05.06.2018 - 20:38 Uhr
Neustadt an der WaldnaabOberpfalz

Mehr als eine Städtefreundschaft

Die Städtepartnerschaft Neustadt in Europa will verstärkt junge Leute ansprechen. Weiteres Ziel ist es Wege zu suchen, um Fördergelder zu bekommen und sich um ein Mitglied in Finnland bemühen.

Die blauweiß gekleideten Mitglieder der Bürgerwehr aus Neustadt/WN sind treue Besucher der Städtetreffen.
von Uwe Ibl Kontakt Profil

(ui) "Wir sind eine wichtige Keimzelle für ein geeintes Europa. Daran arbeiten wir weiter", sagte Bürgermeister Bruno Altrichter aus Bad Neustadt an der Saale zum Amtskollegen in Nowe Miasto nad Pilica. Altrichters Stadt in der Rhön wird nach 1979 und 1999 im kommenden Jahr zum dritten Mal das Treffen "Neustadt in Europa" ausrichten.
Für die Oberpfälzer wird das vom 28. bis 30 Juni zwar kein Heimspiel wie für Petra Bieber, die Vorsitzende der Arbeitsgemeinschaft. 12 Stunden Busfahrt wie 2018 sind dann nicht nötig. "Wer hätte gedacht, dass wir den europäischen Gedanken hier in Polen so toll weitertragen", freut sich Hans-Jürgen Ritter aus Neustadt am Kulm über 700 Teilnehmer aus vier Ländern bei der Zusammenkunft in Polen. Die kamen aus immerhin 21 der 36 Städte, die der einzigartigen Arbeitsgemeinschaft angehören.

"Die Polen sind unsere Nachbarn. Sie haben zwar derzeit politische Probleme, aber wir haben auch welche", betont der Beauftragte seiner Heimatstadt für diese Partnerschaft. Trotz einer nur vierköpfigen Delegation wolle man zeigen, dass Neustadt am Kulm hinter dieser Freundschaftsidee stehe. Wichtig sei, dass junge Leute erfahren, was Europa wert ist. "Es ist unser Europa."

"Neustadt in Europa"-Geschäftsführer Martin Franck aus Neustadt an der Weinstraße appelliert an die Bürgermeister, junge Leute schon bei der Planung der Reisen zu den Treffen mit einzubeziehen. "Das wird die Aufgabe der Zukunft sein." Man habe das immer versucht, meint Rupert Troppmann. Gerade im kommenden Jahr bestehe die Möglichkeit, dass mehr Bürger die relativ kurze Anfahrt nach Unterfranken nutzen. Der Rathauschef von Neustadt/WN erinnert daran, dass man vor 20 Jahren mit 800 Leuten in einem Sonderzug in die Rhön gereist sei.

Bürgermeister Frank Rebhan (Neustadt b. Coburg) spricht von einem Symbol im Sinne des europäischen Gedankens für ein Miteinander auf Augenhöhe mit gegenseitigem Respekt, dass diese jährliche Veranstaltung 2018 erstmals in Polen stattfand. "Eine friedvolle Zukunft kann es nur geben, wenn wir verstaubte Vorurteile abbauen. Möge der europäische Gedanke Früchte tragen und unsere Neu-Städte noch enger verbinden." Dafür wollen die beteiligten Kommunen jetzt die Weichen stellen. "Ich bin gerne zurückgetreten, als die Polen zusagten, die dreitägige Feier 2018 auszurichten", meint Troppmann. Im Gegenteil: Er habe sich "sakrisch gefreut", dass so der vor 40 Jahren initiierte Freundschaftsgedanke auf besondere Art weitergetragen werde. "Das war eine große Geste", betont AG-Vorsitzende Bieber. Neustadt/WN erwartet nun kleinere Delegationen zu Beginn der Festwoche. Die werden ab Freitag, 13. Juli, zum Stadtjubiläum anreisen.

Die Bürgermeister wollen neue Imagebroschüren erstellen. Geschäftsführer Franck votiert für mehr Bilder und Hinweise, die Gäste nutzen könnten. "Die Zahl der Kindergärten und Schulen ist da uninteressant." Die zeitweise wegen der Datenschutzverordnung abgeschaltete Homepage soll künftig weniger statisch sein, regt Vorsitzende Bieber an. Die Neustädte könnten sie beispielsweise mit Veranstaltungen wie Stadtfesten oder Jubiläen füttern. Bekannt ist, dass es einen Bewerber aus Finnland für die Runde gibt. Uusikaupunki nennt sich das Neustadt am Bottnischen Meerbusen.

Info:

Arbeitsgemeinschaft „Neustadt in Europa“

Die Arbeitsgemeinschaft „Neustadt in Europa“ geht auf eine Idee von Hans Schreyegg aus Neustadt/WN zurück. Mit derzeit 36 beteiligten Kommunen in Deutschland, Österreich, den Niederlanden, Polen, Tschechien, Slowakei und Kroatien ist sie weit mehr als eine klassische Städtepartnerschaft. Aus der Oberpfalz ist auch Neustadt am Kulm vertreten. Zentrales Ereignis ist das jährliche Neustadt- Treffen in einer anderen Stadt. Schreyegg ist mittlerweile Ehrenvorsitzender. (ui)

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