Das Landratsamt braucht Platz. Der Personalzuwachs der vergangenen zwei Jahre zwingt den Kreis, nach Erweiterungsflächen Ausschau zu halten. Was wo machbar sein könnte, zeigen vier Varianten. Gerade wurden mit dem Bau „Am Hohlweg 2“ 105 neue Arbeitsplätze geschaffen. Doch das deckt noch lange nicht den Raumbedarf. aller Abteilungen. Das Landratsamt verfügt über 7 Standorte in Neustadt, Weiden, Eschenbach und Vohenstrauß für 317 Beschäftigte sowie 9 Mitarbeiter am Schulamt.
Kreisbaumeister Werner Kraus stellte im Kreisausschuss eine Machbarkeitsstudie vor, basierend auf einer Mitarbeiter-Umfrage. unter den Mitarbeitern. „Die Mehrheit will weitere Zentralisierung“, sagte Kraus. Neustadt sei von überall aus aus allen Richtungen gut erreichbar, und die Bürger könnten mehrere Behördengänge gleichzeitig erledigen. Nicht zuletzt würden das Zusammengehörigkeitsgefühl der Mitarbeiter gestärkt sowie die Zusammenarbeit erleichtert.
Sie sei kein Freund der Zentralisierung, sagte Barbara Kindl (Grüne). „Es gibt doch sicher Sachgebiete, die man in bestehende Gebäude auslagern könnte.“ Als möglichen Standort brachte sie das alte Forsthaus in Vohenstrauß ins Spiel. Das sei voll, wenn Zulassungsstelle und VHS dorthin umziehen, entgegnete Kraus. Auch Manfred Plößner (Freie Wähler) sieht in der dezentralen Ansiedlung der Abteilungen nichts Schlechtes. „Wir wollen doch den gesamten Landkreis stärken“.
SPD-Kreisrat Udo Greim (SPD) rückte von seiner Meinung der Dezentralisierung ab. „Wir sollten hier in Neustadt was Neues bauen und nicht auf Altbauten zurückgreifen.“ Landrat Andreas Meier und der Kreisbaurat betonten, dass noch nichts beschlossen sei. Die Studie sei eine Diskussionsgrundlage.
Variante 1, Zacharias-Frank-Straße (klein)
Bei dieser Variante bleibt der zusätzliche Raumbedarf am Standort in Weiden ungedeckt. Für die Sachgebiete Rechnungsprüfung, Wasserrecht, Schulamt und Teile des Jugendamts werden zusätzliche Räume auf dem Grundstück Zacharias-Frank-Straße geschaffen.
Bedarf: 660 Quadratmeter Nutzfläche (inklusive 10 % Reserve); Kosten: 3,65 Millionen Euro. Vorteile wären eine schnelle Umsetzbarkeit, da das Grundstück dem Landkreis gehört. Der zusätzliche Bedarf beim Jugendamt wird im Anbau gedeckt. Nachteile sind unter anderem, dass das Gesundheits- und Veterinäramt am Standort Weiden leer ausgeht und mit zusätzlichem Verkehr in der Sackgasse zu rechnen ist.
Variante 2: Zacharias-Frank-Straße (groß)
Hier werden sämtliche Sachgebiete und Abteilungen in einem Erweiterungsbau in der Zacharias-Frank-Straße 14 untergebracht. Die Gesamtfläche des Geländes beträgt 4145 Quadratmeter. Drei Geschosse à 1000 Quadratmeter wären möglich.
Bedarf: 1900 Quadratmeter Nutzfläche; Kosten: 10,5 Millionen Euro; Tiefgarage: rund 100 Stellplätze (rund 3,3 Millionen Euro). Diese Variante hat den Vorteil, dass das gesamte Landratsamt (ohne Außenstellen) nur noch auf zwei Standorte verteilt wäre. Nachteil: Es gibt keine Erweiterungsmöglichkeiten.
Variante 3: Ehemaliges Krankenhaus Neustadt/WN
Es wurde geprüft, ob sich das ehemalige Krankenhaus für die zusätzliche Unterbringung von Jugendamt, Gesundheitsamt, Veterinäramt, staatlicher Rechnungsprüfung, Wasserrecht und Schulamt eignet. 4900 Quadratmeter würden benötigt, 3910 stehen nach Rücksprache mit der Kliniken AG zur Verfügung. Für die fehlenden 1000 Quadratmeter wäre das Stockwerk über dem Hospiz erforderlich, das die Kliniken AG belegt.
Kosten: 9 Millionen Euro für Umbauten; Zusätzliche Stellplätze: rund 100 Stellplätze, rund 500 000 Euro. Vorteil ist die Nutzung eines bestehendes Gebäude. Nachteile sind die unübersichtliche Anordnung und langen Wege für Besucher, hohe Investitionen, eine zusätzliche Verkehrsbelastung in der Felix-Allee. Bei Erwerb des Gebäudes werden lediglich rund 40 Prozent der Gesamtfläche (13 000 Quadratmeter) genutzt. Den Rest belegen Schulen, BRK und Hospiz. In den kommenden Jahren ist mit einem hohen Sanierungsaufwand zu rechnen.
Variante 4: Zentraler Neubau
Hier werden die Sachgebiete von Weiden, vom ehemaligen Krankenhaus und das Jugendamt zusammengefasst. Als möglicher Standort käme das ehemalige Osram-Gelände an der Fabrikstraße (Gesamtfläche 13 000 Quadratmeter) infrage. Der Bedarf für das Landratsamt liegt bei rund 8000 Quadratmeter (inklusive Reserveflächen).
Bedarf: 2500 Quadratmeter Nutzfläche; Kosten: 12,5 Millionen Euro; Stellplätze: circa 100 Stellplätze, 300 000 Euro. Das Grundstück ist voll erschlossen, liegt am Radwegenetz. Ein Anschluss an die neue Energiezentrale am Gymnasium ist möglich. Um das Gelände nutzen zu können müsste der jetzige Eigentümer es jedoch verkaufen. Ungelöst ist außerdem die Altlastenproblematik.




















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