28.01.2020 - 16:39 Uhr
Neustadt an der WaldnaabOberpfalz

Landkreis Neustadt/WN verliert weiter Einwohner

Der Landkreis schrumpft weiter. Das zeigen die Zahlen. Doch es gibt auch Gewinner. Einer davon ist Eschenbach, das landkreisweit binnen Jahresfrist das höchste Plus aufweist. Die Kreisstadt hingegen muss die größten Verluste hinnehmen.

Entwicklung der Einwohnerzahlen, Juni 2018 - Juni 2019
von Matthias Schecklmann Kontakt Profil

Die Einwohnerzahlen des Landkreises Neustadt/WN sinken wieder. Die aktuellsten Zahlen des Landesamtes für Statistik und Datenverarbeitung zeigen einen Rückgang, der aber moderat ausfällt. Demzufolge lebten zum Stichtag 31. Juni 2018 zwischen Eslarn und Kirchenthumbach 94 501 Bewohner. Zum 30. Juni 2019 waren es noch 94 459. Das ergibt ein leichtes Minus von 42.

Die Entwicklung ist fast ausgeglichen, 19 von 38 Gemeinden freuen sich über einen Zuwachs, die 19 anderen müssen ein Minus hinnehmen. Das größte Plus verzeichnet die Stadt Eschenbach mit satten 91 neuen Einwohnern. Eine gute Entwicklung, denn zwischen Juni 2017 und Juni 2018 stand für die Rußweiherstadt noch ein Minus von 42 zu Buche.

Bürgermeister Peter Lehr erklärt sich den Zuwachs vor allem durch die leistungsfähigen Betriebe, die sich seitdem in Eschenbach angesiedelt haben. „Durch die Arbeitsplätze kommen auch wieder mehr junge Familien. Wir sorgen durch Wohnbebauung und das neue Baugebiet dafür, dass sie bleiben können.“ Er rechnet in Zukunft mit einem weiteren Wachstum.

Vorne dabei ist auch die Gemeinde Irchenrieth, mit einem Plus von 66 Einwohnern. „Durch die von uns ausgewiesenen Baugebiete besteht reger Zuzug. Es tut der Gemeinde gut, wenn junge Familien kommen“, bilanziert Bürgermeister Josef Hammer.

Das größte Minus muss dagegen erneut Neustadt an der Waldnaab hinnehmen. Schon zwischen Juni 2017 und Juni 2018 verlor die Kreisstadt 30 Einwohner. 2019 sind es nun sogar 78 Bürger weniger. „In dieser Größenordnung sind das keine normalen Schwankungen mehr. Wenn größere, fünf- oder zehnköpfige Familien, etwa mit Migrationshintergrund, die Stadt verlassen, dann merkt man das schon deutlich in der Statistik“, erklärt Bürgermeister Rupert Troppmann. Ein weiterer Grund ist für ihn der Mangel an Bauplätzen und Mietwohnungen: „Die Nachfrage ist da, und so groß, dass alles, was wir ausweisen schnell weg ist.“

In den Städten im westlichen Landkreis verliert Pressath (-20) am deutlichsten an Einwohnern. Das deutliche Plus von Eschenbach (+91) und Grafenwöhr (+32) gleicht das aber gut aus, so dass die Region um das Städtedreieck und Neustadt am Kulm eine positive Entwicklung aufweist.

Anders im östlichen Landkreis, wo Floß (-41), Waidhaus (-35), Pleystein (-46) und Moosbach (-33) deutlich an Einwohnern verlieren. Konstante ist hier die Stadt Vohenstrauß, die um 16 Bürger zulegt. Im Süden gehören Luhe-Wildenau (+31), Bechtsrieth (+19) und Irchenrieth (+66) zu den Gewinnern.

Die größten Städte im Landkreis, Vohenstrauß (7429 Einwohner) und Grafenwöhr (6377), legen weiter zu und bauen ihren Vorsprung aus. Es folgen Neustadt/WN (5705) und Windischeschenbach (4974), die aber beide an Einwohnern verlieren. Die kleinste Gemeinde, Schlammersdorf (859), schrumpft laut Statistik weiter. Knapp davor liegt Kirchendemenreuth (864), das aber einen Neubürger begrüßen durfte.

Neustadt an der Waldnaab

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