Neustadt an der Waldnaab
30.07.2026 - 12:12 Uhr
OnetzPlus

Park-App mit Brötchentaste für Stadtplatz Neustadt/WN

Brötchentaste und Park-App stehen im Stadtrat Neustadt/WN zur Debatte. 15 Minuten kostenlos zu parken erscheint verlockend, birgt aber Risiken für die Umwelt. Ein Kommentar zu klimafreundlichem Verkehr und bargeldlosem Bezahlen.

Kommentar von Uwe Ibl
Parken in Neustadt/WN am Stadtplatz ist aktuell für 30 Minuten kostenfrei möglich. Würde es jetzt schon Geld kosten, könnte es zur Verkehrsberuhigung beitragen, meint der Kommentator. Bild: Gabi Schönberger
Parken in Neustadt/WN am Stadtplatz ist aktuell für 30 Minuten kostenfrei möglich. Würde es jetzt schon Geld kosten, könnte es zur Verkehrsberuhigung beitragen, meint der Kommentator.

Parken – das Top-Thema im Neustädter Stadtrat seit Jahren. Die neueste Folge: „Park-App mit Brötchentaste“. Die Idee ist gut gemeint und als Service für die Neustädter gedacht. Doch Rainer Hetz entlarvt die Brötchentaste als kabarettreife Bezeichnung. Es gibt vieles am Stadtplatz zu erledigen und zu kaufen, aber keine Brötchen, außer vielleicht beim Metzger.

Wichtiger: Auf dem Weg, motorisierten Verkehr aus der guten Stube der Stadt möglichst zu verbannen, ist die kostenlose Brötchentaste ein Danaergeschenk für die Bürger. Eines, das gut aussieht, sich bei genauem Hinschauen aber als Gefahr statt als nettes Präsent entpuppt.

Warum? Die Brötchentaste für die kostenlose Parkviertelstunde lädt geradezu dazu ein, die kurzen Strecken in der Stadt mit dem Auto statt zu Fuß oder mit dem (Elektro-)Fahrrad zurückzulegen. Um als Autofahrer Geld zu sparen, verführt sie auch noch dazu, den Motor selbst für kürzeste Entfernungen in der Innenstadt zu starten und den Parkplatz zu wechseln, statt zu Fuß zu laufen.

In die andere Richtung, nämlich nach vorne, verweist die Idee, eine bargeldlose Variante für die bürokratisch als Parkraumbewirtschaftung bezeichnete Änderung hin zu kostenpflichtigen Parkplätzen zu prüfen. Es gibt Systeme, die die Autokennzeichen registrieren und den Preis berechnen. Gezahlt wird per App. Wer sich drückt, wird automatisch erfasst.

Ein Problem: Datenschutz im öffentlichen Raum und vermutlich auch die Kosten. Wenn Bus und Bahn schon in Richtung bargeldlose Zahlung abfahren, ist es nur sinnvoll, auch bei Parkgebühren auf diesen Weg und seine Varianten zu blicken – so sehr ich selbst lieber Münzen und Scheine im Portemonnaie habe, statt Karten und Bezahl-Apps zu nutzen.

OnetzPlus
Neustadt an der Waldnaab30.07.2026
Kommentare

Um Kommentare verfassen zu können, müssen Sie sich anmelden.

Bitte beachten Sie unsere Nutzungsregeln.

Konrad Tratz

Ist der Herr Kommentator in Neustadt schon einmal Fahrrad gefahren? Und wie sollen sich ältere Menschen, eventuell auch noch gehbehindert, im hügeligen Neustadt anders als mit dem Auto bewegen können. Man sollte endlich aufhören damit, ständig das Auto zu verteufeln - und vor allem zu glauben, dass das dann auch noch "bürgerfreundlich" wäre. Jeder ist hier in der Region auf das Auto angewiesen - und dann sollte man auch endlich seine Nutzung nicht ständig erschweren. Nur gegen das Auto zu sein, ist noch kein Fortschritt!

31.07.2026
Zum Fortsetzen bitte

Sie sind bereits eingeloggt.

Um diesen Artikel lesen zu können, benötigen Sie ein OnetzPlus- oder E-Paper-Abo.