20.10.2019 - 12:13 Uhr
Neustadt an der WaldnaabOberpfalz

Pflege, Medizin und Pädagogik stets auf neuestem Stand

Die Berufsfachschule für Altenpflege und Altenpflegehilfe des BRK feiert 50-jähriges Bestehen. Die Festredner sind sich einig: Die beiden Bildungsstätten leisten einen wesentlichen Beitrag zur Verminderung des Pflegenotstandes.

BRK-Bezirksgeschäftsführer Mario Drexler (am Rednerpult) begrüßt in der Neustädter Stadthalle die Festgäste beim Festakt zum 50jährigen Jubiläum der BRK-Berufsfachschule für Altenpflege und Altenpflegehilfe.
von Walter BeyerleinProfil

BRK-Bezirksgeschäftsführer Mario Drexler übernahm in der Neustädter Stadthalle die Begrüßung. Die Stattliche Zahl an Ehrengästen bezeichnete er als Zeichen des guten Rufes der Schule in der Öffentlichkeit.

Landrätin und stellvertretende BRK-Bezirksvorsitzende Tanja Schweiger sprach von einer Erfolgsgeschichte. Am 15. Oktober 1969 hatte das BRK-Präsidium in Weiden seine erste und jetzt älteste Pflegeschule in Bayern installiert. Davor gab es nur wenig Altenheime und keine geregelte Ausbildung für Altenpflegehelfer. 1969 wurde die Ausbildung zum Altenpfleger und zum Altenpflegehelfer geregelt und damit auch ein neues Berufsbild geschaffen. "In den 50 Jahren hat dieser Beruf einen Wandel erlebt, gleichzeitig hat sich auch die Medizin weiterentwickelt." Mit diesem Fortschritt wurde auch der Anspruch an die Pflege komplexer und herausfordernder. „Ohne genügend professionelle Pflegefachkräfte werden die demografischen Herausforderungen nicht bewältigt werden können“, lautete die damalige Erkenntnis, sagte die Regensburger Landrätin. Schweiger sprach sich für eine bessere gesellschaftliche Anerkennung und Wertschätzung des Pflegeberufes aus. "Dass es gute Pflege nicht zum Nulltarif gibt, zeigt sich in der Notwendigkeit einer leistungsgerechten Bezahlung."

Dass es gute Pflege nicht zum Nulltarif gibt, zeigt sich in der Notwendigkeit einer leistungsgerechten Bezahlung.

Tanja Schweiger

Tanja Schweiger

BRK-Vizepräsidentin Brigitte Meyer verband ihr Grußwort mit einem Rückblick auf die markantesten Ereignisse im Gründungsjahr der Schule: Ein Mensch betrat erstmals den Mond, die Verbindung zwischen zwei Rechnern gilt als Geburtsstunde des Internets. "Das Jubiläum wurde möglich, weil das BRK selbst und die Träger anderer Einrichtungen der Schule ihr Vertrauen geschenkt haben." Die einfache Anleitung ehrenamtlicher Helfer reiche für viele Arbeitsfelder nicht mehr aus. Sie forderte, das Jubiläum auch als Weckruf für die nächsten 50 Jahre zu sehen. "Dazu gehört aktuell ab dem nächsten Jahr die generalistische Pflegeausbildung."

Mit acht Teilnehmern sei der erste Kurs gestartet, sagte Regierungspräsident Axel Bartelt. Die Zahl der Absolventen stieg kontinuierlich an. Über 1400 Absolventen haben seitdem nach erfolgreichem Abschluss die Fachschulen, ab 2006 dann die Berufsfachschulen für Altenpflege und Altenpflegehilfe am Standort Weiden, später dann Neustadt, verlassen.

„Die Pflegeberufe müssen attraktiver werden“, zitiert Bartelt die Staatsministerin für Gesundheit und Pflege, Melanie Huml. Ein wichtiger Beitrag sei die generalistische Pflegeausbildung mit den Berufsbildern Pflegefachfrau oder -mann. Die Bildungsstätte werde ab dem kommenden Schuljahr zur „Berufsfachschule für Pflege“ und erlebe damit eine neue Herausforderung. "Ich bin überzeugt, dass die Schule diese Neuausrichtung gut meistert." Er sprach von einem attraktiven Ausbildungsangebot der beiden Schulen und als wichtigen Beitrag zur Linderung des Pflegenotstandes. Bartelt bedauerte, dass die Pflegeberufe trotz ihres gesellschaftlichen Ansehens noch zu wenig Beachtung finden.

Sie geben den Menschen die Zuwendung, die eine Maschine nicht geben kann

Stellvertretender Landrat Albert Nickl zu den Absolventen der Altenpflegeschulen.

Stellvertretender Landrat Albert Nickl stimmt der Wertschätzung des Pflegeberufes zu. Die Berufsfachschule habe sich zu einer segensreichen Einrichtung entwickelt, die das Gesicht der Gesellschaft präge. „Sie geben den Menschen die Zuwendung, die eine Maschine nicht geben kann“, sagte er zu den Schülern.

Mualla Basyigit vom Generalsekretariat des Deutschen Roten Kreuzes in Berlin versicherte den Pflegerinnen und Pflegern mit ihrer Arbeit einen wertvollen Beitrag für die Gesellschaft zu leisten. Thomas Weidinger, Direktor der Arbeitsagentur Weiden, betonte, dass eine Pflegekraft sich ihren Arbeitsplatz unter 72 freien Stellen aussuchen könne.

Pfarrer Ulrich Gruber sprach auch im Namen von Pfarrer Josef Häring von der Bedeutung, dass die Schule dazu beitrage, alt gewordenen Menschen das Leben leichter zu machen, und zugleich einen Kampf zu führen gegen Not und Hilflosigkeit im Altenpflegebereich in Verbindung mit dem Bemühen immer auf dem neusten medizinischen, pflegerischen und pädagogischem Stand zu sein. „Ohne Sie gehen die Lichter aus, mit Ihnen werden jeden Tag kleine oder größere Lichter angezündet“.

Schulleiterin Iris Engelbrecht-Schärl erinnerte an den Umzug der Schule vom ersten Standort Handwerkerhaus in die Bahnhofstraße im Jahr 1974. Der Bericht im Neuen Tag war überschrieben mit „Altenpflege ist ein Gebot der Stunde“. Ziel aller Beteiligten ist es weiterhin, dass mit dem Ende der Ausbildung kompetente Mitarbeiter für den Bereich Altenhilfe zur Verfügung stehen. "Zur Umsetzung des Pflegeberufegesetzes sind die Schulen des Roten Kreuzes gut aufgestellt", ist sich Iris Engelbrecht-Schärl sicher.

Die große Zahl der Grußworte lockerten unterhaltende und lustige Beiträge der Schulklassen auf. Bei den „Gedanken zur Altenpflege“ sang Joy Felarca das Lied „Lass jetzt los“ aus dem Film „Die Eisprinzessin“ und erhielt dafür Standing Ovations. Das Blechbläserensemble der Musikschule Neustadt unter Leitung von Karl Wildenauer präsentierte sich mit klassischer Musik.

Die Leiterin der BRK-Berufsfachschulen für Altenpflege und Altenpflegehilfe, Iris Engelbrecht-Schärl (Sechste von rechts) freut sich über die Anwesenheit vieler Ehrengäste.
Landrätin Tanja Schweiger, stellvertretende Vorsitzende des BRK-Bezirksvorsitzende Niederbayern/Oberpfalz spricht sich für eine bessere Anerkennung der Pflegeberufe in der Gesellschaft aus.
BRK-Bezirksgeschäftsführer Mario Drexler (am Rednerpult) begrüßt in der Neustädter Stadthalle die Festgäste beim Festakt zum 50-jährigen Jubiläum der BRK-Berufsfachschule für Altenpflege und Altenpflegehilfe.
Brigitte Meyer, BRK-Vizepräsidentin, sieht das Jubiläum der BRK-Berufsfachschule für Altenpflege und Altenpflegehilfe als Weckruf für das nächsten halbe Jahrhundert.
"Gedanken zur Altenpflege" lautet der Beitrag der Klasse APH 14. Joy Felarca singt das "Lass mich los" aus dem Film "Die Eisprinzessin".
Regierungspräsdent Axel Bartelt zitiert mit der Aussage "Die Pflegeberufe müssen attraktiver werden" Bayerns Staatsministerin für Gesundheit und Pflege, Melanie Huml.
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