22.02.2019 - 13:34 Uhr
Neustadt an der WaldnaabOberpfalz

Neue Seiten in der Bibliothek

"Büchereileiter Udo Fellmann gibt einen Sachstandsbericht ab." So heißt es in der Vorlage zur Sitzung des Kulturausschusses am Donnerstag. Doch dann kommt alles ganz anders.

Die Grünflächen vor der Bücherei sollen in den Sommermonaten zum Schmökern und Ausspannen einalden. Das ist Teil des Konzepts, die Bücherei von einem Ausleihe- zu einem Verweilort auszubauen.
von Friedrich Peterhans Kontakt Profil

Statt Fellmann sitzt seine Mitarbeiterin Christine Mutterer im Rathaussaal. Sie entschuldigt Fellmann, der mit dem Termin durcheinandergekommen war. Und sie beginnt ihren Vortrag mit einem Knalleffekt. Ihr Chef lässt ausrichten, dass er zum Jahresende die Leitung der Stadtbücherei abgibt.

Den Gesichtern der Stadträte stand die Überraschung ins Gesicht geschrieben. "Ich will das mal nicht kommentieren", sagt Bürgermeister Rupert Troppmann später. Fellmann spricht gegenüber Oberpfalz-Medien offen über seine Gründe. Er sei jetzt 65 Jahre alt geworden und wolle die Bücherei übergeben, "wenn alles tipptopp ist". Zudem habe er wieder geheiratet und lebe jetzt in Nürnberg. Das mache die Sache logistisch nicht einfacher. Fellmann ist eine Institution. Seit 1997 leitet er die Bibliothek. Er war maßgeblich an der Entscheidung beteiligt, sie vom Roten Schulhaus in die Stadthalle zu verlagern.

Fellmann, der früher an der Grundschule unterrichtet, hatte das Amt einst von seinem Konrektor Rudi Katzenberger übernommen. Was er daraus gemacht hat, ist beachtlich. Das war bei der Sitzung dem Bericht von Christine Mutterer zur Ausleihbilanz und weiteren Aktivitäten 2018 zu entnehmen.

Durch Vorlesestunden und ein respektables E-Book-Angebot liegt Neustadt bei den Ausleihzahlen oberpfalzweit auf Platz 5 von 15 vergleichbaren Einrichtungen. In Zahlen bedeutet das zum 31.12.2018 einen Bestand von 13515 Medien, 7776 aktiven Nutzern, 16275 Ausleihen und 899 E-Books, die alle schon mal entliehen waren.

"Mittelfristig werden die Ausleihzahlen aber zurückgehen", mahnt Mutterer. Das hängt mit einem geänderten Nutzerverhalten Richtung elektronischer Medien zusammen. Daher will die Stadt die Bücherei zu einem Verweil- und Wohlfühlort ausbauen und ihr einen weiteren Wlan-Anschluss zukommen lassen. Zudem gibt es Überlegungen, den Musikstreamingdienst "Freegal" anzubieten. Er ermöglicht legale Downloads. Mutter will sich darüber in der Schwandorfer Bibliothek näher erkundigen.

All dies gefällt den Stadträten. "7779 aktive Leser sind nicht schlecht für eine 6000-Einwohner-Stadt", lobte Troppmann die Arbeit der Bücherei. "Aber haben wir überhaupt Platz, dort einen Ort des Verweilens zu schaffen?", fragte Heribert Schubert (SPD). Troppmann ist davon überzeugt. "Wir haben zum Beispiel eine schöne Verweilecke für Kinder. Und wir könnten die Zugangstür zur Wiese aufmachen. Dann könnten dort Leute ihre Mittagspause verbringen und sich die Büchern anschauen. Mit Sonne wäre das ein schöner Ort des Verweilens." An die Umsetzung ist noch heuer gedacht.

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