14.10.2021 - 13:10 Uhr
Neustadt an der WaldnaabOberpfalz

Neue Pläne für Naturpark Nördlicher Oberpfälzer Wald

Vor fast genau einem Jahr, verkündeten die Verantwortlichen der beiden nordoberpfälzischen Naturparke, die Einrichtung eines gemeinsamen Zentrums in Windischeschenbach. Nun heißt es April, April. Was ist da los?

Das Lerautal gehört zu den klassischen Postkartenmotiven im Naturpark Nördlicher Oberpfälzer Wald.
von Friedrich Peterhans Kontakt Profil

In der Mitgliederversammlung des Naturparks Nördlicher Oberpfälzer Wald vergangene Woche in der Stadthalle Neustadt/WN ließ Vorsitzender Andreas Meier die Bombe platzen. Aus dem geplanten gemeinsamen Naturparkzentrum (NPZ) mit dem Steinwald-Naturpark werde nichts. Eine richtige Begründung hatte der Landrat nicht. Die Steinwälder wollten eben nicht mehr.

Das bestätigt Steinwald-Vorsitzender Eberhard Freiherr von Gemmingen-Hornberg. "Wir haben beschlossen, die Idee nicht mehr weiter zu verfolgen. Zur Zeit prüfen wir aber nach wie vor die Möglichkeiten eines NPZ für den Steinwald. Alles ist noch offen. Wir werden in den nächsten Wochen Gespräche führen und auch ein Beispiel-NPZ anschauen. Eine Entscheidung, ob, wo und wie wird erst Anfang 2022 getroffen werden."

Im September 2020 klang das noch ganz anders. Meier hatte damals gesagt, dass ein solches Naturparkzentrum inklusive seiner Unterhaltskosten nur Sinn ergebe, wenn es Nördlicher Oberpfälzer Wald und Steinwald miteinander angingen. Ein Standort war auch schon ausgeguckt: dort, wo die Naturparks aufeinanderstoßen, am Geo-Zentrum an der KTB in Windischeschenbach. Der Standort ist nicht zuletzt deshalb attraktiv, weil das Geo-Zentrum im Jahr über 10.000 Besucher anlockt.

Es war auch schon Konkretes geplant: Ein Bau auf 600 Quadratmetern, davon ein Drittel Ausstellungsfläche. Hinzu kommen sollten eine Wanderausstellungsfläche, ein Shop für Direktvermarkter, ein Showroom für Veranstaltungen, zwei Büros und vier Gästetoiletten. "Ernst Tippmann, Geschäftsführer des Naturparks Steinwald, zeigte sich beeindruckt von der Einstimmigkeit des Beschlusses", schrieb der Berichterstatter von Oberpfalz-Medien vor Jahresfrist. Auch jetzt ist Tippmann noch davon überzeugt, dass ein gemeinsames NPZ sinnvoll ist. Als Grund nennt er unter anderem die Kosten. „Zwei Zentren kosten das doppelte.“ Und er verweist auf die Förderrichtlinien, die für so ein solches Zentrum rund 20.000 Besucher im Jahr einfordern. Laut Tippmann sei dies alleine kaum zu erreichen. Zudem sei der Standort am Geo-Zentrum aus seiner Sicht optimal. Denn momentan plant der Naturpark Steinwald eine Erweiterung. Falls dies gelingen sollte, würde die Fläche des Naturparks dann bis zur KTB reichen, so der Geschäftsführer.

Der Nördliche Oberpfälzer Wald will für das NPZ vorgesehene Mittel nun in die Rangerarbeit investieren. Alleine kann er das Zentrum nicht stemmen. Im Raum stehen Kosten von zwei Millionen Euro, ein Eigenanteil von 222.000 Euro sollte über Rücklagen und Kredite finanziert werden.

Alles vorbei also? Eine Art Plan B schwebt zumindest der CSU-Kreistagsfraktion vor. Kaum hat sie vom Aus des gemeinsamen NPZ erfahren, will sie einen Antrag für ein Ersatzprojekt in die nächste Kreisausschuss-Sitzung einbringen.

"Wir halten dieses Thema für zu wichtig, als dass man es jetzt in der Konsequenz gleich aufgeben sollte", sagt Fraktionschef Edgar Knobloch. Die Christsozialen schlagen ein leicht verändertes Konzept vor, Stichworte Nachhaltigkeit und Klimaschutz in Kooperation mit dem Energietechnologischen Zentrum Weiden (ETZ) oder der OTH Amberg-Weiden. Dazu gehöre zum Beispiel die Beantragung und Abwicklung von Fördermaßnahmen in Zusammenhang mit der Wasserstoff-Modellregion. Daher schlägt die CSU vor, einen Energie- und Nachhaltigkeitsmanager einzustellen. Die Landkreis-Verwaltung soll dies prüfen.

Das Gebiet des Naturparks Nördlicher Oberpfälzer Wald umfasst den gesamten Landkreis Neustadt, südliche Ausläufer des Landkreises Tirschenreuth und die Stadt Weiden mit einer Fläche von rund 138.000 Hektar.

Mehr zum geplatzten Naturparkzentrum in Windischeschenbach

Neustadt an der Waldnaab

 

 

Kommentare

Um Kommentare verfassen zu können, müssen Sie sich anmelden.

Bitte beachten Sie unsere Nutzungsregeln.