03.01.2019 - 10:36 Uhr
Neustadt an der WaldnaabOberpfalz

Auch in der Pflege gute Chancen

Der SPD-Ortsverein besuchte das Rote Kreuz an Silvester erstmals in der neuen Rettungswache. Neben Neujahrswünschen war die Ausbildungssituation in der Pflege ein wichtiges Thema.

Die SPD-Vertreter tauschen sich mit SPD-Mandatsträgern in der neuen Rettungswache aus.
von Sebastian DippoldProfil

"Die Pflege hat ihren schlechten Ruf zu Unrecht", findet BRK-Kreisgeschäftsführer Sandro Galitzdörfer. "Zum Vergleich: Früher, da war ich bei der Sparkasse, Bürojob - da gab es Bewerbungen stapelweise. Bei der Pflege hatten wir heuer nur eine einzige externe Bewerbung."

Das gehe so weit, dass auf einer Ausbildungsmesse in der Weidener Max-Reger-Halle Eltern zu ihren Kindern sagten "Zur Pflege gehen wir nicht" und die Stände des BRK im Keller links liegen ließen. Dabei sei die Pflege ein durchaus attraktives und wertvolles Berufsfeld, vieles bekämen die Pflegerinnen und Pfleger zurück, die Bezahlung stimme auch.

Die Arbeitsbelastung sei hoch, gab Galitzdörfer zu. Er würde liebend gerne mehr Menschen einstellen. "Aber der Markt ist leer, wir kriegen keinen. Dabei kann man in der Pflege durchaus Karriere machen", schloss er etwas geknickt. "Wo der Jens Spahn seine versprochenen Pflegekräfte einfach so herzaubern will, da bin ich auch gespannt", hakte Bundestagsabgeordneter Uli Grötsch ein.

Auf Nachfrage von Grötsch, Kreistagsfraktionschef Günter Stich und SPD-Ortsvorsitzendem Sebastian Dippold zeigten sich die BRK-Mitarbeiter des BRK recht zufrieden. Auf die Frage des Abgeordneten, welche Wünsche die Sanitäter denn an die Politik hätten, folgte zunächst Schweigen. "Dass es im Groben so weiterläuft wie bisher", meinte Bereitschaftsleiter Tino Unbehauen nach kurzer Pause. Dennoch gäbe es in der neuen Ausbildung des Rettungssanitäters noch Unklarheiten. "Dinge, die früher Notärzten vorbehalten waren, sollen jetzt wir übernehmen, dabei ist das Rechtliche noch gar nicht geklärt", erläuterte Sandro Fleischer. Eine private Berufshaftpflicht könne für Rettungssanitäter dabei kein Rezept sein. Eine große Lösung müsse her. Grötsch pflichtete ihm bei.

Viel Lob gab es von Geschäftsführer Galitzdörfer und der Politik für das Engagement des Roten Kreuzes, allen voran für die Ehrenamtlichen. "Wir in Neustadt sind heilfroh, dass die Wache dageblieben ist. Das ist nicht selbstverständlich", bedankte sich Dippold. Stich fügte an, dass gerade er als Flosser die Helfer vor Ort als ungemeine Bereicherung empfinde. "Die haben wie das ganze BRK ein wahnsinnig hohes Ansehen in der Bevölkerung."

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