Neustadt an der Waldnaab
09.04.2019 - 10:30 Uhr

Oberpfälzer Wald naturnah genießen mit digitaler Hilfe

Die Tourismusgemeinschaft Oberpfälzer Wald stellt ihre Projekte vor: Themen-Radwege und Wandern ohne Gepäck.

Der Nurtschweg, hier die Planer Höhe bei Waldkirch, hat noch mehr touristisches Potenzial, sind Fachleute überzeugt. Archivbild: Popp
Der Nurtschweg, hier die Planer Höhe bei Waldkirch, hat noch mehr touristisches Potenzial, sind Fachleute überzeugt.

Die Touristiker der Region nennen es "Leuchtturmprojekt". Damit es das wirklich wird, braucht es Zeit. Also dreht die auf zwei Jahre projektierte "Radrunde Oberpfälzer Wald" eventuell eine Extraschleife. Ursprünglich sollte dieses Erlebnis-Radwegenetz im Juli 2019 fertig sein.

Es zieht sich über die drei Landkreise Tirschenreuth, Neustadt und Schwandorf sowie die Stadt Weiden. Geplant sind sechs Routen, die jeweils unter einem Thema stehen. Sie heißen "Wald und Täler", "Zoigl und Fisch", "Vulkane und Erdgeschichte", "Genuss und Kultur", "Sagen und Geschichten" sowie "Wasserwelten".

"Dazu soll es darauf abgestimmte Erlebniswelten geben", teilt Stephanie Wenisch vom Tourismuszentrum Oberpfälzer Wald im Lenkungsausschuss mit. Er traf sich im Alten Schloss in Neustadt/WN. Diesem Gremium gehören unter anderem die drei Landräte der beteiligten Kreise und der Weidener Oberbürgermeister an.

Die Radrunde wird mit Leader-Mitteln der EU gefördert und kostet rund 210 000 Euro. Zurzeit werden Übersichtskarten entworfen, Werbemaßnahmen koordiniert und eine Eröffnungsveranstaltung geplant.

Vielleicht ist alles schon bis 9. Oktober so weit. Dann steigt in der Weidener Max-Reger-Halle der "Tourismustag Oberpfälzer Wald". Dabei könnte es um Praxistipps und Fördermöglichkeiten für Quartiergeber sowie die Digitalisierung des Wandertourismus gehen.

Für letztere soll das sogenannte Natur-Navi ein Aushängeschild werden, eine digitale Wanderkarte für das Goldsteig-Wegenetz im Oberpfälzer Wald. Entlang der Wege werden für den Gast Sehenswürdigkeiten, Gastronomie, Übernachtungsmöglichkeiten und Veranstaltungen angezeigt.

Eine Besonderheit entlang des Steigs sollen dabei die 100 "Natur-Highlights" sein. Darauf machen 1,20 Meter hohe Infostelen aus umweltfreundlichem Glasschaum aufmerksam. Das Material liefert die Mitterteicher Firma Glapor, die Entwürfe der Stelen kommen von Schülern der Weidener FOS. Ergänzt wird das Ganze durch akustische Erklärungen mit Oberpfälzer Akzent, Audioguides, QR-Codes und Rezepte für lokale Spezialitäten. Zurzeit läuft die Programmierung.

Ein neues Vermarktungskonzept soll den Nurtschweg aus dem Schatten des prominenteren Goldsteigs holen. Der 133 Kilometer lange Nurtschweg führt entlang der bayerisch-böhmischen Grenze von Waldsassen nach Waldmünchen und ist das verbindende Element zum tschechischen Goldsteig. Das neue Konzept soll das naturnahe Erlebnis abseits bekannter Pfade herausheben. Passend dazu wird die Nurtschweg-Faltkarte neu gestaltet und an den Internet-Auftritt angepasst. Sie erscheint im Mai.

Kein Zweifel: "Die Digitalisierung hält Einzug in den Tourismus", sagt Landrat Andreas Meier. Unabhängig davon erhoffen sich die Touristiker des Oberpfälzer Walds viel von klassischen Printprodukten. Dazu gehört das dreimal im Jahr erscheinende Freizeitmagazin mit jeder Menge Wander-, Ausflugs-, Kultur- und Einkaufstipps. Die aktuelle Ausgabe ist gerade erschienen.

Neu aufgelegt ist auch die Broschüre "Burgensommer" sowie ein Heft mit dem Titel "Wandern ohne Gepäck" - ein Megathema auf dem Goldsteig. Dabei werden Koffer und Taschen von den Gastgebern gegen eine kleine Gebühr von einer Unterkunft zur nächsten transportiert. Der Wanderer braucht nur einen kleinen Rucksack mit seiner Tagesration.

 
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