13.11.2019 - 15:27 Uhr
Neustadt an der WaldnaabOberpfalz

Landestheater Oberpfalz bekommt mehr Geld für Profi-Schauspieler

Der Bayerische Rechnungshof ist bekannt als Instanz, die Behörden auf die Finger klopft, wenn sie zu viel ausgeben. Im Fall des Landestheaters Oberpfalz haben die Finanzhüter indes einen großen Auftritt: Sie verlangen mehr Geld für Kultur.

Das Landestheater Oberpfalz soll mehr Profis, wie hier in der Rocky Horror Show, auf die Bühne schicken. Das fordert der Oberste Bayerische Rechnungshof. Die Kommunen aus der Region müssen deshalb mehr zahlen.
von Friedrich Peterhans Kontakt Profil

Auf den ersten Blick ist die Situation paradox. Der Oberste Rechnungshof in München überprüfte das bayerische Kultusministerium. Er hat dabei die staatlichen Zuschüsse an das LTO beanstandet. Die seien in Zukunft nur möglich, wenn sich das Ensemble weiter professionalisiere. Das bedeutet: Das Theater mit Sitz in Leuchtenberg braucht künftig fünf statt drei fest angestellte Schauspieler sowie mehr professionelle Akteure auf Honorarbasis, sprich 20 bis 24 statt wie bisher 12.

Defizit klettert kräftig

Dadurch erhöht sich das jährliche Defizit ab 2020 von bisher rund 367 000 Euro auf voraussichtlich 651 000 Euro, erläutert Kreiskämmerer Alfons Bauer im Kreisausschuss. "Der Freistaat wäre bereit die Hälfte davon zu übernehmen, wenn die andere Hälfte von den Kommunen kommt, die vom Spielbetrieb profitieren. Das wären insgesamt 325 000 Euro."

Der Landkreis reagiert, und auch andere lassen dazu Bereitschaft erkennen: Der Kreis Schwandorf würde seinen Zuschuss über die nächsten drei Jahre von 25 000 auf 30 000 Euro erhöhen, Tirschenreuth signalisiert 20 000 statt bisher 10 000 Euro und die Stadt Weiden stattliche 77 500 statt 30 000 Euro. Die Stadt Vohenstrauß, eine Hauptspielstätte, hat 25 000 Euro in Aussicht gestellt. Somit verbleiben für den Kreis Neustadt/WN, wo die meisten Stücke über die Bühne gehen, noch rund 160 000 Euro jährlich bis 2022.

Barbara Kindl (ÖDP) kann das nicht so recht nachvollziehen. "Die Forderungen des Kultusministeriums treiben doch das Defizit. Ich halte auch wenig von einer weiteren Professionalisierung. Die Leute gehen doch dort hin, weil ihr Nachbar oder Bekannter mitspielt."

Alternativ höchstens Laienbühne

Landrat Andreas Meier verweist darauf, dass das LTO selbst um die neuen Zuschüsse bittet: "Sonst fällt die gesamte staatliche Unterstützung weg. Dann können die dicht machen, und wir fangen wieder mit der Stadtbühne Vohenstrauß an." Das sei nicht die Bedingung der Staatsregierung, sondern des Rechnungshofs, stellt er klar. Günter Stich (SPD) findet die erhöhte Dosis in der Finanzspritze von drei Mal 160 000 Euro jährlich statt 60 000 Euro zwar heftig, "aber ich denke, das muss es uns wert sein". So ähnlich klingt dies auch bei Edgar Knobloch und der CSU-Fraktion. Der Beschluss fiel einstimmig.

Damit kann aber das LTO nicht gleich neue Profis anheuern. Die Beschlüsse aus den anderen Kommunalparlamenten stehen noch aus. Zudem soll geprüft werden, in welcher Rechtsform und mit welchen Anteilen das Theater künftig agiert. Bei Gründung einer neuen Gesellschaft ist der jährliche Zuschuss als Zahlung in die Kapitalrücklage der neuen Beteiligungs-GmbH zu leisten.

Zuschüsse:

Nach Auskunft des Landratsamts zahlt das Kultusministerium immer dieselbe Summe für das LTO, die als regionale Mittel zur Verfügung stehen. Zuletzt hat es sogar noch etwas draufgelegt. Bisher flossen an kommunale Zuwendungen 165 000 Euro, vom Freistaat kamen 195 000 Euro. Geplant sind nun 337 500 von Bezirk, Landkreisen und Gemeinden sowie die gleiche Summe vom Freistaat. (phs)

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