09.12.2018 - 16:08 Uhr
Neustadt an der WaldnaabOberpfalz

Palliativstation: Umzug nach Weiden steht bevor

Die Tage der Palliativstation auf dem Felixberg in Neustadt sind gezählt. Am 13. Dezember schließt die Station und zieht nach Weiden um. Für die Ärztliche Leiterin Dr. Stephanie Kuchlbauer und ihr Team brechen spannende Tage an.

Für unser "Adventstürchen" öffnet die Ärzliche Leiterin Dr. Stephanie Kuchlbauer nochmal die Tür zur Neustadtädter Palliativstation. Über Weihnachten zieht die Einrichtung nach Weiden in einen Neubau am Klinikum um.
von Stephanie Hladik Kontakt Profil

Der Umzug fällt genau in die Weihnachtszeit. Staad und besinnlich soll es da eigentlich zugehen. Zumal hier keine normale Firma, sondern eine Krankenstation den Standort wechselt. Doch von Hektik ist auf dem Felixberg auch wenige Tage vor dem Termin nichts zu spüren. "Das kriegen wir hin", sagt die Ärztin sichtlich entspannt.

ONETZ: Was kommt denn da auf die Patienten zu?

Stephanie Kuchlbauer: Seit dem 7. Dezember werden keine neuen Patienten mehr aufgenommen. Die Station in Neustadt schließen wir am 13. Dezember, dann geht´s ans Kisten packen. Die neue Palliativ nimmt am 7. Januar ihren Betrieb in Weiden auf. Die Erfahrung - auch aus meiner Zeit in der Amberger Palliativeinrichtung - zeigt, dass über Weihnachten gar nicht so viele Patienten da sind. Viele wollen über die Feiertage zu Hause bei ihren Familien sein. Wir arbeiten auch gemeinsam darauf hin, dies zu ermöglichen. Erkrankte, die pflegerisch intensiver betreut werden müssen, werden in der Umzugsphase im Weidener Klinikum versorgt.

ONETZ: Ist Weihnachten eine besondere Zeit?

Stephanie Kuchlbauer: Für Patienten, die nach Hause dürfen, in jedem Fall. Es gibt ihnen viel Kraft für die Zeit danach. Nicht wenige machen sich aber auch Gedanken, ob sie Weihnachten noch erleben werden. Es gab schon Fälle, da haben wir das Fest kurzerhand vorverlegt. Auch bei Geburtstagen ist das möglich.

ONETZ: Das kommt hoffentlich nicht so oft vor, denn die Palliativ ist ja keine Sterbestation.

Stephanie Kuchlbauer: Nein, das ist sie in keinem Fall. Wir betreuen Patienten mit weit fortgeschrittenen, nicht mehr heilbaren Krankheiten, wie zum Beispiel Krebs, ALS oder Parkinson. Die Krankheiten führen in absehbarer Zeit zum Tod, das heißt aber nicht, dass man dem Patienten nicht noch Linderung verschaffen kann. Durch unsere Arbeit wollen wir ein Stück Lebensqualität und zeit schenken. Was mancher vielleicht nicht weiß: Wir arbeiten hier durchaus lebensverlängernd und wünschen uns, dass die Patienten wieder nach Hause kommen.

ONETZ: Welche Rolle spielen dabei die Angehörigen?

Stephanie Kuchlbauer: Eine sehr wichtige. Sie werden von Anfang mit einbezogen. Wenn Kinder da sind, auch sie. Sie sollten von der Krankheit nicht ausgeschlossen werden. Unsere Pflegekräfte und Therapeuten sind geschult, mit allen Betroffene zu reden. Wir haben auch eine Kinderspielecke. Glauben Sie mir, die wird stark beansprucht. In Weiden wird sie einen noch zentraleren Platz einnehmen.

ONETZ: Auf der Palliativstation darf auch gelacht werden.

Stephanie Kuchlbauer: Natürlich, wir reden hier viel, gehen aufeinander zu. Auch das Ambiente ist nicht zu unterschätzen. Helle, freundliche Farben dominieren. Unsere "Hausfarbe" auf der neuen Palliativ in Weiden wird ein zartes Grün sein. Fasziniert bin ich auch immer wieder von dem, was unsere Deko-Feen zaubern. Momentan weihnachtet es auf der ganzen Station. Fröhlich geht es auch an den Adventssonntagen zu. Dann gibt es nachmittags Punsch und Plätzchen für die Patienten und Angehörigen. Manchmal spielt auch eine Musikgruppe.

ONETZ: Ist die tägliche Arbeit mit Schwerkranken nicht auf Dauer belastend?

Stephanie Kuchlbauer: Für Palliativmedizin habe ich mich schon während meines Studiums interessiert. Ich mache meine Arbeit gerne. Es ist eine intensive Arbeit, aber ich kann zu Hause ganz gut abschalten. Neben meiner Familie hilft mir dabei auch das gesamte Team. Wir sind hier ja fast 40 Leute - von der Pflegekraft bis zum Seelsorger, und reden viel miteinander. Es gibt eine starke Achtsamkeit unter den Kollegen. Einer alleine kann nichts bewirken.

ONETZ: Bleibt für Sie persönlich noch etwas Zeit für Besinnlichkeit?

Stefanie Kuchlbauer: Die Zeit nehme ich mir gemeinsam mit meiner Familie. Ich möchte in jedem Fall noch mit meinen beiden Kindern Plätzchen backen.

ONETZ: Worauf freuen Sie sich in Weiden?

Stephanie Kuchlbauer: Neben der modernen Ausstattung freue ich mich vor allem, dass ich - genauso wie meine Vorgängerin Dr. Susanne Kreutzer vor zehn Jahren - mit dem Umzug ein Stück Pionierarbeit in der Palliativmedizin für die Region leisten darf.

Am 7. Januar 2019 startet die Palliativstation am neuen Standort in Weiden.

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