigarettenkippen verschandeln das Stadtbild und schaden der Umwelt. Der CSU-Arbeitskreis Umwelt im Landkreis Neustadt/WN unter Vorsitz des Windischeschenbachers Horst Schellkopf macht sich deshalb für spezielle Sammelbehälter stark.
von Jutta Porsche Kontakt Profil

In Amberg macht sich Karin Meixner-Nentwig, langjährige Vorsitzende des regionalen Kinderschutzbundes, bereits seit längerem dafür stark, spezielle Sammelbehälter für Zigarettenkippen an Abfallbehältern oder bei Kiosken anzubringen, um die Stummel dann über den Verein TobaCycle in Köln zu recyclen. "Man kann ihr zu der Initiative nur gratulieren", meint Horst Schellkopf aus Windischeschenbach. Auch wenn der Vorsitzende des CSU-Arbeitskreises Umwelt und Landschaftsplanung im Kreis Neustadt/WN schon mit einer normalen Entsorgung der Zigarettenkippen über die Müllverbrennung zufrieden wäre.

ONETZ: Wie kam es zu Ihrer Idee?

Horst Schellkopf: Wir haben das Thema kurz vor der Corona-Krise in einer Vorstandssitzung diskutiert. Vor allem an Bushaltestellen und anderen Orten, an denen sich viele Menschen treffen, liegt alles voll Kippen. Unser Vorstandsmitglied Gabriele Hagemann hat berichtet, dass in Wien spezielle Rohre als Sammelbehälter für Zigarettenkippen aufgestellt wurden. Diese Idee habe ich dann aufgegriffen.

ONETZ: Wie sieht Ihr Vorschlag konkret aus?

Horst Schellkopf: Ich bin Handwerker und kann mir deshalb gut vorstellen, wie man so etwas umsetzt: Man versieht ein stärkeres, verzinktes Rohr unten mit einem Deckel. Da hinein sollen die Zigarettenkippen. Das Rohr wird mit einer Schelle zum Beispiel am Ständer eines Abfallbehälters angebracht. Dann lässt es sich zum Ausleeren leicht umdrehen und im Mülleimer kann nichts mehr anbrennen. Letztlich wäre das ein wichtiger Beitrag zum Umweltschutz.

Amberg

ONETZ: Die meisten Kommunen haben kein Geld im Überfluss. Wird die Gemeindekasse da stark belastet?

Horst Schellkopf: Überhaupt nicht. Meiner Ansicht nach ist das mit 50 Euro Materialkosten erledigt. Ein geschickter Bauhofmitarbeiter kann so eine Vorrichtung selbst bauen. Dafür braucht er vielleicht eine Stunde Arbeitszeit.

ONETZ: Was halten Sie von dem Vorschlag der Ambergerin Karin Meixner-Nentwig, die Zigarettenkippen über einen Kölner Verein durch Zugabe von Plastikmüll recyceln zu lassen?

Horst Schellkopf: Ich habe das im Onetz gelesen und für gut befunden. Meiner Ansicht nach müssen Transport nach Köln und Recycling aber nicht unbedingt sein, die Stummel können auch in die Müllverbrennung wie Restabfall. Frau Meixner-Nentwig hat Recht, dass ein Zigarettenkippe bis zu 40 Liter Grundwasser verseuchen kann. Wichtig ist deshalb vor allem, dass sie eingesammelt werden und nicht länger öffentliche Plätze verschandeln.

ONETZ: Gibt es bereits eine Gemeinde, in der diese Idee umgesetzt wurde?

Horst Schellkopf: Wir haben schon vor einiger Zeit ein Schreiben an sämtliche Bürgermeister im Landkreis geschickt. Laut unserem Schriftführer war die Resonanz ganz gut, denn er wurde mehrfach darauf angesprochen. Passiert ist vermutlich während der Corona-Krise noch nichts. Aber wir werden noch einmal nachhaken.

Zigarettenkippen verschandeln viele öffentliche Plätze und sollten deshalb in speziellen Behältern gesammelt werden, so dass auch keine Brandgefahr mehr besteht, regt der CSU-Arbeitskreis Umwelt im Landkreis Neustadt/WN an.

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