12.10.2020 - 10:45 Uhr
Neustadt an der WaldnaabOberpfalz

Rechtzeitig Ferienbetreuung für Schulkinder organisieren

Eltern nehmen Urlaub, weil das Kind nicht in die Schule kann. Alltag in Coronazeiten. Doch plötzlich sind keine Urlaubstage mehr übrig und die Ferien vor der Tür. Jugendamt und Kreisjugendring wollen helfen.

Die Kinder der Ferienbetreuung in Moosbach basteln ein Memory unter Anleitung. Solche Angebote, auch außerhalb der Sommerferien, wünschen sich Jugendamt und Jugendring verstärkt in Coronazeiten.
von Friedrich Peterhans Kontakt Profil

"Corona lehrt uns, wie viele Familien auf Betreuungsangebote angewiesen sind." Andrea Höning weiß das aus Erfahrung. Die Leiterin des Kreisjugendamts kennt Fälle, dass Mütter und Väter plötzlich nicht mehr wissen, wie sie sich um ihre Kinder zu Hause kümmern sollen, weil die nicht ins Klassenzimmer dürfen. "Da helfen auch keine Großeltern, die sind selber oft genug noch berufstätig."

Weder Jugendamt noch Gemeinden sind verpflichtet, in solchen Situationen unter die Arme zu greifen. Sie tun es aber oder sollten es tun, empfiehlt Höning. Auch wenn dieses Problem im Landkreis bislang maximal bei fünf Kindern an einer Schule aufgetreten ist, wie Martin Neumann, der Geschäftsführer des Kreisjugendrings ergänzt.

Zusätzliche Betreuungsangebote auf die Beine zu stellen, sei nicht mehr so kompliziert wie früher, sagt Höning. Seit 2017 brauche eine Gemeinde keine zusätzliche Betriebserlaubnis der Regierung mehr. Und 2025 greife ohnehin der gesetzliche Anspruch für Grundschulkindbetreuung. Bis dahin sollten also die Strukturen stehen.

Sollte keine Zusammenarbeit mit einem Träger für Jugendarbeit möglich sein, müsse die Kommune freilich Fragen wie Versicherung, Räume und Personal klären.

Höning appelliert an den Pragmatismus von Bürgermeistern. Behörden, Gemeinden und Vereine mit Erfahrung in der Jugendarbeit, etwa Ministranten oder Pfadfinder, sollten sich verstärkt der Ferienbetreuung von Schulkindern annehmen. Es gebe auch Förderprogramme des Bayerischen Jugendrings, bietet Martin Neumann Unterstützung an.

Einfach auf Kindergärten zu verweisen, sei jedoch zu einfach. Die Kitas gerieten an ihre Grenzen, wenn sie sich auch noch um Schüler kümmern müssten. Eine Lösung könnte sein, dass sich mehrere Nachbargemeinden zusammenschließen und rechtzeitig für die Ferien einen freien Träger für die Betreuung engagieren. Der könnte dann an einem Ort für mehrere Dörfer aktiv werden. Um ihr Kind dort hin zu bringen, müssten Eltern aber bereit sein, jeden Tag ein paar Kilometer zusätzlich zu fahren.

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