Die Leidenschaft fürs Tüfteln und Basteln hat Philipp Dobmeier seit der Grundschule. Er konstruiert an der Werkbank in seinem Zimmer Rechenmaschinen oder Fernsteuerungen. Jetzt hat er seine Leidenschaft für Schweißarbeiten entdeckt und baut aus Sperrmüllteilen Fahrräder zusammen.
Seit einiger Zeit hat der 18-Jährige Neustädter seine Leidenschaft fürs Schweißen entdeckt. Die Technik dafür hat er sich selbst beigebracht. Was andere als kaputt entsorgen, kann er brauchen. Fahrradrahmen und Reifen hat er auf dem Sperrmüll gefunden. Im Urlaub kam ihm die Idee, aus den Teilen ein Tandem zu bauen. „Aber kein Tandem, auf dem man hintereinander, sondern nebeneinander sitzt. Das Ersteres ist ja langweilig“, meint er. Philipp schlachtete die Räder aus und baute daraus neue zusammen. Mit der Zeit entwickelte er sich zum absoluten Fahrradmechaniker, baute Schaltungen ein und aus oder wechselte Kugellager.
Zwei Fahrradrahmen stellte er nebeneinander, schweißte zwischen die beiden Gepäckträger eine Stahlplattform und verband die Vordergabeln mit einer Eisenschiene. Steuern kann nur der rechte der beiden Fahrer. Der vordere Teil des linken Fahrrads ist starr. „Der Vorteil, jeder Fahrer kann schalten, treten und bremsen wie er will. Nach bayerischer Tradition passt auf die hintere Plattform noch ein Kasten Bier“, zeigt er.
Der Neustädter hat aber auch noch weitere Räder aus Altteilen wieder zusammengebaut. Unter anderem ein Mountainbike der Marke Ghost. Dazu hat er die Bremsblöcke erneuert, fehlende Reifen und die Vorderachse ersetzt, neue Kugellager und eine neue Federung eingebaut. „Das habe ich innerhalb von einem Tag gemacht“, erzählt er stolz. An ein weiteres zusammengebautes Fahrrad hat er einen speziellen Gepäckträger geschweißt, auf dem ebenfalls ein ganzer Kasten Bier Platz findet. Sein eigenes Mountainbike hat er mit LED-Schläuchen samt spezieller Steuerung ausgestattet. Vor allem in der Dunkelheit ist er daher gut für andere Verkehrsteilnehmer zu sehen. Ihn würde auch noch der Bau eines E-Bikes reizen. Doch das Problem daran ist der teuere Akku.
Das fachliche Wissen hat sich der Bastler selbst beigebracht oder sich Anregungen bei Fahrrad Fritsch in seiner Nachbarschaft geholt. Die Initialzündung für seine Bastelleidenschaft erfolgte bereits in der Grundschule. „Bei meinem Lehrer Reinhard Prem haben wir als erstes Projekt einen geschlossenen Stromkreis gebaut“, erinnert er sich.
„Seitdem hat es ihn gepackt“, erzählt Mutter Andrea, die für ihren Sohn in Facebook nach alten Fahrrädern und Fahrradteilen sucht und auch immer wieder fündig wird. Sein Zimmer in der elterlichen Wohnung am Judengraben gleicht einer Werkstatt mit selbst gebauter Werkbank und unzähligen Teilen und Kabeln, sorgfältig und geordnet aufbewahrt in Schüben und Kästen. Mit dem Projekt, die erste Rechenmaschine von Blaes Pascall nachzubauen, nahm er am Wettbewerb Jugend forscht teil. „Ich hatte jedoch keinen Erfolg, da ich nur nachgebaut habe“.
Nach seinem Abitur, das er heuer am Neustädter Gymnasium gemacht hat und von der Schule auch mit einem Preis in Physik ausgezeichnet wurde, will er jetzt für ein Jahr nach Neuseeland gehen und dort an der Aktion „Work and Travel“ teilnehmen. Hier will sich Philipp Dobmeier Geld für sein Studium für Elektrotechnik in Erlangen verdienen.
Opa Günther Kulzer verliert für diese Zeit seinen „Hausmeister“. „Philipp repariert wirklich alles, findet einfache Lösungen für kompliziert anmutende Reparaturen“.














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