04.07.2021 - 14:23 Uhr
Neustadt an der WaldnaabOberpfalz

Landratsamt Neustadt warnt: Keine heiße Asche in die Mülltonne

Laue Sommerabende laden zum Grillen ein. Doch am Ende des Tages kann das auch böse enden. Nicht eben selten rückt dann die Feuerwehr zu Bränden aus. Was tun, um sie zu vermeiden? Ein Experte gibt Tipps.

Grillkohle muss mindestens einen Tag im Grill oder in einem Metallgefäß auskühlen und darf dann erst in die Restmülltonne.
von Thorsten Schreiber Kontakt Profil

Grillkohle darf nur vollständig abgekühlt in die Restmülltonne gegeben werden. Andernfalls kann das Gefäß in Brand geraten, heißt es in einer Pressemitteilung des Landratsamts. „Es kam auch schon vor, dass die Müllfahrzeuge Feuer fingen und es in den Müllsammelbunkern des Zweckverbands Müllverwertung Schwandorf brannte“, warnt Abfallberater Peter Hägler. Nur durch schnelles Eingreifen des Betriebspersonals und der Feuerwehr sei bisher größerer Schaden verhindert worden.

Egal ob Holz-, Kohle- oder Grillasche: Sie kann von außen erloschen erscheinen, innen aber noch glühen. Daher sollte sie mindestens einen Tag im Grill oder in einem Metallgefäß auskühlen, empfiehlt Hägler. Dabei sei wichtig, immer darauf zu achten, dass sich im näheren Umkreis vom Aschebehälter keine brennbaren Gegenstände befänden. Kleinste Glutstücke in Verbindung mit brennbaren Abfällen in der Mülltonne oder im Müllfahrzeug könnten leicht zu einem gefährlichen Brand führen. Asche wäre prinzipiell ein guter Dünger, räumt der Abfallberater ein. Aber darin konzentrierte Schwermetalle führten zu einer Anreicherung dieser Stoffe im Komposthumus, daher dürften die Überreste der Kohle weder in die Biotonne noch auf den Kompost gelangen. "Asche gehört gut abgekühlt immer in die Restmülltonne", erklärt Hägler.

47 Mülleimerbrände seit 2019

Im gesamten Bereich der Integrierten Leitstelle Nordoberpfalz (ILS), also in Weiden sowie den Landkreisen Neustadt und Tirschenreuth, gab es seit 1. Januar 2019 insgesamt 47 Mülleimerbrände, informiert stellvertretender Leiter Robert Schmid. Vier davon seien durch Kohle ausgelöst worden, 43 hatten eine andere Ursache. Schmids Fazit lautet daher: "Ich denke, dass die Nordoberpfälzer sehr achtsam mit ihrer heißen Kohle umgehen."

Im Landkreis Neustadt ist die Kraus Recyling und Entsorgung GmbH in Windischeschenbach für die Abholung der Restmülltonnen zuständig. In den vergangenen zehn Jahren habe es erst zwei Mal Probleme gegeben, dass "heiße Asche einen Ladungsbrand verursacht" hatte, informiert Geschäftsführer Christian Kraus auf Nachfrage von Oberpfalz-Medien. "In beiden Fällen hatte unsere Fahrzeugbesatzung schnell reagiert und die Ladung neben der Straße ausgekippt." Die Feuerwehr habe den Brand dann gelöscht. "Prinzipiell bleibt hier zu sagen, dass die Asche wirklich nur in absolut erkalteten Zustand in die Restmülltonne gegeben werden soll", betont Kraus.

Container in Weiden brennt

In Weiden hat erst jüngst am 21. Juni ein Müllumladecontainer gebrannt, berichtet Stadtbrandrat Richard Schieder. Das komme ein bis zwei Mal pro Jahr vor. Die Ursache sei allerdings schwer nachzuvollziehen, aber Grillkohle könnte immer ein Grund sein. Einsätze in solchen Fällen dauerten oft lange. Dabei entstehe zwar "keine große Gefahrenlage, aber großer Aufwand" für die Feuerwehrleute.

"Wenn man Glück hat, brennt nur die Mülltonne, wenn man Pech hat die Müllumladestation", weiß auch Thomas Knoll, Verbandsdirektor des Zweckverbands Müllverwertung Schwandorf, aus Erfahrung. Einmal im Jahr stehe ein Müllfahrzeug in Flammen. In solchen Fällen könne "extremer Sachschaden entstehen". Auch wenn die Brandursache oft kaum zu ermitteln sei: Falls Grillkohle im Spiel sei, handle es sich um fahrlässige Brandstiftung, also um eine Straftat, macht Knoll deutlich. Er appelliert daher, Kohle und Asche immer gut abzulöschen.

"Es kam auch schon vor, dass die Müllfahrzeuge Feuer fingen und es in den Müllsammelbunkern des Zweckverbands Müllverwertung Schwandorf brannte."

Peter Hägler, Abfallberater im Landratsamt Neustadt

Hintergrund:

Holz-, Kohle- oder Grillasche

  • kann erloschen erscheinen, innen aber noch glühen
  • muss mindestens einen Tag auskühlen
  • darf erkaltet nur in die Restmülltonne, nicht auf Kompost oder in Biomüll

 

 

Kommentare

Um Kommentare verfassen zu können, müssen Sie sich anmelden.

Bitte beachten Sie unsere Nutzungsregeln.